DIGITALES MAGAZIN
028 | November 2023
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Tour De EUHA – Die Kongresseröffnung

Von Dennis Kraus / Fotos: EUHA/Foto Rechtnitz

Tour De EUHA – Die Kongresseröffnung

In diesem Jahr fand die Kongresseröffnung nicht wie gewohnt im großen Auditorium statt, sondern kurz und knackig auf einer Bühne auf der Industrieausstellung. Das Wissenssymposium sowie die Verleihung der EUHA-Förderpreise und des FDHA-Preises hat man indes von der Kongresseröffnung abgekoppelt, um dem allem mehr Raum zu geben.

Die Menschenmenge, die sich am Mittwochmorgen um viertel nach neun vor der kleinen Bühne am Eingang zur Messehalle 3A versammelt, ist durchaus beachtlich. An die Einhundert Personen, darunter viele bekannte Branchenpersönlichkeiten, blicken in Richtung Beate Gromke, René Bürgin, Torben Lindø, Professor Dr. Wolfram Scheurlen und Herdis Menhardt. Die Fünf haben sich auf die Bühne gestellt, um den Kongress mit einem kurzen Prozedere zu eröffnen, so dass die Industrieausstellung und der Kongress am Mittwochvormittag keine große Unterbrechung bzw. Verzögerung erfahren.

 »Sie werden sich wundern«, setzt EUHA-Präsidentin Beate Gromke an. »Wir sind zum ersten Mal hier auf der Industrieausstellung und eröffnen den Kongress mit den Fachvorträgen und die Industrieausstellung gemeinsam.« Die Verlegung der Kongresseröffnung aus dem Auditorium auf der Industrieausstellung darf also auch als demonstrativer Schulterschluss der Europäischen Union der Hörakustiker e. V. und dem Bundesverband der Hörsysteme-Industrie e. V. aufgefasst werden. Es ist aber nicht der einzige Schulterschluss, den man während der knapp 30minütigen Eröffnung feststellen kann. Denn erstmals in diesem Jahr hat das weltweit größte Branchenevent der Hörakustik mit der Schweiz ein Partnerland. Die Idee, sagt Beate Gromke, habe man schon länger gehabt, in diesem Jahr setzt man sie erstmals um. Insofern wundert es auch nicht, dass neben der EUHA-Präsidentin und dem BVHI-Vorstand Torben Lindø René Bürgin steht, Präsident des Schweizerischen Fachverbandes der Hörgeräteakustik AKUSTIKA, einem der beiden Hörakustik-Fachverbände des Landes. Die Schweiz habe man dann auch in verschiedene Programmpunkte des Kongresses eingebaut und überdies viel Unterstützung vom Partnerverband erfahren, so Beate Gromke weiter. Zudem möchte man mit der Partnerschaft dem E der EUHA etwas mehr Gewicht geben. Des Weiteren stehen Professor Dr. Wolfram Scheurlen als Repräsentant der Stadt Nürnberg und Herdis Menhardt, Apropos Europa, als Repräsentantin des Verbands der Hörakustiker Österreichs auf der Bühne.

Die nächsten drei Tage im NCC sowie in den Messehallen 4 und 3A vergleicht die EUHA-Präsidentin, das Partnerland würdigend, mit der Tour de Swiss – nur dass man hier in Nürnberg nicht 1.300 Kilometer über acht Etappen Fahrradfahren müsse. Nein. Die Etappen sind fußläufig zu schaffen. Die erste habe man gewissermaßen schon erreicht: die Industrieausstellung mit ihren 130 ausstellenden Unternehmen aus insgesamt 17 Ländern. Die zweite Etappe befindet sich im Congress Centrum. Hier wird das Wissenssymposium den Auftakt des drei Tage währenden Vortragsprogrammes geben. Das fachwissenschaftliche Vortragsprogramm steht dann auch für Etappe Nummer 3. Als vierte Etappe nennt Beate Gromke die fünf anberaumten Tutorials am Donnerstag und Freitag. Die fünfte Etappe stellt wiederum der in diesem Jahr erstmals gebotene Round Table dar, bei dem man europäische Perspektiven zur Zukunft des besseren Hörens aus der Sicht der Schweiz und aus der Sicht Belgiens erörtern werde. »Da wollen wir über den Tellerrand blicken, um mal zu schauen, wo wir uns vielleicht etwas abgucken können«, so Gromke. Die sechste Etappe ist der Kongresstreff am Donnerstagabend, die siebte markiert wiederum der Future Friday, den man in diesem Jahr noch stärker auch den Azubis und dem potenziellen Nachwuchs widmen werde. Und Etappe Nummer acht ist schließlich die neu aufgesetzte EUHA-App. Die bietet sämtliche Informationen rund um den Kongress sowie die Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzen. Im Anschluss begrüßt Beate Gromke noch einige internationale Gäste, dann übergibt sie das Mikrofon an Torben Lindø. 

»Ich freue mich, sagen zu können, dass es Jahr für Jahr größer und größer, besser und besser wird«, eröffnet Lindø, der hier als Repräsentant des für die Industrieausstellung verantwortlich zeichnenden BVHI steht. Schon im Juli, so Lindø, habe man die auf 15.000 m2 anberaumte Ausstellungsfläche restlos vermieten können. Die Nachfrage ist also groß gewesen. Dass dies der 67. Internationale Hörakustiker-Kongress ist, animiert ihn außerdem zu einem kleinen Scherz. »Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber bei mir hört sich 67 so ein bisschen wie Rente an«, schmunzelt er. »Aber wir gehen nicht in Rente, ganz im Gegenteil.« 

Auch René Bürgin richtet zur Eröffnung ein paar Worte an das Publikum, und wie. Der AKUSTIKA-Präsident lässt es sich, ganz Schweizer, nicht nehmen, die Anwesenden in gleich vier Sprachen zu begrüßen, nämlich auf Schwyzer Dütsch, Französisch, Italienisch und Hochdeutsch. »Das sind die vier Landessprachen der Schweiz« lacht er. »Ich hoffe, Sie haben alle verstanden.« Falls nicht, legt er eine weitere Begrüßung auf Englisch nach. Englisch ist wegen der vier Sprachen in der Schweiz eine ebenso verbreitete Sprache, schließlich spreche in dem kleinen Land nicht jeder die Sprache des anderen, schmunzelt Bürgin. »Das hier ist eine unserer ersten gemeinsamen Aktionen«, sagt er dann mit Blick auf die Partnerschaft von AKUSTIKA und EUHA. »Und ich freue mich riesig darüber. Wir haben alle dasselbe Ziel. Wir möchten alle, dass die Hörgeräteakustik auf sehr hohem Niveau mit sehr guter Qualität ausgeführt wird.« 

Zum Abschluss des Eröffnungsprozederes überbringt schließlich Professor. Dr. Wolfram Scheurlen die Willkommensgrüße des Nürnberger Oberbürgermeisters Marcus König. Als Hörsystemnutzer ist Scheurlen zudem auch selbst ein Stück weit im Thema und werde »mit großem Interesse die Industrieausstellung anschauen«. Aus seiner beruflichen Erfahrung, Scheurlen ist Kinder-Onkologe, kennt er die Bedeutung des Berufsstandes der Hörakustiker ebenso. Des Öftern habe er gesehen, wie Kinder aufgrund von Therapien einen Hörverlust erlitten. »Und Sie ermöglichen den Kindern, wieder am Leben teilhaben zu können. Die Verantwortung und vor allem der Sinn dessen, was Sie tun, ist also immens. Ich wünsche Ihnen deshalb viel Erfolg!« Damit ist der 67. Internationale Hörakustiker-Kongress eröffnet.