Von Dennis Kraus / Fotos: OMNIdirekt
Vorträge und Informationen zum Produktportfolio am Messestand von Oticon
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Auf der Industrieausstellung zählte der Stand von Oticon gewohnt zu den durchweg gut besuchten. Im Fokus lagen hier sowohl das in diesem Jahr gelaunchte Oticon Intent sowie das neue Sentio von Oticon Medical, das aktuell kleinste implantierbare Knochenleitungshörsystem. Im Stand-eigenen Auditorium, wo im 30-Minutentakt Vorträge angeboten wurden, für internationale Besucher auch auf Englisch, waren die Neuheiten natürlich ebenso Thema. Zudem war das Team auf alle denkbar aufkommenden Fragen zum Portfolio vorbereitet, ob zu CROS, IdO, oder zur Pädakustik.
Als die für Oticon wichtigste Neuheit des Jahres nennt Horst Warncke das Oticon Intent, in dem nun auch Bewegungssensoren die Signalverarbeitung unterstützen. Von 4D-Sensortechnologie, die die Hörbedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer noch besser unterstützt, spricht man bei dem Hersteller. Nicht zu vergessen die zweite Generation des von Oticon entwickelten Deep Neural Networks.
Der Unterschied zum Vorgänger Oticon Real ist groß. »Die Sprachqualität ist noch mal um 35 Prozent besser geworden, zudem zeigten Nutzerinnen und Nutzer eine noch höhere Merkfähigkeit«, so der Leiter Audiologie bei Oticon. Neu untersucht wurde außerdem, wie Oticon Intent den Hörstress senkt. »Ist man Lärm ausgesetzt, belastet man sein Herz-Kreislaufsystem«, sagt Horst Warncke. Bei größerem Hörstress steigt die Herzfrequenz, bei niedrigem sinkt sie. »Und das haben wir gemessen«, so Warncke. Bis zu 40 Prozent weniger Hörstress erlebten die Probanden mit Oticon Intent im Vergleich zu Oticon Real.
Das deutlich breitere Training der zweiten Generation des DNN in 256 Kanälen – die erste Generation hatte man noch in 24 Kanälen trainiert – spiegelt sich außerdem in der merklich brillanteren Klangqualität. Die DNN-Technologie zieht sich bei Oticon im Übrigen schon durch weite Teile des Portfolios. »Wir haben das inzwischen in unseren Geräten für die Pädakustik sowie in unseren IdO-Geräten«, sagt Warncke. Und das bereits in einigen Mittelklasse-Modellen wie Intent 4, Real 3 oder Own 3.
In diesen Zeiten ebenfalls gut zu wissen: Bei den Oticon-Geräten schaltet sich das DNN nicht nur in besonderen Situationen dazu, es ist immer aktiv. »Es soll ja durchweg das Hören erleichtern«, sagt Horst Warncke. »Und für die Freunde des niedrigen Stromverbrauchs: Die Geräte kann man 20 Stunden am Stück nutzen, inklusive sieben Stunden Streaming.« Selbstredend unterstützt Oticon Intent auch Bluetooth LE Audio. Geräte, die das Protokoll selbst noch nicht anbieten, kann man mit einem LE Audio Adapter über die USB-C-Schnittstelle mit den Hörgeräten verbinden. »Der Adapter wird im Februar 2025 verfügbar sein«, sagt Horst Warncke. Des Weiteren hat Oticon Mitte Oktober die Companion App geupdated, »Das Wesentliche ist, dass die Konnektivität sowohl zum iPhone als auch zu Android-Geräten nochmal verbessert und stabiler gemacht wurde«, so Warncke.
Für den Leiter Audiologie ist dies der letzte Kongressauftritt im Dienst von Oticon. Wenn diese Ausgabe der OMNIdirekt erscheint, hat sich Horst Warncke bereits in den Ruhestand zurückgezogen. Nachdem er Freitagmittag seinen letzten Vortrag am Messestand gehalten hat, honorieren viele Kolleginnen und Kollegen seinen unermüdlichen Einsatz mit einem alles überschattendem Applaus. Es ist aber nicht nur für Warncke, der letzte Messeauftritt im Oticon Kontext. Mit Andreas Stenzel und Kornelia Dietrich verabschieden sich zwei weitere langgediente Oticon-Persönlichkeiten in den Ruhestand.