IMPLANTATE. »Cochlear Osia ist auch für Patienten geeignet, denen wir zuvor kaum noch helfen konnten.« Das sagt PD Dr. Anke Leichtle, Oberärztin an der HNO-Universitätsklinik Schleswig-Holstein. Die Erfahrungen, die man bisher mit dem Knochenleitungssystem gesammelt habe, beschreibt Leichtle als »sehr gut«. Und da man mit dem System Hörverluste von bis zu 55 dB SNHL versorgen könne, erweitere sich auch der Indikationsbereich für Lösungen mit Knochenleitung. Zudem sei Osia auch für Patienten mit einer Radikalhöhle geeignet. »Hier hatten wir zuvor weniger Möglichkeiten, um zu helfen«, so Leichtle weiter. So könne man nun auch »eine Reihe von Patienten versorgen«, die bisher nicht für eine Knochenleitungslösung infrage kamen.

Die Vorzüge, die Cochlear Osia mit sich bringe, lägen Anke Leichtle zufolge auf der Hand. »Klare Vorteile sind, dass das Cochlear Osia mehr Power hat, dass es noch flacher sitzt, nicht so tief in den Knochen geht und die Kopfhaut hier komplett geschlossen ist. Da es kein Abutment gibt, ist das Risiko einer Wundheilstörung deutlich geringer. Und die Lösung kommt den ästhetischen Wünschen, die viele Patienten haben, sehr entgegen. Cochlear Osia ist elegant und komfortabel. Der Prozessor sitzt auf einem Magneten und kann jederzeit abgenommen werden – etwa vor dem Duschen oder zum Schwimmen. Nicht zuletzt bietet Cochlear Osia viele Möglichkeiten zur drahtlosen Kopplung mit Mobiltelefon und anderen Geräten.«
Erstmals implantiert wurde das System in Deutschland und Europa etwa vor einem Jahr. Laut Cochlear ist Osia das »erste osseointegrierte Steady-State-Implantat (OSI) und eine wegweisende Lösung für Menschen mit Schallleitungs-Schwerhörigkeit, kombiniertem Hörverlust oder einseitiger sensorineuraler Taubheit (SSD)«, wie es in einer von Cochlear verbreiteten Pressemitteilung heißt. Das System biete ein hohes Maß an Verstärkung sowie »signifikant mehr Lebensqualität« im Vergleich zu implantatlosen Versorgungen. So zähle Osia inzwischen auch in einer Reihe renommierter deutscher Kliniken zum etablierten Behandlungsspektrum.