GEMEINSCHAFTEN. Wie können inhabergeführte Unternehmen ihren Erfolg am eigenen Standort langfristig sichern? Dieser Frage gingen zahlreiche Mitglieder des Individual Akustiker Service (IAS) Mitte Juni in Hamburg auf einem Seminar nach. Hier erlebten die Mitglieder »ein lebendiges Treffen mit vielen Anregungen und Tipps, praxisnahem Wissen und reichlich Gelegenheit zum kollegialen Austausch«, wie der IAS in einer Pressemitteilung von Anfang Juli schreibt. In der Gemeinschaft sind aktuell nach eigenen Angaben über 300 inhabergeführte Unternehmen mit mehr als 490 Fachgeschäften organisiert.

Mit der auf dem Seminar diskutierten Frage stellt sich der IAS auch der Entwicklung des Marktes in Deutschland. Schließlich hat sich die Gemeinschaft unter anderem auf die Fahne geschrieben, seinen Mitgliedern eine »ganzheitliche Begleitung sowie vielfältige Angebote und Möglichkeiten zur Alleinstellung im regionalen Wettbewerb« zu bieten. Nach Auffassung des IAS habe sich der regionale Wettbewerb in der jüngsten Vergangenheit rasant entwickelt. So reiche heute bereits ein Einzugsgebiet mit etwa 10.000 Einwohnern, um ein Fachgeschäft betreiben zu können. Vor einigen Jahren hatte man dafür noch ein Einzugsgebiet mit rund 25.000 Einwohnern als nötig erachtet. Hintergrund dieser Entwicklung ist für den IAS eine gestiegene Zahl »tendenziell jüngerer Kunden«. Zudem hätten einst attraktive Standorte in den Innenstädten oder in der Nähe von Ohrenarztpraxen an Attraktivität eingebüßt. Wichtiger geworden sei hingegen »ein dezentrales wohnortnahes Angebot für möglichst viele potenzielle Kunden«, schreibt der IAS. Gleichzeitig sieht er hier allerdings die Herausforderung für jene Unternehmen, die in den einst noch »umkämpften Innenstadtlagen agieren«. »Der Trend zu Expansion, zu Filialisierung und Neugründung wird uns auch in den kommenden Jahren begleiten«, so Jürgen Leisten und Tannassia Reuber, die geschäftsführenden Gesellschafter des Individual Akustiker Service. »Umso wichtiger ist es für inhabergeführte Fachgeschäfte, die Marktentwicklung am eigenen Standort im Blick zu haben und die eigene Position strategisch klug und vorausschauend zu sichern. Welche Maßnahmen sich im konkreten Fall anbieten, hängt von einer Vielzahl individueller Faktoren ab. Die generellen Herausforderungen stehen jedoch für alle.«
Entsprechend wurden auf dem Seminar in Hamburg verschiedene Fragen diskutiert, wie etwa die, wie es Hörakustikbetriebe schaffen, ihren Kundenstamm im Stadtzentrum zu halten, wenn dessen allgemeine Attraktivität in den Augen der Verbraucher schwindet. Oder die, wie sich Chancen erkennen lassen, die Aktivitäten von Wettbewerbern auslösen könnten. Zu diesen wie noch vielen weiteren Fragen habe es in Hamburg »fundierte Informationen, praxisnahe Empfehlungen und eine angeregte Diskussion« gegeben. Schließlich strebe man beim IAS danach, die Mitglieder so zu unterstützen, dass sie »an ihrem Standort die Marktführerschaft erreichen können«.
Darüber hinaus bot das Seminar allerdings noch einige weitere Inhalte. So informierte Starkey, Industriepartner des Treffens, über künstliche Intelligenz in Hörgeräten sowie KI-gestützte Tools für die Anpassung. Mit der Veranstaltung hätten sich Besucher wie Organisatoren »gleichermaßen zufrieden« gezeigt, heißt es seitens des IAS abschließend.