DIGITALES MAGAZIN
010 | Mai 2022
24/25

»ICH MÖCHTE ANDEREN DIE HILFE GEBEN, DIE ICH SELBST ERHALTEN HABE«

Von Martin Schaarschmidt

»ICH MÖCHTE ANDEREN DIE HILFE GEBEN,DIE ICH SELBST ERHALTEN HABE«

Jonas Enzmann (21) hat schon viel erreicht. Er ist Leistungssportler und hat erfolgreich sein Abitur abgelegt. Als Degenfechter hat er zahlreiche Titel gewonnen und konnte sich bei Weltcups mit den besten Athleten messen. Derzeit absolviert er eine Ausbildung zum Hörakustiker und überzeugt auch hier mit sehr guten Leistungen. Jonas Enzmann hört seit frühester Kindheit mit Nucleus Cochlea-Implantaten. Anfang des Jahres porträtierte ein TV-Team den jungen Mann für das ZDF-Magazin »einfach Mensch«. Autor Martin Schaarschmidt war dabei.

Dienstagvormittag im Fachgeschäft der Firma KIND in Leipzig-Altlindenau. Während Betriebsleiterin Steffi Sattler Laufkundschaft betreut, läuft in der hellen Anpasskabine alles nach Drehplan. Überall Kabel und Technik. Die Kabinentür muss jetzt geschlossen bleiben, im Inneren wird schon gedreht. Durch das Kabinenfenster sieht man Kamera und Mikro, dahinter Jonas, Auszubildender im zweiten Lehrjahr, der einer Kundin Hörgeräte erklärt.

Jonas Enzmann, den ich gemeinsam mit der TV-Redakteurin Carolin Hillner durch das Fensterglas beobachte, ist sozusagen der Hauptdarsteller beim Dreh. In den letzten zwölf Jahren habe ich ihn immer mal wieder getroffen – um über seinen Weg mit dem Cochlea-Implantat zu berichten. Inzwischen erlernt Jonas seinen Wunschberuf: Hörakustiker.

Auch darum geht es im Porträtfilm, den das TV-Team des ZDF für das Magazin »einfach Mensch« produziert. In der Kabine setzt Jonas der Kundin jetzt routiniert die Geräte ins Ohr. Dann kann die Tür wieder auf. Frische Luft und die Chance, erste Fragen zu stellen: Wie kam es, dass du jetzt Hörakustiker wirst? »Durch meine CI war ich von früh an immer wieder bei Hörakustikern«, erzählt Jonas. »Die Arbeit interessierte mich, ich hab Praktika gemacht. Und inzwischen brenne ich für den Beruf. Am meisten motiviert mich der Kontakt mit den Kunden.«

Doch seine Suche nach einem Ausbildungsplatz war eine Herausforderung. »Auf dem Arbeitsamt hieß es, dass ich als CI-Träger nicht Hörakustiker werden kann. Das war schockierend, aber der Berater war offensichtlich falsch informiert. Bald darauf hatte ich eine Ausbildungsstelle in Aussicht. Doch dann kam Corona. Mit dem Ausbildungsplatz wurde es nichts, ich brauchte eine Alternative und habe mich überall beworben. Keine Chance; teilweise kam nicht mal eine Absage. Als ich bei KIND schließlich doch meine Stelle bekam, habe ich mich super gefreut.«

Jonas Ausbilderin: »Die Schranke ist in den Köpfen der anderen.«

Nächste Szene: Jonas soll Ohrabdrücke nehmen und Hörakustiker-Meisterin Steffi Sattler kontrolliert vorschriftsmäßig seine Abdrucknahme. Dann hat auch sie etwas Zeit für mich. Manchmal sei es mit Jonas schon anders als mit normal hörenden Auszubildenden, erklärt sie. Mitunter müsse man Rücksicht nehmen, etwas mehrmals wiederholen. »Aber sonst macht er eine super Arbeit. Seine schulischen Leistungen sind sehr gut. Auch in der Praxis macht er es gut; Abdrucknahme zum Beispiel lag ihm von Anfang an. Viele Kunden haben sogar das Gefühl, dass Jonas durch seine Hörschädigung mehr Verständnis für ihre Situation hat.«

Zweifel daran, dass er mit seinen CI dem Beruf gewachsen sein könnte, hatte die Betriebsleiterin nie: »Die Schranke ist ja nicht im Kopf des CI-Trägers, sondern in den Köpfen der anderen«, meint sie – und dass sie so etwas aus eigener Erfahrung kennt. Steffi Sattler hat eine Fehlbildung an der rechten Hand. »Als ich damals den Beruf ergreifen wollte, wurde ich gefragt, wie ich das mit meiner Hand schaffen will. Selbst bei der Anmeldung zur Meisterprüfung war das noch Thema. Ich war entsetzt über diese Vorurteile. Und bei Jonas denke ich: Wo passt ein CI-Träger denn besser als in der Hörakustik?! Hier sind die Spezialisten für gutes Hören. Da muss es doch möglich sein, ihn zu integrieren.«

Mittlerweile sitzt Jonas in der Werkstatt und erklärt vor laufender Kamera, wie er Ohrpassstücke reinigt und Hörtechnik prüft. Wie er Hörgeräte auch mit dem CI abhören kann, hat er von seinem Kollegen Herrn Kilias gelernt, der krankheitsbedingt heute leider ausfällt. »Herr Kilias trägt selbst ein CI«, berichtet Jonas. »Und er hat eine Lösung mit externem Mikrofon ausgetüftelt.« Ein schmaler Schlauch dient als Schallkanal vom Hörgerät zum Mikrofon, und das streamt direkt in die Soundprozessoren. »1, 2, 3, Test. Wasserschüssel«, spricht Jonas vor sich hin: »Damit prüft man, wie tiefe und hohe Töne oder Zisch-Laute klingen.«

Dann noch eine Kundin, die Jonas vor der Kamera beraten soll: Birgit Tiltack ist gekommen. Sie und Jonas kennen sich schon lange. Frau Tiltack ist Lehrerin am Sportgymnasium. Sie hat Jonas in Englisch und Russisch unterrichtet, und sie hat als Integrationslehrerin dafür gesorgt, dass er optimal unterstützt wurde. Dass Jonas seine Ausbildung ausgerechnet in Frau Tiltacks angestammten Hörakustik-Fachgeschäft macht, ist ein Zufall: »Ich hatte ihm vorher schon gesagt, dass wir uns hier wohl öfter treffen werden«, erzählt Frau Tiltack nach dem Dreh. »Seine Arbeit macht Jonas sehr gut. Er hat mich prima beraten.«

Jonas‘ Vater: »Für uns war das damals schon ein Schock.«

Nach den Aufnahmen im Geschäft sieht der Drehplan eine knappe Stunde vor, um zur Wohnung von Familie Enzmann in Leipzig-Eutritzsch zu fahren. Jonas Eltern erwarten uns. Und während Jonas in seinem Zimmer beim Computer spielen gefilmt wird, stimmt Redakteurin Carolin Hillner mit ihnen die nächsten Szenen ab: die Familie im Gespräch beim Abendessen; danach sollen alle alte Fotos ansehen.

Schon seltsam, Jonas und seinen Eltern beim Abendbrot zuzuschauen, während sie von einem Kamerateam umstellt sind und alles gefilmt wird. Zwischen Butterbrot und Tomaten unterhalten sich die drei über Jonas Fechttraining – so, wie es die Redakteurin möchte. Und beim Blättern in den Fotoalben gibt es wieder Fragen.

Wie ist damals aufgefallen, dass Jonas schlecht hört? »Anfangs überhaupt nicht«, erzählt Jonas Mutter Sandra Enzmann in die Kamera. »Er hat sich altersgerecht entwickelt. Auch beim Hörtest beim Kinderarzt schien alles normal. Der nahm ein Glöckchen und Jonas drehte den Kopf … Die erste, der etwas auffiel, war Jonas Patentante. Sie hat viel mit Gehörlosen zu tun. Als Jonas sieben Monate war, feierten wir seine Taufe. In der Kirche war es still, doch plötzlich setzte die Orgel ein und alle erschraken. Nur Jonas nicht. Die Tante hatte einen ersten Verdacht, der sich dann bestätigte.«

»Für uns war es schon ein Schock«, erinnert sich Titus Enzmann. Auch Hörgeräte hätten seinem Sohn nicht helfen können. »Aber wir hatten großes Glück. Eine Oberärztin am Uni-Klinikum in Leipzig war sehr ehrlich zu uns. Sie hat uns erstmals vom Cochlea-Implantat erzählt. In Leipzig war die Versorgung von Jonas damals noch nicht möglich, dafür jedoch bei Professor Begall in Halberstadt.«

Jonas Enzmann: »Auf jeden Fall bin ich meinen Eltern dankbar.«

Sein erstes CI erhielt Jonas 2002 im Alter von 15 Monaten. Die Entscheidung für die OP sei ihnen schwergefallen, erzählen seine Eltern: »Wir hatten online recherchiert und neben positiven Aussagen zum CI auch sehr kritische Stimmen gefunden. Wir waren hin und hergerissen. Wir waren sehr junge Eltern. Jonas war unser erstes Kind, und dann eine Operation am Kopf … Aber wir wollten, dass er sich normal entwickeln kann. Wir sahen keine andere Option.« 

Die Entscheidung für das CI hätten sie nie bereut, sagen beide: »Jonas kam in einen Schwerhörigen-Kindergarten. Aber er hörte so gut, dass er bald in einen Kindergarten mit hörenden Kindern wechseln, später die Regelgrundschule und das Sportgymnasium besuchen konnte.«

Fotos werden aussortiert, die im TV-Beitrag eingeblendet werden sollen: Jonas mit riesigem Kopfverband nach der ersten OP, Professor Begall aus Halberstadt, der kleine Jonas und seine Mutter in Käferkostümen bei einer Aufführung im Cochlear-Implant-Rehazentrum (CIR).

»Es ist aufregend, das alles von meinen Eltern zu hören«, meint Jonas auf Nachfrage der Redakteurin. »Ich bin ihnen auf jeden Fall dankbar, dass sie sich damals so entschieden haben. So konnte ich meinen Weg gehen. Ohne das CI hätte ich nur Gebärdensprache lernen und die Gehörlosenschule besuchen können. Mir das vorzustellen, fällt schwer.« 

An die Reha-Aufenthalte in Halberstadt kann sich Jonas kaum erinnern. Aber er erinnert sich an die CI-OP auf dem anderen Ohr: »Da war ich sechs und konnte Richtungshören lernen. Das wurde mit einer Fahrradklingel geübt. Ich musste zeigen, woher das Klingeln kommt. Richtungshören hat mir geholfen, im Alltag besser zurechtzukommen.«

»Manche Kunden sind erstaunt, dass ich hörgeschädigt bin.«

Der zweite Drehtag beginnt am späten Vormittag. Wir treffen uns vor der Fechthalle unweit der Red Bull Arena. Doch in die Halle geht’s erst am Abend. Jetzt stehen die Außenaufnahmen an: Jonas beim Verlassen der Halle, beim Einsteigen in eine Straßenbahn, beim Einkauf mit Atemmaske in der Bäckerei …

Zwischendurch erzählt er von der Ausbildung. Mit seiner Ausbilderin Frau Sattler ist Jonas sehr zufrieden. Ein großes Glück sei außerdem Herr Kilias, sein erfahrener Kollege mit CI. Nur mit dem Unterricht in der Lübecker Akademie sei es durch Corona schwierig: »Als ich zum ersten Mal dort war, hatten wir zwei Wochen Präsenzunterricht. Dann gab es lange nur noch Home-Schooling.«

Dadurch fehlten die sozialen Kontakte. »In einer kleineren Gruppe treffen wir uns immer mal online, um uns auszutauschen.«  Jonas erzählt, dass in seiner Klasse ausschließlich Azubis von KIND sind. »Und in Lübeck gibt es eine Dozentin, die ebenfalls zwei CI trägt. Mit ihr habe ich mich auch schon ausgetauscht.«

Im Fachgeschäft laufe es gut, erzählt Jonas: »Manche Kunden sind ganz erstaunt, dass ich tatsächlich hörgeschädigt bin. Einige denken erst, meine CI wären nur so eine Art Werbe-Attrappe – wie bei Optikern, wo alle Verkäufer Brille tragen. Wie es nach meiner Ausbildung weitergeht, weiß ich noch nicht genau. Erst einmal möchte ich die Gesellenprüfung bestehen, danach vielleicht den Meister machen.«

Und das Fechten? Das sei durch Corona ebenfalls schwierig: »Ich trainiere, so oft es geht. Vorrang hat jetzt jedoch die Ausbildung. Die will ich auf keinen Fall vernachlässigen. Deshalb fahre ich derzeit nicht zu Turnieren. Aber ich hoffe schon, wieder mehr Zeit für den Sport zu finden.«

»Mein Auftreten beim Fechten ist selbstbewusst, weil ich weiß, was ich kann«

Nachmittags sind wir nochmals bei Familie Enzmann. Toninterviews. Der TV-Beitrag hat keinen Moderator. Jonas allein wird erzählen, und er muss deshalb erneut Fragen beantworten. »Wie bist du eigentlich zum Fechten gekommen?«, will die Redakteurin wissen. »In der Grundschule suchten wir nach einer Sportart für mich. Ballsportarten schienen meinen Eltern wegen der CI zu gefährlich. So kamen wir zum Fechten. Es hat mir sofort gefallen. Und durch die Maske sind die CI gut geschützt.«

Ohne Cochlea-Implantat könnte Jonas seinen Sport nicht betreiben: »Im Turnier muss ich den Kampfrichter und die Tonsignale der Anlage hören. Sobald die Degenspitze den Gegner berührt, wird ein Signal ausgelöst. Ebenso wichtig ist, die Anweisungen des Trainers zu hören.« Nur im Training hat Jonas schon versucht, ohne die CI zu fechten: »Das war ein interessantes Gefühl. Man konzentriert sich viel stärker auf das Sehen, nimmt die Berührungen der Klingen noch deutlicher wahr. Aber im Wettkampf hätte ich so keine Chance.«

Und wie hörst du? Was bedeutet dir das Fechten? Mit welchem Gefühl gehst du in ein Gefecht? Wie geht es dir, wenn du gewonnen hast? Die Liste der Fragen, die Carolin Hillner vorbereitet hat, ist lang, und das Antworten fällt Jonas nicht immer leicht. Wie er hört, kann er nicht erklären, weil er nicht weiß, wie andere hören. Und was bedeutet ihm der Sport, den er so lange betreibt, dass er sich das Leben ohne ihn gar nicht vorstellen kann? »Dann sag genau das«, meint die Redakteurin und stellt die Frage nochmal.

Jonas wiederholt geduldig seine Antwort. Und weil die Katze der Familie dazwischen maunzt, muss sie jetzt in den Nebenraum. »Mein Auftreten beim Fechten ist sehr selbstbewusst, weil ich weiß, was ich kann«, erklärt Jonas. »Es ist wichtig, sich zu konzentrieren und ruhig zu bleiben. Wenn ich gewonnen habe, ist da erstmal eine Befreiung. Es fühlt sich gut an. Doch große Freudenausbrüche sind eher nicht mein Ding.«

Nein, entgegnet Jonas auf die nächste Frage, er sei noch nie wegen seiner CI unsportlich behandelt worden: »Manchmal fragt jemand, was ich da habe. Die anderen sind überrascht, wie gut ich mit den CI hören kann. Dann vergessen sie das und es fällt ihnen erst wieder ein, wenn ich mal nicht verstehe.«

Dann erzählt Jonas von Computerspielen, von Treffen mit Freunden und der Musik, die er mag. Und er zählt bereitwillig seine größten Erfolge auf: Sachsen- und Mitteldeutscher Meister, zweimal Gold, Silber und Bronze bei den Deutschen Meisterschaften, Starts bei Weltcups. Nein, er habe nicht das Gefühl, dass ihn seine Hörfähigkeit beim Sport behindere, erklärt Jonas der Redakteurin: »Aber hast du das nicht vorhin schon mal gefragt?« »Mach dir keine Gedanken«, erwidert Carolin Hillner. »Ich frage gerne alles dreimal, damit wir später beim Schnitt genug Auswahl haben.«

Trainer Christian Büttner: »Jonas hat gezeigt, dass er vorne mitfechten kann.«

19 Uhr folgt der letzte Dreh-Termin. Umziehen, Gefechte, Interviews, steht auf dem Plan. In der Fechthalle sucht das TV-Team die passende Bahn, prüft den Klang des Fußbodens, organisiert das Licht. Nach kurzem Aufwärmen und der Einweisung durch Trainer Christian Büttner stehen sich Jonas und einer seiner Mannschaftskameraden in voller Fechtmontur gegenüber. Der Kampf beginnt. Schnelle Schritte und sich kreuzende Klingen. Kurz unterbrochen nur vom Signalton oder den Kommandos des Trainers. Nicht weniger konzentriert als die Athleten scheint der Kameramann – immer auf der Jagd nach der nächsten, noch besseren Szene.

»Jonas hat in der U20 gezeigt, dass er vorne mitfechten kann«, erklärt Christian Büttner, Landestrainer Sachsen, während Jonas nach dem Übungsgefecht kurz durchatmet. »Er ist ein ruhiger und sehr analytischer Typ. Unglaublich interessant finde ich, dass er einen sehr eigenen Blick auf das Gefecht hat. Er liest es auf seine Art und findet Lösungen für sich, die teilweise sehr kreativ sind. Als Trainer stehst du daneben und staunst, weil du selbst nicht draufgekommen wärest. Er hat wirklich sehr gute Voraussetzungen.«

Jonas Hörschädigung spielt aus Sicht des Trainers kaum eine Rolle: »Es gibt Situationen, in denen wir es merken. Wenn er etwa während des Gefechts nichts hört und etwas mehr Gestik braucht. Aber das gibt es auch bei Fechtern, die gut hören. Ansonsten können wir normal miteinander reden. Da gibt es kaum Unterschiede.«

Nachdem auch die letzte Szene im Kasten ist, hab ich zum Abschied noch eine Frage an die TV-Redakteurin: Wie hat eigentlich sie Jonas Geschichte erlebt? »Ich finde das Thema CI sehr spannend«, antwortet Carolin Hillner. »Hörgeräte kennt man als Laie ja noch, aber Cochlea-Implantate sind schon was Besonderes. Und natürlich ist Jonas Geschichte auch besonders interessant. Weil er ein erfolgreicher Fechter ist. Und weil er das Hören zu seiner Profession macht; also sozusagen auch anderen ermöglichen will, was ihm selbst mit der Technik ermöglicht wurde.«

Der Beitrag »Ich will Gehör« des ZDF-Magazins »einfach Mensch« steht noch bis Februar 2023 in der ZDF-Media:thek: https://www.zdf.de/gesellschaft/einfach-mensch/einfach-mensch-vom-26-februar-2022-100.html