HERSTELLER. Am 6. März dieses Jahres hat er die 40-Jahre-Marke geknackt. Ob er am 6. März 1984 damit gerechnet hat, vier Jahrzehnte für Oticon tätig zu sein, muss vorerst das Geheimnis von Horst Warncke bleiben. Fest steht jedoch: In diesen vier Jahrzehnten hat er »viele technologische und unternehmerische Meilensteine bei Oticon« erlebt und darüber hinaus »mit seiner Arbeit maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens« beigetragen. Das geht nicht nur aus einer Ende April versendeten Pressemitteilung von Oticon Deutschland hervor. Auch viele Wegbegleiterinnen und -begleiter sowie und Brancheninsider werden das bestätigen können. Insofern liegt es auf der Hand, dass man bei Oticon in Richtung Horst Warncke »Danke für den gemeinsamen Weg« sagt.
Zu der deutschen Oticon Niederlassung in Hamburg geführt hat den studierten Medizintechniker eine Initiativbewerbung. Als Horst Warncke schließlich seine Arbeit aufnimmt, zählt das Unternehmen gerade mal 18 Mitarbeitende. Zum Vergleich: Heute sind es 120.
Als prägend wird seitens Oticon ein Besuch von Warncke im firmeneigenen Forschungszentrum Eriksholm angeführt. So habe er »schon damals geahnt, dass hier großartige Entwicklungen in der Pipeline stecken«. Gleichzeitig hat es Oticon zu der Zeit am Markt aber noch schwer. Die damaligen Trends – kleine Bauformen, Fernbedienung, digital programmierbar – bedienen die Dänen nämlich eher weniger. Der Grund: Audiologisch möchte man keine Kompromisse machen. Erst 1991 kann Oticon mit Multifocus, dem ersten eigenen vollautomatischen Hörgerät in »akzeptabler Größe«, aufholen. Darüber hinaus führte der damalige CEO Lars Kolind eine neue Firmenstruktur ein, die sogenannte »Spaghetti«-Organisation, über die sogar die »Tagessschau« berichtete. Gemeint ist damit übrigens eine »extrem flexible Struktur, in der die Interaktion, Zusammenarbeit und Konnektivität von Menschen, Kunden, Lieferanten und Ideen im Mittelpunkt stehen«, wie es in der Pressemitteilung heißt. Als entscheidendes Merkmal wird hier der Punkt angeführt, dass jede Person, die eine gute Idee hat, ein Team zusammenstellen und als Projektleiter fungieren kann. Damit erhoffte man sich in Kopenhagen »einen Durchbruch bei Kreativität und Innovation«.
Auch Horst Warncke habe diese »Spaghetti«-Philosophie mit Leben gefüllt, gilt er bei Oticon doch als »Mr. Eigeninitiative«. So hat er bereits in den 1980ern Roadshows für Oticon auf die Beine gestellt, bei denen auch schon mit Messtechnik live die Qualität der Geräte herausgestellt wurde. Als seine »wahre Bestimmung« gilt allerdings der Kontakt mit Hörakustikerinnen und -akustikern. Vor denen schwärmt er dann auch gerne mal bildhaft von den aktuellen Innovationen seines Arbeitgebers. Ebenso gerngesehen ist Warncke als Referent. Ob auf Events, bei Seminaren oder Workshops – sein Wissen, seine Expertise und seine Unterhalterqualitäten sind vielerorts gern gesehen. Da wundert es dann auch nicht, wenn er davon berichtet, in einem Jahr schon mal 300 Workshops gegeben zu haben. Die Zahl seiner »Live-Auftritte« insgesamt schätzt er auf rund 4.000, was ihm dann auch den Beinamen »Reise-Audiologe« einbrachte. Über all das hinaus engagiert sich Dipl.-Ing. Horst Warncke als Vorsitzender des Beirates der Deutschen Gesellschaft für Audiologie.
Für seinen Weg blickt der Jubilar dankbar zurück. »Die vergangenen 40 Jahre waren für mich so viel mehr als nur Arbeit – und deshalb danke ich von ganzem Herzen Oticon, das mir immer wieder Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung gegeben hat; ich danke den vielen Kund:innen, die unseren Produkten vertrauen – und ganz besonders natürlich all meinen lieben Kolleg:innen, die mich über die lange Zeit auf so vielfältige Weise unterstützt haben«, sagt Warncke. Den Dank gibt Torben Lindø, Geschäftsführer der Oticon GmbH, an seinen in der Branche deutschlandweit bekannten Kollegen gern zurück. »Wir können uns sehr glücklich schätzen, jemanden wie Horst Warncke bei uns im Team zu haben. Über vier Jahrzehnte hat er Oticon mit ungebrochener Leidenschaft vertreten. Seine herausragende Fachkenntnis sowie seine Offenheit und Neugierde, was neue Entwicklungen angeht, sind weiterhin Tag für Tag ein vitales Vorbild für unsere Mitarbeiter:innen«, so Lindø.