VERBÄNDE. 2022 vom Deutschen Schwerhörigenbund (DSB), der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft (DCIG) sowie einigen weiteren Landes- und Regionalverbänden gegründet, soll sich der Deutsche Hörverband (DHV) zu einem gemeinsamen, starken Verband der lautsprachlich kommunizierenden hörbeeinträchtigten Menschen entwickeln. Das schreibt der DHV in einer aktuellen Pressemitteilung, in der der Verband auch auf ein in der »Schnecke« erschienenes Interview mit Dr. Matthias Müller hinweist. In dem Gespräch gibt Müller, DSB-Präsident und Vorstandsmitglied des DHV, Auskunft über den aktuellen Stand der Dinge im DHV.
»Wir sind weiter auf dem Weg zur geplanten Fusion. Dabei gibt es bedauerliche Rückschläge; so haben wir leider auch 2025 keine Pauschalförderung durch die GKV erhalten. Aber das macht uns nur noch kreativer zur Erreichung unserer gemeinsamen Ziele«, sagt Dr. Matthias Müller in dem Interview. Die Fusion der Gründer-Verbände zu einem Verband vollzieht sich also Schritt für Schritt.
Erreicht hat der DHV bereits das Ziel, eine Zeitschrift zu initiieren. Bekanntlich ist die »Schnecke« inzwischen das gemeinsame Blatt von DCIG, DSB und DHV. Der DSB hatte dafür eigens die Kooperation mit der Zeitschrift »Spektrum Hören« beendet.
Darüber hinaus arbeitet man beim DHV daran, im kommenden Jahr das 125. Jubiläum der deutschen Schwerhörigen-Bewegung zu feiern. »Im kommenden Jahr ist es genau 125 Jahre her, dass Margarethe von Witzleben die erste deutsche Schwerhörigen-Bewegung gründete«, sagt Matthias Müller. »Menschen kamen zusammen, halfen einander, traten für ihre Rechte ein – etwa für das Recht, am Gottesdienst teilnehmen und hören zu können. Es war die Geburtsstunde der Hephata-Bewegung in Deutschland – damit nicht nur der Ursprung des späteren DSB, sondern auch des gemeinsamen Ringens aller hörgeschädigten Menschen, aller Jungen und Alten, aller CI- und Hörgeräteträger, sich in einer großen Hörgeschädigten-Selbsthilfefamilie zu vereinen.«
Das wollen DSB, DCIG und der DHV gemeinsam feiern, etwa mit zwei Veranstaltungen in Berlin, wo 1901 alles begann. Am Welttag des Hörens, dem 3. März, wird es dazu einen Festakt mit geladenen Gästen und Interessenten geben. Vom 3. bis. 6. September findet außerdem in der Matthäus-Kirchengemeinde in Berlin Steglitz die Selbsthilfe-Festwoche statt. Weitere Feiern der regionalen Organisationen sind ebenfalls in Planung, so dass das Jubiläum bundesweit begangen werden kann.