DIGITALES MAGAZIN
009 | April 2022
7/27

Ideas4ears – elfjähriger Hamburger unter den Gewinnern

»DIE ERFINDUNG IST EINE KI«

WETTBEWERBE. MED-EL hat den deutschen Gewinner des Kinder-Erfinder-Wettbewerbs ideas4ears bekanntgegeben: Bastian aus Hamburg, 11 Jahre. Darüber informierte die deutsche MED-EL-Niederlassung Mitte März. 

MED.I nennt Bastian seine Erfindung, mit der er die Jury des von MED-EL nun schon zum fünften Mal ausgelobten Wettbewerbs überzeugen konnte. Der elfjährige Hamburger ist selbst Träger eines Vibrant Soundbridge Hörimplantats und konnte sich mit seiner Erfindung gegen 19 weitere Einreichungen aus Deutschland durchsetzen. Seine Idee hatte er der Jury in einem Video präsentiert. »Die Erfindung ist eine KI. Sie heißt MED.I und ist per Sprachbefehl steuerbar – ähnlich wie Alexa. Ich muss beispielsweise sagen ›MED.I, blende Nebengeräusche aus‹, und dann blendet MED.I alle Nebengeräusche aus«, erklärt Bastian seine Vorstellung. Seine Erfindung ist also ein sprachgesteuerter Audioprozessor, der auf Befehl alle Geräusche ausblenden kann, wenn Stille gewünscht ist. Die Idee sei Bastian beim Homeschooling mit seinen vier Geschwistern gekommen. Der hohe Geräuschpegel habe es ihm schwergemacht, sich konzentrieren zu können. Darüber hinaus könne MED.I auch Vokabeln abfragen, generell bei den Hausaufgaben helfen und dabei wie ein guter Freund beim Lernen agieren – so stellt es sich Bastian jedenfalls vor. »Toll, dass ich gewonnen habe«, freut er sich. »Der Wettbewerb hat mir viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dass meine Idee, eine Hörlösung, die Störgeräusche ausblendet, bald umgesetzt wird.« 

Insgesamt seien für den diesjährigen Wettbewerb an die 300 Erfindungen aus 19 Ländern von mehr als 270 Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren eingereicht worden, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung von MED-EL. Die Bandbreite sei dabei erneut groß gewesen. Sie reichte von einem »Rückspiegel«, der es gehörlosen Fußgängern ermöglichen soll, wahrzunehmen, was hinter ihnen geschieht, über ein »Batterie-Signal«, das Implantat-Trägerinnen und -Trägern eine halbe Stunde, bevor die Batterien leer sind, einen Hinweis gibt, bis hin zu einer »Vibrationsmatte« in verschiedenen Größen, die etwa mit dem Handy oder der Türklingel verbunden werden kann, und per Vibration dem Nutzer zeigt, dass ein Anruf eingeht oder jemand an der Tür klingelt. Eingereicht wurden all die Erfindungen in Form von Videopräsentationen, Zeichnungen, Gemälden und gar realen Prototypen. Die neun besten Erfindungen weltweit wurden nun ausgezeichnet. Initiiert wurde der Wettbewerb, um junge, gehörlose Kinder zu inspirieren, neue Technologien zu erfinden, die das Leben von Menschen mit Hörverlust verbessern können.

Den zweiten Platz teilen sich in Deutschland der ebenfalls elfjährige Maximilian aus Uelzen und die siebenjährige Clara aus Darmstadt. Bei der Erfindung von Maximilian geht es um Umweltschutz, sie umfasst den Einsatz von Akkus, die von Sonnenenergie angetrieben werden sollen. In die gleiche Kerbe schlägt Clara mit ihrer Erfindung: Einem CI, das ganz ohne Batterie oder Akku auskommt und allein durch Sonnenlicht betrieben werden kann. »Die Welt aus Kindersicht ist voller Optimismus. Sie gehen mit einer ungefilterten Linse an eine Erfindung heran und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Ich bin jedes Jahr aufs Neue beeindruckt, welche kreativen und innovativen Ideen uns immer wieder erreichen. Und dabei ist die Erfindung selbst nur ein Teil der Aufgabe – die große Herausforderung ist es ja, die eigenen Ideen zu präsentieren. Auch hier haben sich die Kinder sehr viel Mühe gegeben. Es gibt Kinder, die jedes Jahr mit neuen Ideen antreten. Das zeigt wahren Erfindergeist und Ausdauer«, kommentiert Chef-Juror Geoffrey Ball den diesjährigen Wettbewerb.