IMPLANTATE. CI-Nutzerinnen und -Nutzer mit Implantaten von Cochlear können jetzt auch in den eigenen vier Wänden oder an anderen Orten ihrer Wahl den Service ihrer Audiologin oder ihres Hörakustikers in Anspruch nehmen. Möglich macht das der jüngst eingeführte Cochlear Remote Assist, mit dem der CI-Hersteller die Möglichkeiten der teleaudiologischen Betreuung erweitert. Dank des neuen Angebots lassen sich kompatible Cochlear Nucleus oder Kanso Soundprozessoren durch Audiologen und entsprechende Hörakustikerinnen und -akustiker nun auch aus der Ferne in ihren Einstellungen optimieren. Darüber informierte Cochlear Ende Januar. »Mit Cochlear Remote Assist sowie mit dem bereits eingeführten Cochlear Remote Check eröffnet Cochlear neue, zusätzliche Wege für eine qualitativ hochwertige Patientenbetreuung nach individuellem Zuschnitt sowie für die zuverlässige und effiziente CI-Nachsorge der Zukunft«, heißt es in der hierzu herausgegebenen Pressemitteilung von Cochlear.
»Mit dem Remote Check war es schon bislang möglich, den eigenen Hörstatus auch aus der Ferne über die Cochlear Nucleus Smart App überprüfen zu lassen. Doch mit der neuen Funktion Remote Assist geht noch deutlich mehr: Via App kann man seinem Hörexperten bei vorab vereinbarten Videotreffs gegenübersitzen, sich beraten und sogar Einstellungen des Soundprozessors optimieren lassen«, so Jenny Adebahr, Marketing-Direktorin bei Cochlear Deutschland.

Um den Service nutzen zu können, benötigt man die Cochlear Nucleus Smart App bzw. die Anpasssoftware Custom Sound Pro. So können sich Patient und Anpasser in einem virtuellen Raum zusammenfinden, das Gespräch wird dabei über den Lautsprecher des Mobilgeräts übertragen, so dass das Hörerlebnis nicht nur »nah am realen Leben« geschaffen wird. Auch können Partner oder Eltern in die Sitzung mit eingebunden werden. Audiologen und Akustiker haben wiederum über die Verbindung die Möglichkeit, Anpassungen am Soundprozessor vorzunehmen. »Anhand der unmittelbaren Rückmeldungen lassen sich MAP-Komfort und Klangqualität sofort optimieren«, heißt es seitens Cochlears weiter. Einstellungen für ForwardFocus und SmartSound lassen sich ebenfalls anpassen. Will man hingegen einzelne Elektroden programmieren, ist weiterhin ein Termin vor Ort nötig.
Infrage kommen die telemedizinischen Angebote laut Cochlear sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Voraussetzung für die Nutzung dieses Services sind zum einen die Zustimmung des CI-Trägers sowie andererseits dessen Fähigkeit, die Funktionen von Remote Care bedienen zu können. Ist dem so, können Audiologen oder Akustiker ihre Patienten im Portal myCochlear für die Nutzung registrieren. Als Nutzerin oder Nutzer Beratung und Unterstützung bei einer Remote Assist Sitzung zu erhalten, ist ebenfalls möglich, ganz gleich, ob man unilateral, bilateral oder bimodal versorgt ist. Geht es um die MAP-Anpassung über den Remote Assist, braucht es allerdings ein Cochlea-Implantat Ci24RE oder neuer.
»(…) Virtuelle Beratung und Support können den Vor-Ort-Termin ergänzen, z.B. um herauszufinden, ob ein neuer Kliniktermin notwendig ist oder das Hören auch aus der Ferne optimiert werden kann. Egal, ob im Urlaub, unterwegs, oder bei eingeschränkter Mobilität auch von zu Hause – Sie bleiben mit Ihrem Audiologen oder Akustiker des Vertrauens in Kontakt. Eine Nachkontrolle nach einem Remote Check, einem Anpasstermin oder einem Soundprozessor-Upgrade sind in dieser Form ebenso denkbar. Und man kann aus der Ferne Einstellungen am Soundprozessor aktivieren bzw. deaktivieren lassen. Das alles sind tolle zusätzliche Optionen. Und angesichts steigender Patientenzahlen verstehen wir diese nicht zuletzt als wichtigen Beitrag zur Absicherung einer hochwertigen, lebenslangen Nachsorge. Zudem belegen Rückmeldungen, dass diese Möglichkeiten den Wünschen vieler Nutzer unserer Lösungen entsprechen«, so Jenny Adebahr abschließend.