DIGITALES MAGAZIN
045 | April 2025
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Hörstudie zeigt Fortschritte und Handlungsbedarf in der Versorgung

„Nutzung von Hörgeräten gestiegen“

VERBÄNDE. Zum Welttag des Hörens am 3. 3. dieses Jahres hat der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie e. V. (BVHI) einige Erkenntnisse aus der EuroTrak Deutschland Hörstudie 2025 veröffentlicht. 

Demnach sei die Nutzung von Hörsystemen gestiegen. 47 Prozent der für die Studie befragten Erwachsenen hätten angegeben, von einer Schwerhörigkeit betroffen zu sein und deswegen Hörgeräte zu tragen, schreibt der BVHI in einer Pressemitteilung.

Der Welttag des Hören stand in diesem Jahr unter dem Motto »Mehr verstehen, mehr erleben«. Initiator des Aktionstages ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO), in Deutschland arbeitet die WHO anlässlich des Welttags des Hörens mit dem BVHI zusammen. Schirmherr war Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Hörakustiker, HNO-Ärzte, Selbsthilfegruppen, Politik und zivilgesellschaftliche Akteure und weitere Partner hatten den Tag mit ihren Aktionen landesweit unterstützt und dazu aufgerufen, Verantwortung für die eigene Hörgesundheit zu übernehmen und frühzeitig aktiv zu werden.

Dass der Aufruf nicht verhallt, stützen auch Zahlen aus der EuroTrak Deutschland Hörstudie 2025. So hätten zwar immer mehr Menschen angegeben, mit einer Schwerhörigkeit zu leben, gleichzeitig entscheiden sich aber auch immer mehr für eine Hörgeräteversorgung. Während die Zahl der befragten Menschen mit einer subjektiv eingeschätzten Hörminderung, die auch Hörgeräte trugen, 2022 noch bei 41 Prozent lag, liege diese nun bei 47 Prozent.

In Deutschland hätten 12,6 Prozent der Erwachsenen, das sind etwa 10,5 Millionen Menschen, von sich gesagt, dass sie mit einer Hörminderung lebten. 18 Prozent von ihnen lassen ihr Hörvermögen allerdings nicht HNO-ärztlich abklären und verzichten ebenso auf eine Versorgung. 

Wer sich hingegen versorgen ließ, zeige sich in der Regel sehr zufrieden. So hätten hierzu 97 Prozent der Befragten angegeben, dass sich mit ihrer Versorgung auch ihre Lebensqualität zum Teil deutlich verbessert habe. Darüber hinaus hätten auch wesentlich mehr Hörgeräteträger gesagt, mit ihrer Schlafqualität zufrieden und abends seltener erschöpft zu sein als diejenigen, die sich nicht haben versorgen lassen. Und auch ihr Sozialleben gestalteten sie aktiver, dazu kämen ein erhöhtes Sicherheitsgefühl sowie ein allgemein gesteigertes Selbstvertrauen im Vergleich zu unversorgten Schwerhörigen. Und nicht zuletzt hätten 96 Prozent der Versorgten angegeben, dass sie auch im Job von ihren Hörgeräten profitierten. 55 Prozent der erwerbstätigen Hörgeräteträger meinen, dank ihrer Geräte länger berufstätig bleiben zu können. »In Zeiten des Fachkräftemangels und einer strapazierten Gesundheitsinfrastruktur kommt der Hörsystemversorgung damit eine besondere gesundheits- und volkswirtschaftliche Relevanz zu«, schreibt der BVHI. Eine internationale Studie von 2019 beziffert die Kosten, die unversorgte Hörverluste nach sich zögen, allein in Deutschland auf 39 Milliarden Euro im Jahr. Menschen mit unversorgten Hörverlust seien weniger produktiv und hätten eine kürzere Erwerbsdauer, heißt es. 

»Die Ergebnisse der EuroTrak Hörstudie 2025 belegen, wie wichtig eine frühzeitige Versorgung mit Hörsystemen ist. Dass immer mehr Menschen ihre Hörminderung versorgen lassen, ist eine erfreuliche und – angesichts der hohen Kosten unversorgter Schwerhörigkeit – notwendige Entwicklung«, sagt Dr. Stefan Zimmer, Vorsitzender des Vorstands des BVHI.

Der BVHI wie auch der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte (BVHNO) setzen sich bekanntlich unter anderem dafür ein, dass ab dem 50 Lebensjahr ein kassenfinanziertes, fachärztliches Hörscreening angeboten werden soll. »Bei einer rechtzeitigen Versorgung mit Hörsystemen können mit dem Hörverlust verbundene Folgeerkrankungen vermieden werden«, sagt Prof. Dr. Jan Löhler, Präsident des BVHNO.