IMPLANTATE. Im Juli widmete sich der »DHV Online-Dialog« der Frage, was die Krankenhausreform für die künftige Versorgung mit Cochlea-Implantaten bringt. Ebenso wurde der Frage nachgegangen, worauf sich CI-versorgende Einrichtungen und insbesondere CI-Träger in Zukunft werden einstellen müssen. Zur Beantwortung der Fragen hatte man Marion Hölterhoff eingeladen, Vorsitzende des Cochlea-Implantat-Verbandes Nordrhein-Westfalen (CIV NRW). Das Bundesland diente in den vergangenen beiden Jahren bekanntlich als Testregion für die anstehende bundesweite Krankenhausreform. So konnte der CIV NRW den Prozess nicht nur »aufmerksam« begleiten. Auch habe er »im Sinne der Cochlea-Implantat-Träger diesen Reformprozess mitgeprägt«, heißt es in einer Pressemitteilung des Deutschen Hörverbandes (DHV).

So habe man etwa verhindern können, dass alle Ohroperationen in einer Leistungsgruppe mit Cochlea-Implantaten stehen – »eine entscheidende Weichenstellung, damit die besonderen Anforderungen an CI-Versorgung und lebenslanger CI-Nachsorge berücksichtigt werden«, schreibt der DHV. Denn bisher hatte die Reform vorgesehen, dass die Kosten der Nachsorge mit der Fallpauschale zur Implantations-Operation abgegolten sind. Wenn aber die operierende Klinik die Leistungsgruppe CI nicht mehr betreiben kann, ist die Fortsetzung der Nachsorge an einer anderen Klinik nicht finanziert. Ebenso konnte die Selbsthilfe mit dafür sorgen, dass, statt der geplanten Schließung von fünf Kliniken in NRW, nur zwei Kliniken im Landesteil Nordrhein keine CI-Versorgungen mehr vornehmen werden.
»Der CIV NRW und zuallererst Marion Hölterhoff haben sehr deutlich vorgemacht, was die engagierte regionale CI-Selbsthilfe in ihrem Bundesland erreichen kann«, so Dr. Roland Zeh, Präsident der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft e. V. (DCIG) und Mitglied im Vorstand des DHV. »Durch die aktive Mitgestaltung an der Krankenhausreform ist es möglich, einschneidende Veränderungen im Gesundheitssystem zu beeinflussen und mitzuprägen – im Sinne der CI-Träger und im Sinne aller. Ohne das wären die besonderen Anforderungen an eine gute, lebenslange CI-Versorgung in NRW möglicherweise kaum berücksichtigt worden. Das zeigt jedoch auch umso mehr, wie wichtig ein solches Engagement in allen anderen Bundesländern ist. Wir appellieren an alle regionalen Strukturen der CI-Selbsthilfe, dem Beispiel von NRW zu folgen. Der DHV wird den Austausch weiter vorantreiben und demnächst einen Katalog mit Empfehlungen vorstellen.«
Darüber hinaus nutzte der DHV die erneut gut besuchte Online-Veranstaltung für einen Appell. Demnach sei »es dringend erforderlich, dass sich alle regionalen Strukturen der CI-Selbsthilfe aktiv in den Reformprozess in ihrem jeweiligen Bundesland einbringen«, schreibt der DHV. Zudem wollen der Verband sowie die ihm angeschlossenen Strukturen einen bundesweiten Austausch vorantreiben und Empfehlungen erarbeiten.