TINNITUS. In der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature – Scientific Reports wurden jüngst die Ergebnisse der zweiten, großangelegten klinischen Studie zur Behandlung von Tinnitus mit Lenire von Neuromod veröffentlicht. Demnach zeige die Therapie »größere Linderung der Symptome« bei Betroffenen. Das meldete das irische Medizintechnikunternehmen Neuromod Ende Juni.
Es ist die bereits zweite großangelegte klinische Studie, in der die Wirksamkeit und die klinische Relevanz von Lenire untersucht wurde. Die Ergebnisse der ersten Studie waren bereits 2020 in der Fachzeitschrift Science – Translational Medicine veröffentlicht worden. Mit den nun veröffentlichten Ergebnissen der zweiten Studie unterstreiche man »die Wirksamkeit und klinische Relevanz von Lenire in der Behandlung von chronisch subjektivem Tinnitus«, heißt es in der hierzu herausgegebenen Pressemitteilung.
Für die Studie wurden die Teilnehmenden, ähnlich wie für die erste, angewiesen, Lenire täglich für 60 Minuten über einen Zeitraum von 12 Wochen anzuwenden. Nach den ersten sechs Wochen waren für die Teilnehmenden an der TENT-A2-Studie der zeitliche Zusammenhang zwischen akustischem Stimulus und elektrischem Stimulus an der Zunge für die verbleibenden sechs Wochen verändert worden. In der vorangegangenen TENT-A1-Studie hatte man die Einstellungen noch unverändert belassen. Im Ergebnis habe dies bedeutet, dass die Veränderung der Stimulationseinstellung bei »therapietreuen Studienteilnehmern zu einer größeren durchschnittlichen Linderung ihrer Tinnitus-Symptome gegenüber der ersten Studie« geführt habe. Durchgeführt worden war die Studie in der klinischen Forschungseinrichtung Wellcome Trust-HRB am St. James’s Hospital im irischen Dublin.

Während der Studie seien überdies keine behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse gemeldet worden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Zudem habe man ein »hohes Maß an Einhaltung der Behandlungsvorgaben« verzeichnen können. So berichteten 91 Prozent der Teilnehmenden im Anschluss von einer Linderung ihrer Tinnitus-Symptome, die auch 12 Monate nach der Behandlung angehalten hätten. Knapp 88 Prozent hätten außerdem angegeben, dass sie die Behandlung weiterempfehlen würden.
»Wir freuen uns über die Veröffentlichung der positiven Ergebnisse der klinischen Studie TENT-A2 und dass diese eine noch größere Linderung der Tinnitus-Symptome durch die Behandlung mit Lenire zeigen. Im Bereich Tinnitus besteht weltweit nach wie vor eine der größten Versorgungslücken. Daher sind wir besonders stolz darauf, dass Neuromod bei der Entwicklung der bimodalen Neuromodulation zur Behandlung von chronischem Tinnitus hier eine Vorreiterrolle spielt. Die Veröffentlichung von zwei großangelegten klinischen Studien in international anerkannten Fachzeitschriften mit positiven Ergebnissen für ein Tinnitus-Behandlungsgerät ist ein historischer Meilenstein. Wir sind fest entschlossen, unsere Forschung in diesem Bereich fortzusetzen, um die Behandlungsergebnisse von Patienten weiter verbessern zu können«, kommentiert Dr. Ross O‘Neill, Gründer und Geschäftsführer von Neuromod.
Hubert Lim, Chief Scientific Officer bei Neuromod, ergänzte: »Ich bin stolz darauf, dass unser Unternehmen auf unseren früheren Forschungsergebnissen aufbauen konnte, und im Vergleich zu unserer vorherigen Studie durch eine Anpassung des Behandlungsplans sogar noch größere Verbesserungen der Tinnitus-Symptome erzielt werden konnte.«