FORTBILDUNG. »Ein Werkzeugkasten mit spannenden Tools« – unter diesem Motto bewerben die Europäische Union der Hörakustiker (EUHA) und die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) den Audiotherapiekurs, der vom 7. bis 16. August an der Akademie für Hörakustik (afh) stattfindet. Adressiert werden mit dem Angebot Meisterinnen und Meister sowie Gesellinnen und Gesellen mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung.
»Audiotherapie eröffnet dem Kunden den Zugang zum eigenen Hörvermögen und zu seiner neuen Hörsituation. Durch verschiedene Methoden aus den Bereichen Medizin, Audiologie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Hörakustik und Selbsthilfe kann gezielt darauf hingearbeitet werden, die allgemeine Hörsituation des Kunden zu verbessern. Audiotherapie kann dem Kunden einen anderen Umgang mit seinem Hörverlust ermöglichen, und er erhält mehr Handlungskompetenz«, heißt es über die Audiotherapie in einer von der EUHA verbreiteten Pressemitteilung.

Demnach bekommen Hörakustikerinnen und -akustiker durch angewandte Audiotherapie »eine erweiterte Sicht auf den Kunden und seine jeweilige Hörbiografie«. Auch neue Möglichkeiten für die Interaktion mit dem Kunden zu dessen gezielter Motivation sollen sich einem so erschließen. Und auch von einer »effektiveren Anpassung« könnte man durch die Anwendung audiotherapeutischer Maßnahmen profitieren.
»Im Kurs bekommen die Teilnehmenden einen Werkzeugkoffer an Möglichkeiten und Tools an die Hand, die sie individuell auf den jeweiligen Kunden anwenden können. Herausfordernde Situationen in der Anpassung können damit erfolgreich weitergeführt werden. Das macht Spaß und ist zielführend!«, sagt EUHA-Vizepräsidentin Eva Keil-Becker, die den Kurs selbst belegte und so die Vorteile der Audiotherapie bereits kennt. Für Keil-Becker beinhalte ohnehin »jede fachgerechte Hörsystemanpassung« Elemente der Audiotherapie. Ganzheitlich angewendet könne sie darüber hinaus aber auch zu einem zusätzlichen Angebot in den Fachgeschäften werden.
»Audiotherapie umfasst ein breites Spektrum von Inhalten. Kommunikationspsychologie, Gerontologie, das Zusammenwirken von Hörschädigung und Sprachentwicklung und Psychosomatik gehören ebenso dazu wie rechtliche Aspekte«, heißt es seitens der EUHA weiter. Darüber hinaus werden in dem an der afh veranstalteten Kurs auch Fallbeispiele erarbeitet und Therapievorschläge mit Probanden erstellt. Auch konkrete Tipps für die tägliche Arbeit soll es geben. Zudem wird in dem Kurs die EUHA-Leitlinie »Audiotherapie in der Hörakustik« vorgestellt. Beendet wird der Kurs mit einem Abschlusstest, der im Anschluss an die Zeit in Lübeck absolviert werden kann. Die Leitlinie der EUHA steht zum kostenlosen Download hier bereit: www.euha.org/leitlinien/