IMPLANTATE. MED-EL feiert 10 Jahre Hearpeers bzw. Hörpaten, wie die Hearpeers respektive Mentorinnen und Mentoren im deutschsprachigen Raum genannt werden. »Ein Jahrzehnt globaler Unterstützung auf dem Weg zum Hören«, schreibt MED-EL in der aus diesem Anlass herausgegebenen Pressemitteilung.
Ihre Ursprünge haben die MED-EL-Hearpeers in Großbritannien. Hier hatte 2015 »eine Handvoll Freiwilliger« mit dem begonnen, was sich bis dato zu »einer erfolgreichen globalen Gemeinschaft von rund 200 Hörpat*innen in 34 Ländern entwickelt« hat, wie es seitens MED-EL heißt. Tendenz: weiter steigend. Allein in 2024 konnte man Menschen in Costa Rica, Äthiopien und Saudi Arabien in der Community der Hearpeers begrüßen. Untereinander haben die Hearpeers ebenso begonnen, sich zu vernetzen, auch international. So trafen sich viele etwa auf einem Event am MED-EL-Stammsitz in Innsbruck.
Die Hearpeers leben entweder selbst mit einem Hörverlust oder sind Eltern von Kindern mit Hörverlust. Sie unterstützen, inspirieren und begleiten Betroffene auf ihrem Weg zum Hören und bieten dabei Orientierung, machen Hoffnung, sind eine emotionale Stütze und teilen ihre Erfahrungen und persönlichen Geschichten mit »ehrlicher Begeisterung«. Gleichzeitig zeigen sie so, wie Implantate ihr Leben bereichern.
In Deutschland gibt es aktuell 40 »hochengagierte Hörpat*innen«, in der Schweiz acht. »Die wertvollsten Informationen erhält man von betroffenen Nutzern bzw. deren Eltern. Ich möchte die Eltern ermutigen und ihnen Sorgen und Ängste nehmen. Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, hörend die Welt zu entdecken«, berichtet Tina aus Deutschland, deren Tochter Emilia beidseitig mit Cochlea-Implantaten versorgt ist und die sich bei den Hearpeers engagiert.
Wie sinnvoll das Engagement der Hörpat*innen ist, zeigt auch die Wissenschaft. So belegt eine Studie etwa die Vorteile der sogenannten Peer-Kommunikation, also der Kommunikation auf Augenhöhe, besonders in Gesundheitsfragen. Die Gespräche tragen also zur psychologischen Unterstützung bei und helfen Betroffenen, fundierte Entscheidungen treffen zu können.