DIGITALES MAGAZIN
039 | Oktober 2024
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Oldenburg stellt neue Version von openMHA bereit

Neue Algorithmen und praktische Beispiele

FORSCHUNG. openMHA 4.18.0 ist da, die neueste Version der Open-Source-Softwareplattform für »innovative Signalverarbeitung in Hörsystemen«. Das meldete das Hörzentrum Oldenburg Mitte September. »Mit wesentlichen neuen Algorithmen und praktischen Beispielen setzt openMHA 4.18.0 erneut Maßstäbe für die Erforschung und Entwicklung von Signalverarbeitung für Hörgeräte«, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung. 

Die Weiterentwicklung der Softwareplattform soll es Universitäten wie der Industrie ermöglichen, neue Hörgerätetechnologien zu entwickeln und zu testen. Als wichtige Neuerung wird etwa die Sprachverbesserung mithilfe tiefer neuronaler Netze angeführt. So sollen hier etwa drei neue Signalverarbeitungsmodule verschiedene Ansätze bieten, um »echtzeitfähige, niedriglatente Sprachverbesserung mittels Deep Neural Networks« zu betreiben. »Die Einführung dieser DNN-basierten Algorithmen stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Hörgerätetechnologie dar, an dem weiterhin intensiv geforscht wird – auch mit der Unterstützung von openMHA«, heißt es in der Pressemitteilung. Auch Vocoder zur Simulation von Cochlea-Implantaten sind verfügbar. Diese Technologie soll das Verständnis der Funktionsweise von CI verbessern und die Entwicklung besserer Hörlösungen unterstützen. Und auch ein Hörverlust-Simulator, der eine pegelabhängige Abschwächung des Gehörs in 32 Frequenzbändern umfasst und eine spektrale Verschmierung zur Simulation einer reduzierten Frequenzselektivität, ist nun implementiert.

Das von den National Institutes of Health und der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Excellenzstrategie (Excellenzcluster Hearing4all) geförderte Projekt openMHA zielt auf eine nachhaltige, fokussierte Forschung zur Verbesserung und Neuentwicklung von Hörhilfen.