EUHA. Die Europäische Union der Hörakustiker e. V. (EUHA) hat ihre Leitlinie »Implantierte Hörsysteme in der Hörakustik« veröffentlicht. Mit der neuen Leitlinie »erhalten Hörakustiker eine praxisnahe Handlungsempfehlung«, heißt es in der hierzu von der EUHA herausgegebenen Pressemitteilung.
Die Veröffentlichung erfolgte nach »mehrmonatiger intensiver Zusammenarbeit« im von der EUHA hierzu einberufenen Expertenkreis »Hörimplantate«.
Ziel der neuen Handlungsempfehlungen ist es, die Rolle der Hörakustikerinnen und -akustiker im Rahmen der Hörimplantatversorgung zu definieren. Hierzu hatte die fachwissenschaftliche Organisation Anfang vergangenen Jahres den Expertenkreis »Hörimplantate« ins Leben gerufen, dem, neben EUHA Vizepräsidentin Eva Keil-Becker als Leiterin, auch die Hörakustikmeister Monika Mayer, Michael Willenberg und Eberhard Aigner sowie die HNO-Ärztin Prof. Dr. Anke Lesinski-Schiedat angehören.
»Wir wünschen uns für alle Betroffenen eine Hörimplantatversorgung von gleichbleibend hoher Qualität«, begründet Eva Keil-Becker das Engagement. »Meine Kollegen in den Hörakustikfachgeschäften haben daran einen großen Anteil. Für die meisten Menschen mit einem Hörverlust sind sie, neben den Hals-Nasen-Ohren-Ärzten, die wichtigsten Ansprechpartner.«
Der neuen Leitlinie folgend orientieren sich die Leistungen des Hörakustikers an den möglichen Qualitfikationslevels zum Thema Hörimplantate. Gemäß der Leitlinie sind Akustiker ohne Zusatzqualifikationen im Bereich der Implantatversorgungen »vor allen Dingen beratend tätig«, heißt es seitens der EUHA. Akustiker mit entsprechender Weiterbildung und Hörimplantatservice können hingegen Leistungen wie die intensive Begleitung der Implantation aber auch Wartungen und Reparaturen übernehmen. Wer eine Fortbildung zum Hörimplantatspezialisten bzw. zum CI-Akustiker abgeschlossen hat, kann darüber hinaus auch die Langzeitnachsorge durchführen. Des Weiteren erachtet die Leitlinie die Bereitschaft zu einer engen Zusammenarbeit mit den anderen Disziplinen, die an einer solchen Versorgung beteiligt sind, von »entscheidender Bedeutung«. Das werde auch in der Präembel der Leitlinie betont.
»Für mich wäre es schon wichtig, wenn Hörakustiker alle Kundenkenndaten richtig aufnehmen und interpretieren, sodann die Fälle erkennen, bei denen alternative Versorgungsmöglichkeiten angezeigt sind und auch darüber Auskunft geben“, fasst Eva Keil-Becker zusammen.
Die EUHA veröffentlicht als fachwissenschaftliche Organisation der Branche bekanntlich regelmäßig Leitlinien sowohl für ihre Mitglieder als auch für alle interessierten Akustiker. Kostenfrei heruntergeladen werden können die Leitlinien hier: www.euha.org/leitlinien