Von Jan-Fabio La Malfa / Fotos: oton & friends
»UNSERE PRIO IST VIO«
Am 26. April fand im Meliá Frankfurt City Hotel der ViO Innovation Day statt. 130 oton & friends-Netzwerkpartner konnten dort den Launch von drei neuen ViO-Produkten bestaunen. Wir sprachen im Nachgang mit einem der Netzwerkgründer, Geschäftsführer Andreas Roberg, sowie der oton & friends Marketing Leitung Patricia Marx.
![]()
Bequem vorlesen lassen:
Herr Roberg, gestern war der ViO Innovation Day. Jedes Jahr ein neuer Themenschwerpunkt in ihrem Netzwerk, oder wie darf ich das verstehen?
Roberg: Nein, an unseren Ideen und Ausrichtungen, wie etwa der Zukunftsinitiative New Hearing halten wir natürlich fest. Insbesondere nach den über 1.000 Teilnehmern der New Hearing Studie und dem Fraunhofer Institut – die Ergebnisse dazu liegen in Kürze vor. Allerdings ist die ViO Kollektion für unsere Netzwerkpartner im Tagesgeschäft das verbindende Element. Darin hat uns auch eine Umfrage bestärkt, in der wir unsere Netzwerkpartner nach ihren wichtigsten Prioritäten befragt haben. Dass dabei die Antwort zu 100 Prozent ViO war, überraschte uns nicht. So gesehen machte es einfach Sinn, ViO einen Tag zu widmen und den Mitgliedern zu signalisieren, dass unsere Prio eben ViO ist. Ganz einfach.
Wie Sie eben sagen: Dabei sind drei Produkteinführungen herausgekommen.
Roberg: Ja, das war absolut einmalig. Zum einen haben wir die ViO-Style-Familie um die Slim-Produkte aus dem Hause Unitron erweitert. Wir sind dort mit der Vivante-Technik unterwegs, die in allen Produkten zu finden ist. Auch konnten wir mit den neuen Oticon-Produkten und deren Intent-Technologie eine zweite Erneuerung vorstellen. Mit der IX-Technologie von Signia, die wir inklusive der neuen Im-Ohr-Geräte anbieten, haben wir unseren Mitgliedern drei Produktlaunches für die ViO Familie präsentieren können. Ich denke, das unterstreicht die Innovationskraft, die in ViO steckt. Vielmehr geht vermutlich nicht.
Wie man hört, bieten Sie ViO in unterschiedlichen Bauformen und Leistungsklassen an. Dabei startet ViO bereits im Basissegment mit einem hohen Techniklevel, das man eigentlich eher im mittleren Segment verorten würde …
Roberg: Die ViO Kollektion ist so gestaltet, dass wir die markttypischen Kernprodukte, also die RIC-Produkte, mittlerweile vornehmlich mit Akku-Technologie anbieten. Dazu kommen attraktive Im Ohr Systeme. Das war uns von Anfang an wichtig, auch weil es immer zwei Betrachtungen auf ViO gibt. Zum einen die der Konsumenten und der Frage, wie die die ViO Produkte wahrnehmen. Da stellt sich die typische Verbraucherfrage. Was ist mir bei einem Hörgerätekauf wichtig? Zum anderen haben wir uns gefragt, welche Punkte für den Akustiker relevant sind. Und auch die sind absolut klar. Akustiker schauen auf den Einkauf und wollen starke und verlässliche Partner haben. Diese beiden Perspektiven miteinander zu verzahnen – das finde ich so faszinierend – ist uns mit ViO über die Jahre doch mehr als geglückt.
Wie stark wird denn ViO genutzt?
Roberg: Die Marke ViO ist mit Abstand die stärkste Marke in unserem Netzwerk. Seit der Einführung von ViO 2016 konnten wir bereits über 80.000 Produkte verkaufen. Zu Beginn noch nicht auf dem Niveau von heute. Doch es werden mehr und mehr. Es ist uns wichtig, dass die Hörakustiker eine konzeptionelle und leicht umsetzbare Absicherung in ihrem Tagesgeschäft haben. Frei vom Preisdruck durch den Onlinehandel und mit einer starken Alleinstellung. Unsere Partner nutzen ein starkes Eigenmarkenkonzept und greifen dabei auf absolute Top-Hersteller zu, mit denen sie im Tagesgeschäft verlässlich arbeiten können. Mit ViO bieten wir all das.
Und auf der Verbraucherseite versuchen Sie, mit dem 3 x 3 Vorteil und ViO NEXT zu punkten?
Marx: Das ist vollkommen richtig, ViO-Träger erhalten mit dem 3 x 3 Vorteil ein Superangebot, das zusätzliche Absicherungsleistungen beinhaltet. ViO-Träger sind somit gegen Reparaturen, Verlust oder einem Akkuschaden abgesichert. Zudem bleiben sie durch ViO NEXT auch technisch up to date.
Nochmals zu Erinnerung. Was ist ViO NEXT?
Marx: Mit ViO NEXT haben wir ein Bestandskundenkonzept entwickelt, mit dem Endkunden leichtgängig up to date gehalten werden können. Es ist fester Bestandteil von ViO und hat für ViO-Träger den großen Vorteil, dass sie ihre Geräte innerhalb der ersten drei Jahre nach Versorgungsabschluss gegen die aktuellere Technologie tauschen können. Wir haben mit ViO NEXT seit der Einführung im Jahr 2016 bereits sehr gute Erfahrungen sammeln können und von Partnern, die das aktiv anbieten, tolle Rückmeldungen erhalten. Auf dem ViO Innovation Day haben wir nun besprochen, wie wir ViO NEXT noch stärker vorantreiben können. Entsprechend haben wir ViO mit einem festen Bestandskundenmarketing ausgestattet und sind somit die erste Hörgerätemarke, die eine eingebaute Bestandskundeninformation vorweisen kann. Wir sind uns sicher, dass dort noch viele Potenziale liegen.
![]()
Frau Marx, was muss der Hörakustiker für das Bestandskundenmarketing tun?
Marx: So gut wie nichts. Denn im Grunde genommen ist die komplette ViO-Kundenjourney für die sechs Jahre von uns schon vorgefertigt. In den ersten drei Jahren legen wir dabei den Fokus auf ViO NEXT. Im fünften und sechsten Jahr fokussieren wir uns dann auf die Wiederversorgung. Wir haben hierzu Anschreiben mit Aktivierungskarten, alles im ViO-Style, aber mit Individualisierungsmöglichkeiten für unsere Partner. Somit wird alles unheimlich einfach für die Hörakustiker. Für die professionelle Durchführung sorgt Sinfona, mit denen wir schon länger kooperieren. Alle ViO-Partner müssen sich lediglich einmal on-boarden. Danach müssen sie maximal fünf Minuten im Monat aufbringen, damit die Schreiben bewilligt und zum richtigen Zeitpunkt versendet werden können. Ein weiterer Zeitaufwand oder Kosten entstehen nicht.
Kommen wir auch zur earcademy. Ich hörte, Sie werden demnächst ein Ausbildungscoaching anbieten. Welchen Hintergrund hat das?
Roberg: Der Fachkräftemangel lässt sich aus unserer Sicht nicht mit der Hoffnung lösen, dass wir das schon irgendwie hinbekommen. Die Zahlen sind zu alarmierend. Wir müssen als Branche auch wieder verstärkt auf die Ausbildung setzen. Um die Betriebe dabei qualitativ zu unterstützen und zu entlasten, bieten wir ab Sommer ein Azubi Coaching an. Das Angebot besteht vornehmlich aus Onlinekursen und stärkt zusätzlich die Attraktivität der Unternehmen.
Wie sieht das neue Angebot konkret aus?
Roberg: Wir vermitteln die Ausbildungslerninhalte im passenden Rhythmus zum Ausbildungsrahmenplan. Alle Onlinemodule sind interaktiv und live. Die Teilnehmer können sich dabei sogar untereinander austauschen. Zusätzlich bereiten wir die Azubis auf die Zwischenprüfung und die Gesellenprüfung vor. Das neue Angebot startet für alle Azubis (1.-3. Lehrjahr) ab August 2024 und wird zum unverbindlichen Kennenlernen für die ersten 90 Tage sogar zum ausprobieren angeboten.
Was ist der Stand bei der Zukunftsinitiative New Hearing?
Roberg: Wie bereits erwähnt, wird gerade die New Hearing Studie vom Fraunhofer Institut ausgearbeitet. Bei der Studie ging es um die Erwartungshaltung von Endkunden an moderne Hörsysteme und an die Beratung durch die Hörakustiker. Wir erwarten von den Ergebnissen weitere Erkenntnisse für zukunftsorientiertes Handeln. Auf dem Inhabertag, der vor dem ViO Innovation Day stattfand, haben Unternehmer aus unserem Netzwerk zudem mal aufgezeigt, wie zukunftsorientiertes Handeln exemplarisch aussehen kann. Unter anderem hat Urs Kaulard mit seinem KI Labor einen sehr interessanten Vortrag gehalten. Zudem haben wir uns mit unserer Oton-Partnerin Daria Derouaux, einer exzellenten Umsetzerin von New Hearing, ausgetauscht. Wo andere noch über die Theorie von Teleaudiologie sprechen, zeigt Daria in ihrem Fachgeschäft in Brüggen, wie Teleaudiologie in der täglichen Praxis läuft.
Marx: Beide sind nicht umsonst auch New Hearing Pioniere. Sie leben die Veränderung. Dass beide Betriebe in ihren Dingen ganz weit vorne sind, hat man sofort bei ihren Vorträgen merken können.
Inwiefern greifen Netzwerkpartner das Thema New Hearing vermehrt auf?
Roberg: Ich tausche mich mit unserem hauptverantwortlichen Kollegen, Carsten Riewe, regelmäßig darüber aus, wie stark die Bereitschaft bei Unternehmen ist, sich zu verändern. Wie aktiv sind sie dabei? Wir stellen fest, dass es proaktive Unternehmen gibt, und das zeigt sich vor allem bei unseren New Hearing Pionieren, bei denen sich die Aktivitäten verstärkt haben. Ob nun Urs, Daria, oder auch ein Thomas Braune von Hörconcept, es gibt einen Kern an Leuten, die wahnsinnig aktiv sind. Sie haben bei uns nicht nur Pionierstatus, weil sie das Thema anerkennen, sondern insbesondere deswegen, weil sie danach handeln und in gewisser Weise vorausgehen. Eine zweite Kategorie an Unternehmern findet die Zukunftsthemen interessant, hört sich die Impulse an und nutzt diese auch für ihre eigene Weiterentwicklung – ohne sich dabei aktiv auszutauschen. Und natürlich existieren auch nach wie vor diejenigen, die noch keine große Priorität auf das Thema Veränderung legen und der Meinung sind, dass es alles ganz gut läuft.
Wenn Sie sagen, dass sich das Interesse an zukunftsrelevanten Themen verstärkt hat, inwiefern nehmen Sie diese Veränderung wahr?
Roberg: Sowohl in diesem als auch im letzten Jahr haben wir folgendes bemerkt: Wann immer es uns gelingt, dass sich Akustiker mit uns und unseren Angeboten beschäftigen, erhalten wir ein durchweg überwältigendes positives Feedback. Eines unserer Neumitglieder ist beispielsweise das Unternehmen Sorg mit seinem Mona-Lisa-Konzept. Wenn uns das andere Neumitglieder zurückspiegeln, wie sie uns als freundschaftliches, innovationsstarkes Netzwerk wahrnehmen und welch positiven Eindruck wir hinterlassen haben. Dieses Gefühl, Menschen zusammenzubringen, die etwas bewegen wollen, gefällt uns und macht uns stolz. Wir sind zuversichtlich, dass wir noch mehr Akustiker damit infizieren können, und sie Teil unseres Netzwerkes werden.
Wie viele Mitglieder haben Sie denn im Augenblick?
Roberg: Derzeit können wir uns in Deutschland über knapp 300 Point of Sales freuen. Unser Netzwerk steht auf soliden Beinen und wächst stetig. Am Markt herrscht viel Bewegung, unsere Ziele sind klar. Wir wollen, dass ViO die größte Hörgeräte-Eigenmarke am deutschen Markt wird und flächendeckend vertreten ist. ViO soll die Eigenmarke für den Hörakustiker werden. Unser Fokus liegt also ganz klar auf Expansion.
Haben Sie schon ein Feedback für die Veranstaltung erhalten können?
Roberg: Unsere Veranstaltung wurde durch den gelungenen Mix aus Information, Innovation und der traumhaften Abendveranstaltung über den Dächern von Frankfurt überaus stark und sehr positiv bewertet. Auch weil wir unseren Netzwerkpartnern hier in Frankfurt nochmals verdeutlichen konnten, welche Bedeutung ViO auch für die Zukunftssicherheit hat. Wir sind mit der klaren Aussage an den Start gegangen, welche Zielsetzung wir verfolgen: 100 Prozent ViO! Entsprechend haben wir unsere Mitglieder eingeladen, Teil dieser Perspektive zu werden. Wir wollen die Akustiker noch mehr auf der emotionalen Schiene abholen. Ich glaube, das ist uns beim ViO Innovation Day sehr gut gelungen.
Herr Roberg, Frau Marx vielen Dank für das Gespräch.