Von Martin Schaarschmidt / Fotos: Schaarschmidt, IAS
»Wer hätte das gedacht?!« 10-jähriges Jubiläum des IAS
»Wer hätte das gedacht …?!« Diese Redewendung fiel am Abend des 5. April beim Jubiläumsevent zu 10 Jahren Individual Akustiker Service auffallend oft: Wer hätte 2015, als der IAS mit einem Fachgeschäft an den Start ging, an einen solchen Erfolg geglaubt? Wer hätte gedacht, dass der IAS sich in den kommenden zehn Jahren als die Branchengemeinschaft mit dem größten organischen Wachstum erweisen und so manch anderem, lang etabliertem Verbund den Rang ablaufen würde? Und wer hätte damit gerechnet, dass das neuartige Existenzgründer-Coaching, mit dem der IAS hunderte Akustik-Betriebe beim Start in die Selbständigkeit unterstützte, ein solches Erfolgsmodell sein könnte, das inzwischen zahlreiche Nachahmer hat?
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Entschlossenheit und Wagemut, gemeinsame Erfolge, große Emotionen und sogar ein wenig Magie – all das konnten die Besucherinnen und Besucher beim gemeinsamen Treffen zum 10-jährigen Jubiläum erleben. Schon der Auftakt hatte es in sich: Vor der eigentlichen Feier trafen sich zahlreiche Individualakustiker zu einer Exklusivführung durch die »heiligen Hallen« des Deutschen Fußballmuseums.
Wie wurde Fußball in Deutschland von einem Elite- zum Massensport? Warum war der Regen, der beim WM-Finale 1954 allen anderen Spielern zu schaffen machte, für den späteren Ehrenspielführer Fritz Walter ideal? Welchen Wunsch erfüllte man den Spielern der DDR-Mannschaft nach ihrem Sieg gegen die Auswahl der BRD bei der WM 1974? Wie wurde Gerd Müller zum »Bomber der Nation«? Und mit welchen absurden Begründungen verboten die Funktionäre des DFB in der Zeit bis 1970 den Frauenfußball? Auf der zweistündigen Tour gab es jede Menge zu erfahren.
Bei beeindruckenden Multimedia-Shows konnte man die großen Momente deutscher Fußballgeschichte noch einmal (fast) live miterleben. Ob Sepp Meyers Weltmeister-Handschuhe, das Trikot, das Mario Götze 2014 beim »Tor für die Ewigkeit« trug, die echte Meisterschale oder das Café-Service (2. Wahl), das die deutschen Nationalspielerinnen 1989 als Prämie für ihren ersten Europameistertitel erhielten … – die Sammlung des Fußballmuseums bot eine Fülle einzigartiger, kurioser, skurriler und wertvoller Exponate, die die Besucher bestaunten und ihre fußballbegeisterten Herzen höherschlagen ließen.
Die allermeisten Gäste teilten ein Erlebnis: den Start in die Selbständigkeit mit Unterstützung des IAS
Eine Portion Jubelatmosphäre wie im Fußballstadion gab es auch zum Auftakt der eigentlichen Feier hoch über den Dächern der Dortmunder Innenstadt. Neben hunderten IAS-Mitgliedern sowie deren Angehörigen waren zahlreiche Vertreter von Industrie und Medien sowie weitere geladene Gäste der Einladung in den imposanten »Brauturm« unterm »Goldenen U« gefolgt. Alle Ankommenden betraten den Saal über einen IAS-blauen Teppich, links und rechts gesäumt von klatschenden IAS-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das Empfangsspalier bildeten.
Von Beginn an eine lockere und herzliche Atmosphäre, angeregte Gespräche zwischen alten Bekannten sowie Offenheit für neue Begegnungen. An gemeinsamen Gesprächsthemen mangelte es offensichtlich nicht. Kein Wunder, teilten doch die Allermeisten im Saal ein gemeinsames Erlebnis: Den Start mit dem eigenen Unternehmen und mit Unterstützung der starken Gemeinschaft des IAS.
Der IAS ist und war von Anfang an weit mehr als eine Einkaufsgemeinschaft. Als Coach begleitet er junge und ältere Gründer beim Schritt in die Selbständigkeit, unterstützt inhabergeführte Hörakustik-Unternehmen auf ihrem Weg, ohne sie zu bevormunden. Als Dienstleister bietet er den Betrieben vielfältige Leistungen, die diesen Alleinstellung im regionalen Wettbewerb und auch eine klare Positionierung gegenüber den Großfilialisten ermöglichen. Und der IAS ist seit seinem Start 2015 ein starkes, lebendiges Netzwerk, in dem sich Gleichgesinnte austauschen und voneinander lernen.
All das kommt an – bei aktuell mehr als 500 bundesdeutschen Fachgeschäften, die dem IAS angehören. Keine andere Hörakustik-Gemeinschaft hat in jüngerer Zeit ein vergleichbares organisches Wachstum erzielt.
Durch den offiziellen Teil des Abends wurden die Gäste von Moderator Stefan Leiwen begleitet. Der WDR-Fernsehreporter, der auch als Stadionsprecher beim Fußball-Regionalligisten MSV Duisburg fungiert, gratulierte zum Jubiläum sowie zur Wahl der passenden Location direkt unter dem Wahrzeichen der selbsternannten Fußballhauptstadt. Die Außenterrasse des »Brauturms«, zu Füßen des zehn Meter hohen »Goldenen U«, bot bei bestem Frühlingswetter einen beeindruckenden Ausblick über die Dortmunder City und weit ins Ruhrgebiet.
Jakob Stephan Baschab: »Wir brauchen Unternehmer wie Sie, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen«
Erster Festredner des Abends war Jakob Stephan Baschab. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR (biha) würdigte die Erfolgsgeschichte des IAS sowie das Engagement seiner Mitglieder, das nicht immer die gebührende Anerkennung erhalte:
»Viele von Ihnen sind ja junge Unternehmerinnen und Unternehmer. Und ihr Unternehmen bedeutet für Sie Freiheit, Selbstverwirklichung und Erfüllung. Aber sie haben auch Verantwortung übernommen, Verantwortung für sich, für ihre Familien, für Mitarbeiter, für die Auszubildenden für ihre Regionen, für unser Land und für die Betroffenen schwerhörigen Menschen. Dafür, dass sie diese Verantwortung übernommen haben, verdienen Sie deutlich mehr Wertschätzung und Respekt, als sie heute von der Politik erhalten.«
Vor allem die Bürokratie der gesetzlichen Krankenkassen sei ein Paradebeispiel für die schleppenden Entwicklungen in Wirtschaft und Gesundheitssystem: »Wir müssen weniger Misstrauen miteinander haben. Wir müssen uns wieder viel mehr zutrauen und vertrauen.«
Der Hauptgeschäftsführer der biha unterstrich den hohen Stellenwert des Unternehmertums für die Branche: »Wir brauchen Unternehmer wie Sie, die Sie den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben.« In den inhabergeführten Hörakustik-Betrieben stecke das Fachwissen der gesamten Branche. Die Unternehmen sorgten für Arbeits- und Ausbildungsplätze. Das alles gelte es zu erhalten und auszubauen. Der Referent dankte Jürgen Leisten und Tannassia Reuber und er beglückwünschte sie »für diese tolle Arbeit der letzten zehn Jahre. Wer hätte das gedacht …«
Im Namen des Vorstandes und der Delegierten der Bundesinnung überreichte Jakob Stephan Baschab den beiden geschäftsführenden Gesellschaftern eine Gratulationsurkunde zum Zehnjährigen. Und er wünschte dem IAS viele weitere, erfolgreiche Jahrzehnte.
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Tannassia Reuber: »Ich glaube, wir haben sie alle eines Besseren belehrt …«
Beklatscht, bejubelt und regelrecht gefeiert wurde im weiteren Verlauf des Abends auch das Team des IAS, das Tannassia Reuber den versammelten Gästen vorstellte. Ob Vertriebs- und Marketingteam, die Mitarbeiterinnen aus Buchhaltung und Faktura, Business-Development-Experte Thomas Müller, die Assistentin der IAS-Geschäftsleitung Sarah Kühn oder Gerald Hosinner, Geschäftsführer des IAS Schweiz – alle drängten sich auf der kleinen Bühne und mitunter sahen sich auch die hier versammelten erstmals live. Verzichtet der IAS doch ganz bewusst auf einen repräsentativen Firmensitz und setzt dafür auf individuelle Arbeitsregelungen mit Homeoffice und effizienter Online-Kommunikation sowie flexiblen Arbeitszeitmodellen.
Tannassia Reuber würdigte ausdrücklich die engagierte Arbeit jedes einzelnen im Team sowie die extrem hohe Verlässlichkeit der gesamten IAS-Mannschaft. Zudem begrüßte die Referentin eine Reihe von IAS-Mitgliedern der ersten Stunde wie Thomas Landgraf (Hörwelt Eifel, Monschau-Imgenbroich), Marco Jaspert (Hörgeräte Jaspert, Werne) und Jens Preisner (Preisner Hörakustik, Reutlingen). Namentlich begrüßt wurden auch Annika und Mark Litmeier von Hörleben Akustik Litmeier, die Ende letzten Jahres in Gronau-Epe das 500. Fachgeschäft der Gemeinschaft eröffnet hatten, sowie vier junge Existenzgründer, die in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit Unterstützung des IAS den Schritt in die Selbständigkeit wagten.
Und einmal mehr fiel die besagte Wendung: »Wer hätte das gedacht …« »Als wir damals anfingen«, so die geschäftsführende Gesellschafterin, »hat manch einer gefragt: ‚Noch eine Einkaufsgemeinschaft? Muss das denn sein?!‘ Ich glaube, wir haben sie alle eines Besseren belehrt. Unser Verband erwies sich tatsächlich als die am schnellsten wachsende Gemeinschaft der gesamten Branche.«
Jürgen Leisten: »nicht nur wirtschaftlich profitieren, sondern auch voneinander lernen und sich gegenseitig inspirieren«
Als Hauptredner des Abends würdigte Jürgen Leisten den Weg der Gemeinschaft als »ein Jahrzehnt voller Herausforderungen, voller Erfolge und vor allem voller Mut«.
»Vor zehn Jahren«, so der Referent, »haben wir die Individual Akustiker Service GmbH gegründet mit der Absicht, eine starke Gemeinschaft zu schaffen, die allen inhabergeführten Betrieben in der Hörakustik zugutekommt. Wir hatten das Ziel, sehr attraktive Einkaufskonditionen zu erzielen, Ihre Wettbewerbsposition durch ebenso umfassendes wie einfallsreiches Marketing und echte Alleinstellungsmerkmale zu stärken und eine Atmosphäre der Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten zu schaffen, um voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen.«
Tatsächlich habe man seitdem viel erreicht: »Wir haben unser Netzwerk erweitert, innovative Produkte und Dienstleistungen eingeführt und uns als Marke in der Branche etabliert. Unsere Gemeinschaft hat es ermöglicht, nicht nur wirtschaftlich zu profitieren, sondern auch voneinander zu lernen und uns gegenseitig zu inspirieren.«
Jürgen Leisten dankte allen IAS-Mitgliedern, die mit ihrem Engagement und ihrer Leidenschaft entscheidend zum Erfolg der Gemeinschaft beigetragen hätten. »Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Mut, den ein Existenzgründer in der Hörakustik braucht, nicht nur eine persönliche Eigenschaft ist, sondern auch eine Voraussetzung für den Erfolg. Es erfordert Mut, Herausforderungen anzunehmen. Veränderungen zu akzeptieren und sich mit anderen zu vernetzen. Lassen Sie sich stets von ihrem Mut leiten. Nutzen Sie die Chancen, die sich Ihnen bieten. Und machen Sie einen Unterschied im Leben der Menschen, die auf ihre Expertise angewiesen sind. Und wann immer sie uns brauchen, sind wir für Sie da. Vielen Dank für zehn wunderschöne Jahre IAS.«
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Extremsportler und Mentalcoach Wolfgang Fasching: »Du schaffst, was du willst!«
Alles in allem fielen die offiziellen Reden, die an diesem Abend gehalten wurden, deutlich kürzer aus, als es in diesem Artikel erscheinen mag – vor allem waren sie kurzweilig. Abschließendes Highlight im Programm war der packende Impulsvortrag des österreichischen Extremsportlers und Mentalcoachs Wolfgang Fasching. Unter dem Motto »Du schaffst, was du willst!« bot der Ausnahmeathlet seinen Zuhörern Einblick in die Hintergründe mentaler Stärke und einzigartiger körperlicher Leistungen und lieferte zugleich sehr persönliche Antworten auf elementare Fragen des Lebens.
Der sich anschließende Abend wurde noch sehr lang und war randvoll mit angeregten Gesprächen, schönen Erinnerungen und Ideen für gemeinsame, neue Projekte. Ein köstliches Buffet gab es auch. Und bis in die frühen Morgenstunden feierte und tanzte der IAS unter dem »Goldenen U« ins zweite Jahrzehnt seiner Erfolgsgeschichte.