DIGITALES MAGAZIN
034 | Mai 2024
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TURBULENTE WOCHEN BEI DER VARTA AG

Konzernabschluss 2023 verschoben

BATTERIEN. Dass sich die VARTA AG seit Juli 2023 in einem Restrukturierungsprogramm befindet und seit Februar mit den Folgen eines Cyberangriffs zu kämpfen hat, berichtete OMNIdirekt bereits. Nun erfolgte der nächste Rückschlag.

Welch schwierige Tage das Unternehmen durchlebt, zeigt nun auch eine Ad-hoc-Mitteilung vom 11. April. Darin erklärt die VARTA AG, ihr Restrukturierungskonzept aktualisieren zu wollen. »Es hat sich gezeigt, dass die im bestehenden IDW-S6-Gutachten getroffenen Annahmen sowie die auf Basis dieser Annahmen vereinbarten Restrukturierungsmaßnahmen und die empfohlene Unternehmensstrategie der aktuellen wirtschaftlichen Situation der VARTA-Gruppe nicht mehr angemessen sind, um bis zum Ende des Sanierungszeitraums auf einen profitablen Wachstumskurs zurückzukehren«, heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung, die u.a. eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der verschiedenen VARTA-Geschäftsbereiche, eine volatil prognostizierte Abnahmemenge durch Kunden, hohe Lagerbestände im Handel, eine aggressive Preispolitik von Wettbewerbern sowie anhaltende Lieferkettenprobleme anführt.

Vor diesem Hintergrund habe man sich dazu entschieden, mit der Auxil Partner GmbH einen neuen Sanierungsgutachter einzusetzen. Überdies gab die VARTA AG bekannt, sich die Dienste der Unternehmensberatung Rothschild & Co. als Financial Advisor gesichert zu haben, um »strategische Optionen in Bezug auf potenzielle Rekapitalisierungs- und Finanzierungsmaßnahmen auszuarbeiten.«

Wie viel frisches Kapital hierfür notwendig sein wird, ging aus der Ad-hoc-Mitteilung zwar nicht hervor. Nachdem aber bereits im letzten Jahr Mehrheitsaktionär Michael Tojner über seine Firma Montana Tech rund 50 Mio.€ nachgeschossen und man mit den finanzierenden Banken eine Einigung erzielt hatte, scheint auch auf finanzieller Ebene nicht alles gesichert zu sein. Denn weiter heißt es: »Der Vorstand befindet sich vor dem Hintergrund der bestehenden Sanierungsvereinbarung aus 2023 im engen Austausch mit den Finanzierern und ist zuversichtlich, eine Lösung zu erzielen, die dem Unternehmen eine nachhaltige Sanierung ermöglichen wird.« Es überrascht daher nicht, dass die auf den 28. März datierte Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2023 ebenso verschoben wurde.

Bereits am Tag nach der Ad-hoc-Mitteilung stürzte die VARTA Aktie von 14€ auf 10€ ab. Das, obwohl bereits nach der Hacker-Attacke, deren finanzielle Folgen noch nicht vollständig absehbar sind, die VARTA Aktie im Februar abgestraft wurde. Als danach dann auch noch mehrere Medien darüber berichteten, dass der Sprecher des VARTA-Vorstandes, Dr. Markus Hackstein, kurz zuvor VARTA Aktien im Wert von knapp 25.000€ bei einem Kurs von 13,89€ verkauft haben soll, brach der Aktienkurs endgültig bis auf 7,50€ ein.

Auf OMNIdirekt-Nachfrage, ob Auswirkungen auf die Hörakustikbranche zu befürchten seien, heißt es aus Ellwangen: »Der Vorstand der VARTA AG geht aktuell davon aus, dass das aktualisierte Gutachten voraussichtlich bis Mitte des Geschäftsjahres 2024 vorliegen wird. Am Ziel, mit der Restrukturierung VARTA wieder auf einen profitablen Kurs zu bringen, hat sich nichts geändert. Für die Kunden, auch im Bereich der Hörgerätebatterien, ändert sich – abseits der noch bestehenden Beeinträchtigungen in manchen Bereichen durch die Folgen des Cyberangriffs – nichts.«