DIGITALES MAGAZIN
028 | November 2023
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Oticon integriert ACT-Hördiagnosetest in Genie 2

SCHNELLER ZUM ZIEL

HERSTELLER. Als erster Hersteller hat Oticon den neuen Hördiagnosetest ACT (Audible Contrast Threshold) in seine Anpasssoftware integriert. ACT ist bekanntlich von der ebenso zur Demant Gruppe gehörenden Interacoustics Research Unit (IRU) entwickelt worden. »Mit diesem Schritt unterstreicht Oticon sein Engagement, Hörakustiker dabei zu unterstützen, individuellere und effektivere Hörsystemanpassungen durchzuführen und somit bessere Ergebnisse für die Nutzer von Hörsystemen zu erzielen«, heißt es in der hierzu verbreiteten Pressemitteilung. 

Entwickelt wurde ACT, um das Verstehen von Sprache bei Hintergrundlärm noch weiter zu verbessern. So gehe der ACT-Diagnosetest »über das traditionelle Audiogramm hinaus, das sich seit mehr als 100 Jahren nicht weiterentwickelt hat«. Der Test sei also eine »bahnbrechende Neuerung auf dem Gebiet der Audiologie«, denn er soll es ermöglichen, objektiv quantifizieren zu können, wie groß das Problem des Verstehens von Sprache im Lärm für jede einzelne Person ist, ob mit oder ohne messbaren Hörverlust. Gleichzeitig soll der ACT-Test einfach und schnell durchführbar sein. Er basiert auf »umfangreicher Evidenz bei der Diagnose von Hörminderung, die sich über herkömmliche Hörtests nicht zeigen«, heißt es in der Pressemitteilung weiter. So könne man mit ACT auch dem sogenannten Hidden Hearing Loss begegnen.

Insofern bekäme man mit der Einführung von ACT nun Informationen, um »schnell und einfach eine individuellere Lösung für Menschen mit Hörminderungen anzubieten und ein Hörsystem gleich beim ersten Mal optimal anpassen« zu können. Durch die automatisierte Integration (opt.) der Ergebnisse aus der Diagnostik berechnet die Oticon-Anpass-Software Genie 2 direkt den optimalen Bedarf von Kunden zur Hörunterstützung im Lärm. Die Software generiert automatisch personalisierte Einstellungen für die Hörunterstützung bei Lärm, indem sie auf Basis des ACT-Wertes einer Person die richtige Dosis an ›Kontrast/Unterstützung‹ bereitstellt, um Sprache besser von Lärm zu trennen. Dieses Konzept ermöglicht es Hörakustikern, die fortschrittlichen Funktionen der Oticon-Hörsysteme auf effektivste Art und Weise zu nutzen. Thomas Behrens, Vice President of Audiology von Oticon, kommentiert: »Bei Oticon haben wir jahrzehntelange Forschung im Bereich BrainHearing betrieben und die erheblichen Anstrengungen nachgewiesen, die Hörsystemträger unternehmen müssen, um Sprache in komplexen Lärmumgebungen wie z. B. in Cafés zu verstehen. Ein Hörsystem sollte seinen Träger dabei unterstützen, diese große Herausforderung optimal zu meistern. Mit einer ACT-Analyse können die Hörakustiker sicherstellen, dass unsere hochentwickelten Hörsysteme diese Aufgabe bestmöglich erfüllen. Mit dem neuen ACT-Diagnosetest gehen wir neue Wege in der Hörunterstützung, um die Vorteile eines Hörsystems für unsere Kunden von der ersten Anpassung an zu verbessern. ACT definiert völlig neu, wie wir einen Hörverlust kompensieren können, und wir sind stolz darauf, das erste Unternehmen zu sein, das diese Technologie einführt und maßgeblich dazu beiträgt, sie zu einem neuen Branchenstandard zu machen.«