Ein Award für mehr Sichtbarkeit von Qualität

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Die Initiatoren mit der Jury des Deutschen Hörakustik Awards: Jan-Niklas Runge, Horst Warncke, Veronika Vehr, Dirk Oetting, Kay Stamer und Christian Tilleke (v. l.)

Mit dem »Deutschen Hörakustik Award« wollen Christian Tilleke und Veronika Vehr »Deutschlands beste Akustiker« auszeichnen. Die feierliche Preisverleihung findet am 20. Juni statt, Anmeldeschluss ist der 31. März. Was hinter dem Award steckt und wie ihn die Preisträger für sich nutzen können, darüber sprachen wir mit den beiden Initiatoren sowie den Juroren Dr. Dirk Oetting, Kay Stamer, Horst Warncke und Jan-Niklas Runge.

Von Dennis Kraus / Fotos: OMNIdirekt, DHA

Mit dem neu initiierten »Deutschen Hörakustik Award« sollen in diesem Jahr erstmals Hörakustikerinnen und -akustiker ausgezeichnet werden. Wie kam es zu der Idee, einen Award auszuloben?

Dirk Oetting: Die Eingangsfrage, die sich die Initiatoren gestellt haben, ist die: Wie kann ein Hörakustikfachgeschäft aus dem Wettbewerb herausstechen? Und dafür bietet dieser Award eine besondere Möglichkeit. Um das Bewerbungsverfahren zu durchlaufen, braucht man etwa 20 bis 30 Minuten, man setzt also nicht nur einen Haken bei »ich möchte teilnehmen« und schickt das dann ab. Das ist schon umfangreich. Am Ende können diejenigen, die gewinnen, ihren Award dafür nutzen, Interessenten und Kunden auf ihr Fachgeschäft aufmerksam zu machen.

Veronika Vehr: Mich freut ganz besonders, dass wir so engagierte und ausgewiesene Fachexperten nicht nur für die Idee gewinnen konnten, sondern auch dafür, an dem Award aktiv mitzuwirken und sogar bei der Durchführung Initiative zu ergreifen. Hier kommen top Ideen und Engagement auf höchstem Niveau zusammen.

Der Award soll also ein Signal dafür sein, dass man es mit einem ausgewiesen guten Unternehmen zu tun hat?

Christian Tilleke: Ja. Wenn wir noch bei der Frage bleiben wollen, wie sich ein Fachgeschäft hervorheben kann – in der Regel ist es heute ja so, dass alle Wettbewerber eine moderne Website haben, schicke Schaufenster, alle sind gut ausgebildet und alle haben ein gutes und vergleichbares Portfolio. Worin also unterscheiden sich die Fachgeschäfte? Aus der Perspektive des Endverbrauchers ist das oft nicht ersichtlich. Mit unserem Award wollen wir den Gewinnerinnen und Gewinnern eine Möglichkeit geben, sich besser differenzieren zu können. Der Award soll zeigen, dass man die Kirsche auf der Torte ist.

Kann sich jedes Hörakustikunternehmen für den Award bewerben und hätte zumindest theoretisch Aussichten auf einen Gewinn?

Christian Tilleke: Wir möchten insbesondere die inhabergeführten Fachgeschäfte ansprechen, und von denen vornehmlich diejenigen, die nicht noch im Dornröschenschlaf stecken, sondern die schon engagiert an ihrem Image arbeiten und bereits um die Wichtigkeit von Sichtbarkeit und Differenzierung wissen. Wissen sollte man außerdem: Wird zum Beispiel ein Fachgeschäft eines Unternehmens ausgezeichnet, das mehrere Standorte betreibt, könnte nur diese eine Filiale den Award nutzen und nicht das gesamte Unternehmen über alle Fachgeschäfte hinweg. Aber natürlich können sich auch mehrere Filialen eines Unternehmens parallel bewerben.

Beschränkungen gibt es für die Teilnahme also keine?

Veronika Vehr: Nein. Einige haben uns auch schon gefragt, ob sie mit ihrem frisch gegründeten Unternehmen teilnehmen dürfen. Natürlich dürfen sie! Davon abgesehen, haben wir uns kein Limit gesetzt, was die Zahl der verliehenen Awards angeht. Für die neu gegründeten Unternehmen haben wir übrigens eine Besonderheit realisiert: Sie werden von Alteos unterstützt, sodass die Neugründer nur 50 Prozent der Kosten tragen müssen. Neben den Newcomern wollen wir in einer weiteren Kategorie außerdem Female Leadership prämieren, denn mir liegen die Unternehmerinnen sehr am Herzen. Auch für diese Kategorie haben wir einen Extra-Boost – in dieser Sonderkategorie übernehme ich für die Bewerberinnen die vollen Kosten. Wie wir an den bereits eingegangenen Bewerbungen festgestellt haben, wird die Kategorie sehr gut angenommen.

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Über was für Kosten sprechen Sie? Muss man für seine Bewerbung etwas bezahlen?

Christian Tilleke: Die Bewerbung ist kostenlos. Wenn man allerdings gewinnt und dafür das Marketingkonzept sowie die Logos von uns nutzen möchte, fällt eine Gebühr an.

Veronika Vehr: Darin besteht hier auch ein Unterschied zu anderen Awards, wo man am Anfang eine Summe bezahlt und dann einfach die Auszeichnung bekommt.

Horst Warncke: Dass man eine Gebühr bezahlt, ist nicht ungewöhnlich. Selbst, wenn man als Schauspieler den Stern für den Hollywood Boulevard verliehen bekommt – damit der Stern in den Gehweg eingelassen werden kann, muss man ihn kaufen. Oder man denke an Olympia: Ohne Sponsoren, die einen unterstützen, wäre eine Teilnahme kaum möglich. Dass man selbst einen Anteil an den Leistungen trägt, die man erhält, ist also normal.

Welche Kriterien legen Sie bei den Bewerbungen an?

Horst Warncke: Zunächst benötigen wir ein breites Bild und die vollständig ausgefüllten Bewerbungsunterlagen – und die sollten uns dann natürlich ansprechen. Zudem möchten wir bei der Bewerbung merken: Da ist jemand, der will etwas.

Dirk Oetting: Als Hörzentrum Oldenburg stehen wir ja für Themen wie zum Beispiel Messmethoden. Einmal in der Woche treffe ich mich mit Hörakustikern, die unsere Methoden nutzen. Da sprechen wir darüber, wie genau sie die einsetzen. Und jemand sagte mal: Diese Leute, auf die ich da treffe, das sind die, die nachts nicht schlafen können, weil sie darüber nachdenken, wie sie den Kunden X oder Y noch besser versorgen können. Die brennen also für ihre Sache. Und dieses Brennen, das ist etwas, wonach wir bei den Bewerbern suchen. Das muss man auch gar nicht bis ins Detail definieren, aber es sollte ein Verständnis dafür da sein, dass sie eine wichtige Sache mit dem Hörsinn machen und dass das ein sehr wichtiger Job ist.

Veronika Vehr: Darüber hinaus achten wir auf die Außendarstellung. Die sollte frisch sein. Die Kommunikation sollte zeitgemäß sein, so dass auch die Babyboomer angesprochen werden. Ebenso interessiert uns, ob ein Unternehmen zeitgemäß für seine Kundschaft aufgestellt ist und ob dabei eine klare Strategie verfolgt wird. Das Thema Investition und Entwicklung für die Mitarbeitenden nehmen wir auch in den Fokus. Es geht also nicht allein darum, dass Hörgeräte gut angepasst werden.

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Stellen den Deutschen Hörakustik Award gemeinsam auf die Beine: Veronika Vehr und Christian Tilleke

Worauf achten Sie noch?

Jan-Niklas Runge: Es soll auch um die Sichtbarkeit von Qualität gehen. Es ist ja enorm viel Qualität in der Branche, die fachliche Kompetenz ist sehr hoch, man ist nah am Kunden und unternehmerisch anspruchsvoll. Nur wird das, so nehme ich das wahr, wenig nach außen getragen. Daher wollen wir mit dem Award einen Anstoß geben, aktiver Marketing zu betreiben. Und da Veronika die Babyboomer anspricht: Die werden sich das ganz genau angucken, zu wem sie gehen. Die sind die erste Kundengeneration, die digitalaffin ist. Die Babyboomer haben im Grunde die digitale Welt erfunden und in die Arbeitswelt eingeführt.

Christian Tilleke: Wir als Agentur werden natürlich auch einen Blick darauf werfen, wie die Websites der Bewerber aussehen, was in den Online-Rezensionen steht, wie die Social-Media-Posts aussehen. Außerdem werden wir vereinzelt telefonisch eine kleine Serviceabfrage machen, um einen Eindruck von dem jeweiligen Fachgeschäft zu bekommen.

Kay Stamer: Wir hoffen, dass wir auch durch die Besetzung der Jury dazu animieren können, sich für den Award zu bewerben. Manche Akustiker sind ja der Auffassung, dass Kunden automatisch zu ihnen kommen. Aber ich denke: diese Zeiten sind vorbei. Man geht heute davon aus, dass 30 bis 40 Prozent der Kunden für ihre Wiederversorgung zu einem anderen Akustiker gehen werden. Und das Interessante bei all den Bewerbungen, die schon eingegangen sind, ist, dass man sagen könnte: Die meisten haben es gar nicht nötig, noch mehr zu machen, da sie ohnehin innovativ und modern agieren. Sie nutzen neue Anpassmethoden, sind aktiv auf Social Media und setzen auf Kundenbindungselemente wie zum Beispiel ein cooles Versicherungsprodukt. Aber gerade aus diesem Grunde machen sie mit. Denn sie sind erfolgreich, weil sie immer weiter am Ball bleiben und investieren.

Sie hatten bereits gesagt, dass der Award so konzipiert ist, dass er von den Gewinnerinnen und Gewinnern als Marketinghilfe genutzt werden kann beziehungsweise soll. Wie haben Sie sich das vorgestellt?

Veronika Vehr: Zunächst sollte man sehen, dass es hier nicht allein um das Gewinnen geht. Hat man gewonnen, geht es im Prinzip für das ausgezeichnete Fachgeschäft erst richtig los. Ab dem Moment erhält man die Möglichkeit, den Award ein Jahr lang für sein Marketing zu nutzen. Daher gewinnt man beim »Deutschen Hörakustik Award« nicht einfach nur eine Trophäe, sondern erhält die Chance auf ein Marketingkonzept, welches sich von der Außendarstellung bis hin zur Kommunikation des Fachgeschäfts sehr vielseitig verwenden lässt. Wie gesagt: Es geht darum, mithilfe des Awards noch sichtbarer zu werden und die Einzigartigkeit zu unterstreichen.

Christian Tilleke: Darüber hinaus werden wir eine KI-gestützte Auflistung aller Gewinner ins Netz stellen. Im Vergleich zu einer bloßen Auflistung der Gewinnergeschäfte samt Adresse schaffen wir so einen Kontext, den wir der KI sozusagen zur Verfügung stellen und der sagt: Dort gibt es zum Beispiel einen besonderen Service oder Anpassungen nach neuesten, innovativen Methoden. Dieser Kontext ist für eine KI wichtig, da sie sich so mehr Informationen da rausziehen kann als eben nur den Namen und die Adresse. Nutzen dann wiederum Interessierte eine KI für ihre Recherche, werden sie so eher auf diese Geschäfte aufmerksam als auf andere.

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Die Auszeichnung soll den Gewinnerinnen und Gewinnern auch zu einem wirtschaftlichen Vorteil verhelfen

Welchen Mehrwert bietet der Award dem Unternehmen?

Kay Stamer: Was man schlicht nicht vergessen darf: Der Hörgerätemarkt in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren in Stückzahlen verdoppelt. Gleichzeitig ist die Anzahl der Fachgeschäfte immer weiter gestiegen, was letztlich auch Investoren angelockt hat. Dadurch ist der Markt für die traditionellen Fachgeschäfte immer kleiner geworden. Auch das hat uns dazu bewogen, hier dabei zu sein. Wir möchten den Betrieben die Chance geben, sich nochmal anders differenzieren zu können. Zumal es oft ja auch so ist, dass gute Akustiker sich vom Einkauf über die Anpassung bis hin zum Marketing um alles selbst kümmern. Und wenn wir da ein bisschen unterstützen können, die Sichtbarkeit mithilfe eines Qualitäts- und Gütesiegels nach außen zu tragen, ist das doch eine gute Geschichte.

Horst Warncke: Was außerdem dazukommt, ist, dass es nach wie vor sehr viele Menschen gibt, die eigentlich von Hörgeräten profitieren würden, jedoch nach wie vor keine Hörgeräte tragen. Auch hier kann eine Initiative wie jetzt der Award nochmal einen Schub geben.

Alle zusammen: Wir Jurymitglieder sind uns einig und möchten mit der Auszeichnung den Gewinnerinnen und Gewinnern auch zu einem wirtschaftlichen Vorteil verhelfen. Deshalb ist uns eine optimale Umsetzung im Alltag wichtig – und dafür werden wir die Gewinner mit Material und vielseitigem Support unterstützen.

Frau Vehr, Herr Oetting, Herr Runge, Herr Stamer, Herr Tilleke, Herr Warncke, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.