
CI-VERSORGUNG. Raum für Austausch, neue Impulse und vertiefende Gespräche bot nach einem Jahr der Unterbrechung das dritte Experten-Forum der Ohrenklinik Bensheim – und das trotz großer Hitze. Mit Blick auf eine ganzheitliche Hörversorgung trafen sich am 2. Juli knapp 100 CI-Experten sowie CI-Akustiker, um im Fürstenlager in Bensheim-Auerbach zu diskutieren, welche Lücken in der CI-Versorgung existieren und wie diese geschlossen werden können. Ein oftmals unterschätztes Element, dem man in diesem Jahr einen größeren Platz gewähren wollte, ist das Psychologische, wie Dr. Jérôme Servais, Chefarzt der Ohrenklinik Bensheim, und Jana Verheyen, Leiterin der Hörrehabilitation mit ihrem anspruchsvollen Programm in diesem Jahr verdeutlicht haben. Neben Herausforderungen, wie Hörgeschädigte etwa zu mehr Gesundheitskompetenz befähigt werden können, werde die Frage der »Trauer« in vielen Fällen nicht ausreichend berücksichtigt. Entsprechend sollten Versorgende stärker für emotionale Prozesse sensibilisiert werden. »Neben strukturellen Versorgungslücken sehen wir, dass auf Seiten der Versorger oft unterschätzt wird, wie tiefgreifend das Hören und Verstehen das Leben der Betroffenen prägt. Wenn wir uns die Trauer über den Verlust und die Freude über zurückgewonnenes Sprachverstehen immer wieder vor Augen halten, gelingt ein gemeinsames, persönliches Engagement über Berufs- und Systemgrenzen und Versorgungslücken hinweg«, so Jana Verheyen gegenüber OMNIdirekt. Aus diesem Grund hatte man das Expertenforum, durch das erneut Dr. Birgitta Gabriel mit Feingefühl und klarem Blick führte, um einen Programmpunkt ergänzt – etwa mit einen Hörspaziergang, der in kleinen Gruppen zum Erleben von Klang durch das historische Fürstenlager führte und für alle mit einem Vortrag in einer Lehmhütte zum Umgang mit Trauer und Verlust endete. Der abschließende Sektempfang mit Get-Together zeigte, dass auch das dritte Experten-Forum der Ohrenklinik Bensheim gut angenommen wurde.