IMPLANTATE. Demant plant, Oticon Medical an Cochlear zu verkaufen. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Dänen mit den Australiern bereits ausgehandelt. Der Preis für die Transaktion soll bei 850 Millionen Dänischen Kronen liegen, das entspricht etwa 110,5 Millionen Euro. Die lebenslange Betreuung bisher mit Implantaten von Oticon Medical Versorgter soll sichergestellt sein. Mit einem Abschluss der Transaktion rechnet man im zweiten Halbjahr 22. Darüber informierte Demant bereits Ende April.
Zu dem Entschluss, sich von Oticon Medical zu trennen, sei man nach einer Überprüfung der strategischen Optionen für den Geschäftsbereich gekommen. Gestartet war Oticon Medical 2007, seitdem habe Demant »erheblich in implantierbare Lösungen für die Behandlung von Hörverlusten investiert« und die Mitarbeitenden hätten »unermüdlich daran gearbeitet, Tausenden von Patienten branchenführende Technologien zur Verfügung zu stellen und dabei viele wichtige Meilensteine erreicht«, heißt es in einer hierzu von Demant herausgegebenen Pressemitteilung. Trotz allem kam man in Kopenhagen zu dem Schluss, dass »nicht die Aussicht besteht, innerhalb eines angemessenen Zeitraums und ohne unverhältnismäßig hohe Investitionen sowie eine erhebliche Verwässerung der Rentabilität der Gruppe ein weltweit führender Anbieter von Hörimplantaten zu werden«, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Daher ziehe man es nun vor, seine »Bemühungen im Bereich der Hörimplantate einzustellen«. Die Implantat-Sparte an Cochlear zu verkaufen, sei da »im besten Interesse sowohl der Patienten als auch des Unternehmens«. So habe sich die Cochlear Ltd. auch verpflichtet, die bestehenden Patienten von Oticon Medical jetzt und in Zukunft zu betreuen.
»Die Überwindung des Hörverlustes – und das Leben mit der Implantat-Technologie, um diesen zu lindern – ist eine lebenslange Reise, und wir glauben, dass es das Beste für unsere Patienten ist, diese Reise mit Cochlear fortzusetzen. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um sicherzustellen, dass die Auswirkungen der beabsichtigten Veräußerung für Kunden und Patienten sowie für die Mitarbeiter von Oticon Medical, die die Erwartungen übertroffen haben und zu den klügsten Köpfen der Branche gehören, so gering wie möglich sein werden«, sagt Søren Nielsen, Präsident und CEO von Demant, und fährt fort:
»Demant wird sich weiterhin voll und ganz der Hörversorgung und der Audiotechnologie widmen. Wir werden weiterwachsen und in den Bereichen Hörgeräte, Hörgeräteversorgung und Diagnostik expandieren, da wir in einer einzigartigen Position sind, Kunden vom ersten Screening an über die Erstanpassung bis hin zur fortlaufenden individuellen Betreuung zu betreuen, und das starke Wachstumspotenzial im Bereich Kommunikation mit unserer Marke EPOS nutzen zu können.«
Dig Howitt, CEO und Präsident von Cochlear, fügt hinzu: »Wir freuen uns darauf, den gesamten Kundenstamm von Oticon Medical und Patienten in der Cochlear-Familie willkommen zu heißen. Angetrieben von unserer Mission, innovativ zu sein und ein lebenslanges Hörergebnis zu liefern, werden wir sicherstellen, dass die Kunden und Patienten von Oticon Medical weiterhin ein Leben lang mit Hörlösungen unterstützt werden. Wir werden eng mit Demant zusammenarbeiten, um einen nahtlosen Übergang des Geschäfts zu Cochlear zu gewährleisten, damit Kunden und Patienten auch in den kommenden Jahren Zugang zur aktuellen Technologie von Oticon Medical haben.
Wir werden Hörprozessoren und Dienstleistungen der nächsten Generation entwickeln, die es den Kunden ermöglichen, im Laufe der Zeit auf die Technologieplattform von Cochlear umzusteigen und von ihr zu profitieren. Die Übernahme von Oticon Medical verschafft uns eine größere Reichweite und ermöglicht es uns, unsere Investitionen in F&E und Marktwachstum zu erhöhen.«