Von: Martina Ostermeier (HÖREX)
Man kann schon fast von Routine sprechen: Nach mehr als 15 Monaten Pandemie ist die diesjährige Generalversammlung der HÖREX nicht die erste digitale Veranstaltung der Genossenschaft. Offizieller Start des virtuellen Treffens ist Samstag, 19. Juni 2021, 14 Uhr. Im nordrhein-westfälischen Kreuztal, am Sitz der HÖREX Zentrale, beginnt der Tag allerdings viel früher.
Es ist 9 Uhr: Bereits jetzt ist klar, dass der Tag heiß wird. Claudia Hellbach, Mitglied im Vorstand der HÖREX, und Laura Werthenbach, Assistentin der Geschäftsleitung und Organisatorin der Veranstaltung, sind schon in der HÖREX Zentrale. Sie bereiten alles für die Ankunft des Aufsichtsrats und des Technikteams vor. „Geplant war das alles ganz anders“, sagt Claudia Hellbach. „Eigentlich wären wir jetzt gemeinsam mit ganz vielen Mitgliedern in Potsdam. Abends würden wir die Feier zu unserem 25-jährigen Jubiläum nachholen.“ Aufgrund der pandemischen Lage ist es wieder einmal anders gekommen. Nun ja: Wer hat sich nicht daran gewöhnt, den einen oder anderen Plan nach hinten zu verschieben – wenn’s sein muss, auch mehrmals. Auch darüber wundert sich niemand mehr: Zutritt in die HÖREX Verwaltung gibt es heute nur mit negativem Corona-Test.
Vorbereitungen für einen reibungslosen Ablauf
Um 10 Uhr treffen die Techniker der Genossenschafts-Akademie ein und beginnen mit dem Aufbau. Einer der beiden kennt die Räumlichkeiten bereits aus dem vergangenen Jahr: „So wussten sie bestens Bescheid, was wo hingehört und wo welche Anschlüsse sind“, erzählt Laura Werthenbach. Zügig erledigt das Duo seine Arbeit, am Ende gibt es einen Technik-Check: Die Veranstaltung wird nicht nur live ins Internet gestreamt, es sollen später auch externe Teilnehmer zugeschaltet werden. Alles funktioniert reibungslos, nur das hauseigene Internet versagt kurzfristig seine Dienste. Umgehend wird der HÖREX-IT-Spezialist angefunkt, das Problem ist schnell behoben. Aufatmen.
11 Uhr: Der Aufsichtsrat ist nun ebenfalls vollständig vor Ort, angereist aus ganz Deutschland: Der Vorsitzende Christian Großmann und Jens Pietschmann aus Hessen, Katja Breck aus Bayern, Bärbel Peters aus Bremen und Michael Jung aus Baden-Württemberg. Vorstandsmitglied Mario Werndl aus Sachsen-Anhalt ist bereits seit einigen Tagen in Kreuztal, Claudia Hellbach ohnehin hier zu Hause. Der Dritte im Vorstand, H.-P. Weihmann, musste am Tag zuvor aus dringenden persönlichen Gründen kurzfristig zu seiner Familie zurückkehren. Gut, dass er sich auf Katharina Schmidt, Marketing- und Produktmanagerin, verlassen kann. Sie wird später Weihmanns Part übernehmen und den HÖREXperten einen Überblick über zurückliegende, aktuelle und geplante Projekte präsentieren.
13:30 Uhr: Das Thermometer draußen zeigt inzwischen mehr als 30 Grad an. Drinnen fühlt es sich kaum kühler an – auch wenn überall die Jalousien heruntergelassen wurden. Wer gleich vor die Kamera muss, macht sich noch einmal frisch. Die Mitglieder können sich nun in den virtuellen Versammlungsraum einwählen. Laura Werthenbach hat die Notfall-Hotline übernommen. Der eine oder andere Anruf geht ein, größere Probleme gibt es zum Glück nicht.
Großer Einsatz, gute Zahlen
14 Uhr: Pünktlich tritt der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Großmann ans Rednerpult und eröffnet die Veranstaltung. Als Erstes hat er ein Jubiläum zu verkünden: Claudia Hellbach ist in diesem Jahr seit 25 Jahren bei der Genossenschaft. Großmann nutzt die Gelegenheit, sich für ihren unermüdlichen Einsatz zu bedanken. Was in dem großen Paket ist, das er Hellbach überreicht, bleibt ein Geheimnis. Die HÖREXperten übermitteln ihre Glückwünsche via Chat. Es folgt ein weiterer Dank an Mario Werndl, der sich von seinem Vorstandsposten zurückziehen wird. Diesen hatte er 2020 interimsweise noch einmal von seinem Vorgänger Gerd Müller übernommen. Anfang 2021 hatte der Aufsichtsrat dann H.-P. Weihmann in den Vorstand berufen. Werndl sieht die Interessen der Mitglieder bei Hellbach und Weihmann nun in den besten Händen. Schließlich kennt auch Weihmann die HÖREX bereits seit 2014. Seitdem engagiert er sich für die Genossenschaft als externer Berater für Strategie, Marketing und Produktmanagement. Auch Werndl erhält via Chat viel Zuspruch und Dank.
Wenig später: Großmann übergibt das Wort an Claudia Hellbach und Mario Werndl. Gemeinsam präsentieren sie den Jahresabschluss 2020. Werndl hält fest: „Dass wir bei den Umsatzzahlen 2020 noch besser dastehen als im Vorjahr, ist hervorragend, vor allem angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage.“ Auch mit dem Absatz ist Werndl zufrieden. Die Zahlen liegen nur leicht unter denen von 2019 – dem bis dahin absatz- und umsatzstärksten Jahr der Genossenschaft. Bezüglich der Hersteller liegt der Fokus der HÖREX vor allem auf den Exklusivmarken TELEFUNKEN und Sonic. „Unser Ziel ist es, diese Absätze weiter auszubauen“, so Werndl. Was die Mitgliederentwicklung betrifft, verzeichnet die HÖREX zwar einige Filialschließungen und Verkäufe, die Zahl der neuen Mitglieder und Filialen liegt aber eindeutig höher. Ende Juni 2021 gehören der Genossenschaft 556 Mitgliedsfachbetriebe an.
«Oberste Priorität hat das Portfolio der Exklusivmarken.»
Marketing stärkt HÖREXperten vor Ort
Auf die Zahlen folgen die Projekte: Katharina Schmidt blickt noch einmal auf die ersten Monate des vergangenen Jahres zurück, als sich die Zentrale der HÖREX vollständig darauf konzentrierte, die Mitgliedsfachbetriebe mit relevanten Kommunikationsmaterialien und Schutzausrüstung bestmöglich zu unterstützen. Laufende Marketingprojekte ruhten in dieser Zeit erst einmal, wurden in der zweiten Jahreshälfte aber fortgeführt. So stellte das Marketingteam im Herbst ein neues Corporate Design vor. Das moderne und klare Erscheinungsbild mit schnörkelloser Schrift und großflächigen Bildern rückt die Mitgliedsfachbetriebe weiter in den Mittelpunkt. „Unser Ziel ist es stets, die HÖREXperten und ihre Marke vor Ort zu stärken“, erklärt Katharina Schmidt. „Das neue Corporate Design lässt viel Spielraum für Individualität und gibt die Möglichkeit, sich vom Wettbewerb abzuheben.“ Gleiches gilt für die Bildwelt, die die HÖREX für ihre Mitglieder konzipiert und in einem eigenen Shooting umgesetzt hat. Sie steht jedem Mitglied seit Ende 2020 zur Verfügung.
Die HÖREX selbst ist mit dem neuen Corporate Design Anfang 2021 online gegangen: Der Internetauftritt unter www.hoerex.de richtet sich seitdem gezielt an Hörakustikerinnen und Hörakustiker sowie Geschäftspartner. Unter der neuen Adresse www.ihre-hoerexperten.de bietet die HÖREX Endkunden ein reichhaltiges Informationsangebot rund um die Themen Hören, Hörgeräte und Hörgesundheit. Der Relaunch für diesen Webauftritt ist für Ende 2021, Anfang 2022 geplant.

Im Online-Marketing setzt die HÖREX ebenfalls verstärkt auf die individuelle, lokale Präsenz der Mitgliedsfachbetriebe. Dafür startete die Genossenschaft 2021 eine Online-Display-Kampagne. Die Anzeigen werden Internetnutzern proaktiv ausgespielt und erhöhen effizient und kostengünstig die Online-Sichtbarkeit für die HÖREXperten in den jeweiligen Regionen. Zugleich verweist die Kampagne auf die HÖREX Exklusivmarken TELEFUNKEN und Sonic: zwei Alleinstellungsmerkmale, mit denen die Mitgliedsfachbetriebe bei ihren Kunden punkten können. Der Vertrieb von Hörsystemen der Marke Sonic liegt in Deutschland seit Anfang 2021 wieder exklusiv bei den Mitgliedsfachbetrieben der HÖREX. Bereits im März folgte die Einführung der neuen Hörgeräteserie Sonic Radiant, ausgestattet mit der neuesten Technologie der Demant Gruppe. TELEFUNKEN hatte schon im Juli 2020 die nächste Hörgerätegeneration mit künstlicher Intelligenz und Sensorik gelauncht. Seit November 2020 überzeugt TELEFUNKEN zudem mit aufladbaren Im-Ohr-Hörsystemen (IdO) und ist damit einer der wenigen Anbieter, die Akkus in allen Hörgerätebauformen bieten. Gut für die HÖREXperten: Sowohl Im-Ohr-Hörsysteme als auch Akku-Lösungen werden bei Menschen mit Hörminderung derzeit immer beliebter. Passend zu diesem Trend hat das HÖREX Marketingteam eine TELEFUNKEN Im-Ohr-Werbekampagne entwickelt.
Ausblick: Exklusivmarken, Azubi-Initiative und Social Media
Katharina Schmidt gibt auch einen Ausblick, was die HÖREXperten in den kommenden Monaten und im Jahr 2022 erwartet. Oberste Priorität hat das Portfolio der Exklusivmarken. Zudem arbeitet das Team in Kreuztal daran, die Mitgliedsfachbetriebe weiter zu entlasten. Auf der Agenda stehen die Vorbereitungen für die elektronische Rechnungsabwicklung, mehr Unterstützung im Bereich der Unternehmensnachfolge und der Ausbau des Existenzgründerprogramms. Eine Azubi-Initiative und Social-Media-Aktivitäten sind ebenfalls geplant. Für Letzteres sucht die HÖREX derzeit personelle Verstärkung.
Die nächsten Punkte auf der Tagesordnung sind der Bericht des Aufsichtsrats durch Michael Jung und der Bericht über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung des Jahresabschlusses, den Jens Pietschmann vorträgt. Gefühlt sei die Temperatur im Raum inzwischen auf 45 Grad gestiegen, vermeldet Pietschmann. Vermutlich ist er froh, dass er gleich wieder ins Nebenzimmer wechseln und die Veranstaltung via Bildschirm beobachten darf. Dort sorgen geöffnete Fenster und Türen wenigstens für ein wenig Durchzug. Im Tagungsraum selbst geht es vor allem darum, störende Geräusche fernzuhalten. Heißt: Alle Schotten sind dicht.
Als Nächstes wird Rechtsanwalt Christoph Gottwald vom Genossenschaftsverband aus dem Homeoffice zugeschaltet. Er erläutert die geplante Satzungsänderung, die die Voraussetzung schaffen soll, Generalversammlungen auch nach dem 31. Dezember 2021 digital oder als Hybridveranstaltung durchzuführen. Letzteres eröffnet Mitgliedern, die nicht vor Ort sein können, die Option, online teilzunehmen und auf diesem Weg ihr Stimmrecht auszuüben. Für Claudia Hellbach ein klarer Vorteil: „Die Satzungsänderung bietet uns künftig viel Flexibilität – auch wenn persönliche Begegnungen uns allen eindeutig lieber sind als virtuelle.“ Die Mitglieder wurden bereits im Einladungsschreiben umfassend über den Sachverhalt informiert, Fragen gibt es daher keine. Zeit für eine Pause und frische Getränke.
«Seit November 2020 überzeugt TELEFUNKEN auch mit aufladbaren Im-Ohr-Hörsystemen.»
Routinierte Abstimmung, genussvolles Ende
Nach 15 Minuten geht es weiter. Die folgenden Abstimmungen laufen routiniert ab. Für jede Stimmabgabe per Klick haben die virtuell anwesenden Mitglieder 60 Sekunden Zeit. So bestätigen sie den Jahresabschluss und stimmen der vorgeschlagenen Gewinnverwendung zu. Vorstand und Aufsichtsrat werden einstimmig entlastet. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat stellt sich Michael Jung zur Wiederwahl und wird in seinem Amt einstimmig bestätigt. Die vorgestellte Satzungsänderung nehmen die Teilnehmenden mehrheitlich an.
Es ist 15:30 Uhr: Der offizielle Teil der Veranstaltung endet. Die HÖREX wäre aber nicht die HÖREX, gäbe es nicht einen inoffiziellen Part. Der startet eine Viertelstunde später. Zwei Maîtres Chocolatiers von Lindt, zugeschaltet aus der Manufaktur in Kilchberg am Zürichsee, begrüßen die HÖREXperten. Für die virtuelle Verkostung haben die Kreuztaler vorab gut gefüllte Tasting-Boxen verschickt. Und auch wenn es dem ein oder anderen in diesem Moment zu warm für die Spezialitäten aus der Schweiz ist: Spätestens um 16:30 Uhr wissen die HÖREXperten, wie sie Schokolade künftig mit allen fünf Sinnen umfänglich genießen. Und das Team in Kreuztal? Dem bleiben jetzt noch eineinhalb Stunden bis zum Anpfiff des EM-Spiels Portugal gegen Deutschland. Das schaut man sich gemeinsam im großen Garten der HÖREX an – mit Leckereien vom Grill und coronakonform mit Abstand.
