Von Jan-Fabio La Malfa / Fotos: OMNIdirekt, MediTrend
Die Meditrend ist »Ready to move«
Am 20. und 21. September lud die MediTrend unter dem Motto »Move!« zu ihrem 7. Fortbildungskongress in das Lindner Congress Hotel nach Düsseldorf. 280 MediTrend-Mitglieder folgten der Einladung und erlebten, hervorgehoben durch eine besondere Keynote, ein Wochenende basierend auf Wertschätzung und Persönlichkeitsentwicklung.
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Mit der Wertschätzung ist es so eine Sache. Jeder möchte wertgeschätzt behandelt werden. Doch wie oft gelingt es einem selbst, Wertschätzung anderen gegenüber zu zeigen? Eine Frage, die sich viele MediTrend-Mitglieder am Wochenende des 20. und 21. September öfters gestellt haben dürften. Denn ein Blick in das Programm genügte, um zu erkennen, dass man beim 7. Fortbildungskongress der MediTrend nicht um diesen Begriff umhinkam. Wer hingegen nach reinen Industriethemen suchte, dürfte nicht fündig geworden sein. Der Fokus war klar: Input zu Weiterentwicklung, zu Branchentrends, zu Zukunftsthemen in der Hörakustik und bei der MediTrend. In einem Wort gesagt: Move!
Der Grundgedanke kam offenbar gut an. Früh meldete die MediTrend-Geschäftsstelle: »Ausgebucht!«. Nach 280 Anmeldungen habe man das Kontigent voll ausgeschöpft. Vorstand und MediTrend-Team fuhren mit dem Gefühl nach Düsseldorf, »Ready to Move« zu sein und ein Fortbildungsprogramm mit vier spannenden Themensäulen vorbereitet zu haben, das »zu neuem Denken« sowie »neuem Handeln« führen kann und »neue Brancheninfos« sowie »starke Zukunftsvisionen« enthält.
Die euphorische Ankündigung basierte auf der gewohnt Mitglieder-zentrierten Denkweise in Münster (siehe Interview).
Es war der erste MediTrend-Fortbildungskongress unter der gemeinsamen Leitung und Planung von Janine Otto und Maximilian Schwab. Der MediTrend-Vorstand ließ im Vorfeld verlautbaren: »Im Leben und in unserer Branche folgt Veränderung auf Veränderung, gefühlt geht das gerade unglaublich schnell. Wir alle müssen im Kopf beweglich bleiben, um zukunftsfit zu sein. Vor allem ist es inmitten von Veränderung unverzichtbar, seinen inneren Werte-Kompass zu kennen und zu behalten.«
Entsprechend groß war auch die Neugier unter den Mitgliedern, als es am Samstagmorgen im vollbesetzen Kongresssaal losging. Insbesondere auf die außergewöhnliche Werte- und Wertschätzung-basierte Keynote von Dr. Caroline von Kretschmann waren viele gespannt. Die vielfach ausgezeichnete Unternehmerin ist Geschäftsführerin des Europäischen Hof Heidelberg, einem 5-Sterne-Superior-Hotel, das sich seit 160 Jahren in Familienbesitz befindet und ausschließlich auf Basis von Werten und dem strategischen Erfolgsfaktor Wertschätzung arbeitet.
Den Anfang macht ein Video, das alle MediTrend-Mitarbeiter groß auf der Leinwand vorstellt. Danach tritt Maximilian Schwab auf die Bühne, der seine Vorstandskollegin Janine Otto vermisst, die kurz darauf mit den Zukunftschancen in Form einer Säule im Arm den vollen Saal betritt.
Anhand von vier großen, aufeinander aufbauenden Holzsäulen in den Farben der Kongress-Themensäulen, erklärt Janine Otto anschaulich die Hintergründe zu dem Fortbildungskongress. Ihr zufolge sei klar: Die vierte Themensäule, die Zukunftschancen, zu erreichen, das funktioniere nur Stufe für Stufe. »Die Erste ist bekanntlich die Schwerste, denn ich muss bereit sein, diese Veränderung anzugehen«, so Janine Otto, während sie Stück für Stück die vier Säulen hochsteigt, um die Mitglieder abschließend aufzufordern: »Welche Zukunftschancen es auch immer sein mögen, alles beginnt bei Ihnen selbst – mit Persönlichkeitsentwicklung, dem Mitnehmen von Teams und Kunden sowie der Nutzung von Chancen, die die Branche uns allen mit den stetigen Weiterentwicklungen bietet.«
Wertschätzung als Säule in der Unternehmenskultur
Nicht von ungefähr folgt die Keynote von Dr. Caroline Kretschmann Mit ihrem Vortrag »Wertschätzung als treibende Kraft im Wandel« zeigte die promovierte Betriebswirtin und geschäftsführende Gesellschafterin, wie gelebte Unternehmenskultur und werteorientierte Führung im Mittelpunkt des 5 Sterne Superior Hotels stehen. Als Familienbetrieb in vierter Generation wisse man ganz genau, dass im Leben die Stufen nicht nur nach oben führen. Ob nun erster Weltkrieg, Spanische Grippe, Inflation, zweiter Weltkrieg, Finanzkrise, Golfkrieg oder Corona – anhand der Geschichte des europäischen Hofs in Heidelberg erkenne man, dass Unternehmen nicht selten auch Krisen ausgesetzt werden.
Unternehmen wie auch Menschen stünden also vor der Frage der Resilienz. Was macht Menschen resilienter als andere? Wie schafft man es, in kritischen Situationen so zu handeln, dass man den alten Zustand zurückbekommt? Oder gar besser zu werden als man reingekommen ist?
Von Kretschmann zufolge ist das durch Wertschätzung möglich. Gerade in Unternehmungen, die, so wie ihres, eine hohe Personalkostenquote aufweisen und der Plattformökonomie ausgeliefert sind, habe man aus ihrer Sicht nahezu keine andere Wahl, wolle man Enkel-fähig denken und nicht in Quartalsberichten. Wertschätzung dürfe jedoch nicht mit Lob oder positivem Feedback verwechselt werden. »Beides ist Anerkennung für etwas, was jemand tut. Wir verstehen Wertschätzung als Anerkennung für das, was jemand ist. Es ist also eine grundsätzliche Haltung«, hält Caroline von Kretschmann fest.

Eine grundsätzliche Haltung könne man jedoch nur einnehmen, wenn man eine Mission sowie Vision besitzt. Ersteres, da jeder eine Vorstellung davon braucht, weswegen er jeden Morgen den Betrieb aufsucht. Zweiteres, da man auch ein Ziel benötigt, das man ansteuern möchte. Überdies sollte man sich darüber bewusst sein, dass in jedem Unternehmen ebenso eine Unternehmenskultur existiert, die tagtäglich gelebt werden muss und von Werten abhängig ist. Wie diese aussehen, hängt von Kretschmann zufolge letztlich von der Führung bzw. der Führungskultur ab. »Sie als Unternehmensführer, als Unternehmer, als Leiter eines Teams aber auch für sich selbst haben in der Selbstführung einen riesigen Hebel, den man gestalten kann. Entsprechend stellt sich die Frage, wie wir Führung so gestalten können, dass wir Menschen anziehen, langfristig binden und es schaffen, dass Menschen Freude an dem haben, was sie machen.« In die Zukunft gerichtet formuliert sie einen Gedanken, der auch in der kundenorientierten Hörakustik von Bedeutung sein dürfte: »Zeit, Aufmerksamkeit und Wertschätzung ist in der digitalen Transformation ein Luxus und wird immer wertvoller. Ich glaube daher auch, dass echte Hospitality und echter Service künftig zum Differenzierungskriterium im Markt wird.«
Erfolgs-Impulse in Vorträgen und Workshops
Eingestimmt mit diesen Gedanken, gingen die Teilnehmer direkt in das Vortragsangebot der ersten Themensäule. Hier wurden in unterschiedlichsten Vorträgen die Werte- und Wertschätzungsgedanken der Keynote mit aufgenommen – und auch sehr pragmatisch umsetzt. Beispiele aus dem Programm sind Vorträge zur Wertschätzung der eigenen Zeit und Ressourcen durch Tools zur Selbstorganisation, zu Stressbewältigung, zu Rhetorik, zu Mut für die betriebliche Expansion, zu neuen Denkweisen zum Marketing oder zu einem wertebasierten Menschenverständnis. Die zweite Themensäule am Nachmittag des ersten Kongresstages brachte Anregungen zu neuem Handeln – von Anpassung bis Führung, von Social-Media-Marketing bis Ruhestandsvorbereitung, vom Umgang mit schwierigen Kunden bis zum Hörtraining. Die neu eingeführten Kurzworkshops beantworteten den Teilnehmenden ebenfalls praktische Fragen z.B. zur Wirkung von Kleidung, zur Nutzung des MediTrend-internen neuen RechnungsPortals oder zur Analyse der eigenen Motivation. Am Abend fand man sich dann zusammen zum großen Dinner mit Party und zahlenreichen in Bewegung bringenden Attraktionen. Am Sonntag waren die Köpfe wieder frei für neue Themen. In den beiden letzten Säulen rund um Branchentrends und Zukunftschancen kamen Branchenkenner, Wissenschaftler und Ärzte verschiedener Disziplinen zu Wort, um neues aus Hörakustik und Medizin anschaulich zu vermitteln.
Zuletzt verabschiedete der Vorstand seine Mitglieder im großen Finale und gab mit einem Gewinnspiel weitere Möglichkeiten, um sportlich in Bewegung zu bleiben – alles passend zum Motto »Move!«.
Janine Otto betont: »Die Impulse aus dem Fortbildungskongress haben wir ganz bewusst so zusammengestellt, dass sie unseren Mitgliedern die bestmögliche Unterstützung bieten - persönlich, fachlich und menschlich. All das braucht man, um in unserer sich so schnell wandelnden Branche weiter erfolgreich zu sein.« Die gute Stimmung beim Finale lässt vermuten: Das kam bei den Teilnehmern gut an.