DIGITALES MAGAZIN
036 | Juli 2024
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Treffen der Gesundheitshandwerke im Bundestag

»Aktive Teilhabe ist elementar.«

GESUNDHEITSPOLITIK. Anfang Juni trafen sich Vertreter der Gesundheitshandwerke in Berlin, um über den aktuellen Stand zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) zu sprechen. Das meldet jüngst die biha in einer Pressemitteilung. Im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestag begrüßte biha-Präsident Eberhard Schmidt gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Tino Sorge, der zugleich gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist, die Anwesenden Gesundheitshandwerker und machte im Hinblick auf die TI deutlich: »Unser Ziel ist es, die bewährten und zum Wohle der Versichertengemeinschaften durchgeführten Versorgungsprozesse aus einer analogen Welt in die digitale zu überführen, zum Vorteil aller. Denn aktive Teilhabe ist elementar.«

Die Gesundheitshandwerke, die als Arbeitgeber rund 200.000 Menschen beschäftigen, treiben den geplanten und zeitnahen Anschluss an die TI längst in eigenen Pilotprojekten aktiv voran. Aus ihrer Sicht werde dies von vielen maßgeblichen Akteuren im Gesundheitswesen unterschätzt. Entsprechend bestehe für eine qualitativ hochwertige und qualitätssichernde Gesundheitsversorgung die dringende Notwendigkeit, den Gesundheitshandwerken ebenfalls Lese- und Schreibrechte in der Elektronischen Patientenakte (ePA) einzuräumen. Schließlich müssten Verordnungen nicht nur gelesen, sondern auch be- und verarbeitet werden können. 

Zudem wurde beim Treffen im Paul-Löbe-Haus nochmals unterstrichen, dass die Gesundheitshandwerke gesetzlich legitimiert sind, Hilfsmittel auch ohne fachärztliche Verordnung abzugeben, soweit es sich um Folgeversorgungen handelt oder der Patient auf eine GKV-Finanzierung verzichtet. Um auch diese Versorgungen sachgerecht durchzuführen und in der weiteren Gesundheitsversorgung für andere Professionen sichtbar zu machen, seien daher ebenfalls entsprechende Lese- und vor allem auch Schreibrechte für die ePA notwendig. Für die Hörakustik soll die Telematikinfrastruktur ab 2027 relevant werden.