Von Martin Schaarschmidt (GN Hearing) / Fotos: Helmholz Optik, frankonia hören sehen
Angepasst und selbst erlebt
Neueste Hörsysteme sind immer noch besser. Doch welche Vorteile sie im Alltag tatsächlich bieten, das erfahren Hörakustiker erst durch die Rückmeldungen ihrer Kunden. Es sei denn, sie sind selbst hörgeschädigt. Dann können sie ihr Wissen und Know-how als Anpasser obendrein mit eigenen Erlebnissen verbinden. So wie Hörakustiker- und Augenoptikermeister Marvin Oppermann aus Sprockhövel und Hörakustikmeisterin Melanie Kurzmann aus Kitzingen. Beide leben mit mehr oder weniger eingeschränktem Gehör. Und beide berichteten uns von ihren Erfahrungen mit Hörsystem ReSound Nexia.
![]()
Nachgefragt bei Hörakustiker- und Augenoptikermeister Marvin Oppermann, Inhaber von Helmholz Optik, Sprockhövel.
Herr Oppermann, Sie sind Hörakustiker und Sie tragen selbst Hörsysteme?
Oppermann: Ja, seit etwa vier Monaten trage ich die ReSound Nexia ITC, die ja wie In-Ear-Kopfhörer aussehen. Ich bin 28 Jahre alt und mein Hörverlust ist nicht sehr stark, er liegt so an der Grenze von 30 dB. Ich hatte zwar schon andere Geräte getestet. Aber tatsächlich sind die ReSound Nexia die ersten Hörgeräte, die ich regelmäßig nutze – und mit denen ich nun Erfahrungen als Hörgeräteträger sammle. Dazu muss ich anmerken, dass ich relativ neu in der Hörakustik bin. Ich bin ursprünglich Augenoptikermeister; letztes Jahr habe ich zusätzlich den Meister in der Hörakustik gemacht. In meiner Prüfung musste ich übrigens auch ReSound Nexia anpassen.
Wie geht es Ihnen mit den Hörsystemen?
Oppermann: Die Versorgung mit den Nexia hat prima geklappt. Sie haben eine sehr hohe Spontanverträglichkeit, unterstützen mich vor allem in lauten Umgebungen und der Tragekomfort ist sehr gut. Ich habe kleine, sehr enge Gehörgänge. Eine Zusatzbohrung ist bei mir gar nicht möglich, das wird über eine Rille gelöst. Auch das klappt sehr gut. Und die Akkus sind super; da komme ich locker über den Tag. Am Abend setze ich die Geräte in die Ladeschale und am Morgen sind sie bereit. Probleme mit der Akku-Laufzeit habe ich nie. Vor allem aber holt mich die Konnektivität des ReSound Nexia ab.
Inwiefern?
Oppermann: Ich bin ein großer Fan neuester Vernetzung, etwa auch von Auracast. Ich arbeite ständig mit Apple-Produkten. Ob iPhone, iPad oder mein MacBook – alles habe ich mit den ReSound Nexia vernetzt. Ich brauche also keine extra Kopfhörer mehr. Und die Bluetooth-Verbindung ist sehr stabil. Bei den Systemen eines anderen Herstellers, die ich mal probiert hatte, war die Verbindung längst nicht so gut. Auch beim Sport im Fitnessstudio habe ich jetzt statt Kopfhörern immer meine Hörgeräte im Ohr. Dann stelle ich ein, ob ich die Stimme meines Gegenübers noch hören möchte oder ganz auf Musik fokussiere.
Sie erwähnen Auracast. Inwieweit ist das schon ein Thema für Sie?
Oppermann: Das kommt ja jetzt erst so richtig. Aber GN ist der einzige Hersteller, bei dem man den neuen Standard schon erleben kann, etwa mit dem TV-Streamer+. Dass ReSound Nexia das jetzt schon bietet, gibt mir Sicherheit für die Zukunft. Das finde ich gut.

Haben Sie auch schon Kunden mit ReSound Nexia versorgt?
Oppermann: Ja, viele. Die Spontanakzeptanz ist generell sehr hoch. Alle sind angetan und tatsächlich hat bislang noch niemand gesagt, dass er mit ReSound Nexia nicht zurechtkommt. Ich hatte zum Beispiel einen Kunden, der jetzt die microRIC trägt und zuvor ein RIC-System eines anderen Herstellers probierte. Als er ReSound Nexia zum ersten Mal einsetzte, noch in der Standardeinstellung, da meinte er gleich: »Oh, das ist aber der Mercedes unter den Hörgeräten.« Also, der war sofort begeistert. Auch zum Akku und zur Vernetzung sind die Rückmeldungen super. Sehr gut kommt etwa die Premium-Ladeschale an. Einer meiner Kunden ist Camper. Er findet es sehr praktisch, dass er übers Wochenende keinen Stromanschluss braucht und die Geräte am Abend einfach nur in die Ladeschale setzen muss. Auracast ist für viele Kunden ebenfalls schon ein Thema; insbesondere für die Jüngeren, die natürlich noch mehr vernetzt sind. Doch auch ältere sind interessiert.
Welche Bauform des Systems ist bei Ihren Kunden besonders beliebt?
Oppermann: Am beliebtesten ist klar das microRIC mit Akku. Jüngere Kunden bevorzugen oft auch das ITC. Das empfehle ich auch Älteren, die Probleme mit der Haptik haben. Lässt die Fingerfertigkeit nach, dann eignet sich diese Bauform sogar besser als ein RIC. Man muss nicht erst hinterm Ohr fummeln, damit das Gerät sitzt. Die Handhabung ist einfach schön. Ich zeige meinen Kunden auch, wie das System bei mir sitzt. Ich versorge jetzt zum Beispiel eine 92-jährige Dame, die sich für das ITC-Modell entschieden hat. So wie ich bevorzugte auch sie die schwarzen Gehäuse, weil die wie Bluetooth-Kopfhörer aussehen. Sie hat sich richtig auf ihre Geräte gefreut. Zudem bietet GN bei den ITC-Geräten sogar an, vor der eigentlichen Bestellung ein 3D-Modell zu erstellen.
Wofür nutzen Sie das?
Oppermann: Um es dem Kunden am Bildschirm zu zeigen. Im Fachgeschäft arbeiten wir mit dem Otoscan. Wir scannen also direkt im Ohr, schicken die Daten nach Münster und bekommen ein virtuelles Modell zurück. Anhand dessen sieht der Kunde, wie sein System aussehen würde. Und ich sehe, ob das bei seinem Ohr passt. Das habe ich jetzt schon mehrfach genutzt. Andererseits glaube ich, wenn ReSound das ITC sogar für meine Gehörgänge bauen kann, dann bekommen sie das bei jedem hin.
Wie zufrieden sind Sie sonst mit der Zusammenarbeit mit GN?
Oppermann: Das klappt richtig gut. Kay Christokat, der mich im Außendienst betreut, macht das klasse. Er regelt alles. Habe ich mal eine Frage, bekomme ich von ihm umgehend Antwort. Auch der audiologische Support funktioniert; wobei ich da selten irgendwelche Hilfe brauche. Die Software ist ja sehr übersichtlich. Und mit dem Online-Shop von GN komme ich ebenfalls gut klar. Ich bestelle zwar meist über den Shop meiner Einkaufsgemeinschaft; doch Aufträge für Im-Ohr-Systeme oder die Bestellung von Dekomaterial wickle ich über gnhearing.com ab. Auch das funktioniert sehr gut.
![]()
Nachgefragt bei Hörakustikmeisterin Melanie Kurzmann von »frankonia hören sehen« in Kitzingen.
Frau Kurzmann, seit wann tragen Sie schon Hörgeräte?
Kurzmann: Hörgeräte nutze ich seit meiner Kindheit; wobei ich nur auf einer Seite mit Technik höre. Auf diesem Ohr habe ich einen mittleren Hörverlust, auf dem anderen kann ich uneingeschränkt hören. Ich habe also immer den Vergleich zwischen Hörgerät und natürlichem Hören. Beim Testen neuer Geräte bin ich deshalb besonders kritisch.
Sie tragen jetzt ein ReSound Nexia?
Kurzmann: Das stimmt. Im Laufe der Jahre habe ich schon viele Hörgeräte erlebt; zuletzt trug ich Geräte einer anderen Marke. Doch Julia Wolff von GN lud mich ein, das Nexia zu tragen. Meine bisherigen Erfahrungen damit sind sehr gut. Ich trage ein Nexia MicroRIC, und das schon seit einigen Monaten. Mit dem System komme ich hervorragend zurecht. Ich fühle mich sehr wohl damit. Aufgefallen ist mir gleich, dass es unglaublich leicht ist – und das, obwohl es einen Akku hat. Dann habe ich verschiedene Hörer getestet. Eigentlich wollte ich gern den M&RIE-Hörer tragen, doch für den ist mein Hörverlust leider zu stark. Deswegen nutze ich nun einen HighPower-Hörer. Klanglich ist der auch hervorragend. Und er bietet mir die nötige Dynamik.
Wie war die Gewöhnung an das neue System?
Kurzmann: Die Spontanakzeptanz war sehr gut. Tatsächlich musste ich wenig verstellen. Das hat mich überrascht, weil ich bei anderen Geräten oft sehr lange nach der passenden Einstellung suchen muss.
Hatten Sie schon vorher Hörsysteme mit Akku?
Kurzmann: Da ich an der Quelle sitze, teste ich oft Hörgeräte – solche mit Batterie und solche mit Akku. Der Akku des ReSound Nexia ist sehr gut und hält lang. Ich trage mein Gerät etwa 17 Stunden am Tag, dafür hat die Ladung locker ausgereicht. Ich habe den Akku nie leer bekommen und das Aufladen geht problemlos. Schön finde ich, dass die Ladestation einen Deckel hat, den man schließen kann. Dann hat man nicht die ganze Nacht das Blinken im Schlafzimmer.
Nutzen Sie auch Hörsystem-Vernetzung, also Streaming und App?
Kurzmann: Da ich auf einem Ohr gut höre, ist Hörgeräte-Streaming für mich weniger relevant. Aber ich habe das Hörgerät mit dem Handy gekoppelt. Das nutze ich etwa, um Sprachnachrichten abzuhören. Und mit der App regle ich lauter oder leiser. Das kommt jedoch nicht oft vor, weil die Automatik schon ziemlich gut greift. Wenn ich selbst mal über App regle, dann funktioniert das gut. Bezüglich Vernetzung freue ich mich außerdem schon auf den neuen Bluetooth-Standard. Ich glaube, das wird eine spannende Geschichte. Wenn ich nur daran denke, wie viele Kunden bei Durchsagen am Bahnhof kein Wort verstehen … Ich freue mich sehr darauf, wenn man sich da dann überall vernetzen kann.
Haben Sie auch mal den TV-Streamer+ ausprobiert?
Kurzmann: Auch den habe ich getestet; obwohl ich ihn aufgrund meines einseitigen Hörverlustes nicht ständig nutzen würde. Auch der Streamer ist sehr gut; klanglich ist das super. Und als Akustikerin freue ich mich natürlich, dass es das Zubehör bei GN immer als Kommissionsware gibt. Das ist eine sehr schöne Philosophie und für uns eine praxisnahe Lösung. Wir können jeden Kunden testen lassen, ohne dass er gleich kaufen muss.
Haben Sie ReSound Nexia auch schon Ihren Kunden angepasst?
Kurzmann: Ich habe es schon sehr vielen Kunden angepasst. Und ihre Rückmeldungen sind sehr positiv. Gerade bei Versorgungen mit dem M&RIE-Hörer ist das Feedback sehr gut: Die Windgeräusche sind im Vergleich zu anderen Geräten deutlich geringer; und insbesondere Kunden mit langen Haaren haben viel weniger Eigengeräusche vom Hörgerät. Die Kunden berichten von klanglichen Vorteilen und sie können auch besser lokalisieren. Ich erinnere mich an eine Kundin, die beim Richtungshören mit früheren Geräten immer Probleme hatte. Jetzt, mit ReSound Nexia und dem M&RIE-Hörer, funktioniert das bei ihr wunderbar.
Haben Sie auch die IdO-Bauformen des ReSound Nexia angepasst?
Kurzmann: Ja, und auch das ist sehr schön. Die Fertigungszeiten sind relativ kurz und die Qualität stimmt. Eine tolle Idee ist die individuelle Ladestation beim Akku-Im-Ohr-Gerät. Damit habe ich zum Beispiel einen Kunden versorgt, der blind ist. Durch die individualisierten Inlays in der Ladestation kann er die Hörgeräte nur in einer bestimmten Position einsetzen. Er kann sie dabei also nicht verdrehen oder vertauschen. Und er muss nicht jedes Mal ertasten, wie er die Geräte einsetzen muss. Auch für Menschen, die haptische Schwierigkeiten haben, sind die Akku-IdOs und die Ladestation eine tolle Sache.
Wie klappt denn die Zusammenarbeit mit GN?
Kurzmann: Die Zusammenarbeit ist sehr angenehm. Läuft es in der Anpassung mal nicht so rund, können wir jederzeit anrufen. In der audiologischen Hotline bekommt man sofort Lösungen, die sich leicht umsetzen lassen. Auch im Reparaturfall gibt es schnelle und kulante Lösungen. Der Kunde merkt nicht nur, dass wir uns kümmern. Er bekommt auch das Gefühl, dass dem Hersteller daran liegt, ihn optimal zu versorgen. Auch die Vorort-Betreuung durch Frank Ulbrich und Julia Wolff ist sehr gut. Und unsere Bestellungen machen wir alle online. Das ist sehr praktisch. Der Shop ist jederzeit verfügbar. Man sieht immer, was man bestellt hat. Hat man Geräte ausgewählt, wird gleich angezeigt, welches Zubehör passt. Und man bekommt Vorschläge, was man noch dazu bestellen könnte: »Brauchen Sie noch dies oder jenes?« Ich muss nie lange suchen, kann einfach anklicken und es passt. Nicht zuletzt hilft uns GN auch im Marketing. Aktuell hatten wir 30-jähriges Bestehen und ReSound hat uns mit einer Glückwunsch-Anzeige und verschiedenen Marketing-Dingen für unsere Kunden unterstützt. Auch das war toll.