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Andreas Rath (li.), Geschäftsführer von opta data focus, und Mathias Felst, Bereichleiter Vertrieb, Marketing und Geschäftsentwicklung

»Alle zukunftsorientierten Prozesse aus einer Hand«

Der Markt für Branchen-Software ist zuletzt in Bewegung geraten. Wer positioniert sich wie? Wer hat welche Stärken und bietet welche Perspektiven? Einer der Player ist die familiengeführte opta data Gruppe, deren Tochter opta data focus mit AkuWin und asego.net gleich zwei in der Branche etablierte Softwares anbietet. Wie ist hier der Stand der Dinge? Wohin soll die Reise gehen? Wir sprachen mit opta-data-focus-Geschäftsführer Andreas Rath und dem Bereichsleiter Vertrieb, Marketing und Geschäftsentwicklung Mathias Felst.

Von Dennis Kraus / Fotos: opta data focus, OMNIdirekt

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opta data focus: die Kompetenzmarke für Optiker:innen und Hörakustiker:innen

Herr Rath, Herr Felst, nachdem im Sommer 2023 die beiden opta-data-Töchter ipn und ASEGO zur opta data focus GmbH zusammengefasst wurden: Wie hat sich opta data focus seitdem entwickelt?

Rath: Seit der Gründung haben wir uns stark auf die Integration und Weiterentwicklung unserer beiden Kernsoftwares asego.net und AkuWin konzentriert. Dafür sind auch weiterhin beide Standorte – Delmenhorst und Husum – mit ihren Teams aktiv und wurden weiterentwickelt, zum Beispiel in puncto Mitarbeiter. Schließlich ist in unserer Branche nicht allein Technologie entscheidend. Auch die Beziehung zwischen den Kunden und ihren Ansprechpartnern ist von Bedeutung. Daher legen wir großen Wert darauf, dass unser Team mit unseren Kunden auf Augenhöhe agiert. So können wir sicherstellen, dass wir sowohl mit den spezialisierten Teams als auch mit unseren Kunden direkt in Kontakt bleiben, um die bestmögliche Unterstützung und Servicequalität bieten zu können. Seit Anfang dieses Jahres gibt es innerhalb der opta data außerdem einen eigenständigen Geschäftsbereich Akustik/Optik. Der ermöglicht uns eine noch bessere Fokussierung auf die Berufsgruppe der Hörakustiker.

Felst: Darüber hinaus ist unser Fokus darauf ausgerichtet, Synergien zwischen den Softwares zu schaffen und in beide Lösungen neue Features zu integrieren, die einen echten Mehrwert bieten und den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden. Neuerungen wie etwa KI-gestützte Prozesse werden also stets in beide Softwares einfließen.

Da Sie schon die Weiterentwicklung sowohl von asego.net als auch von AkuWin ansprechen: Inwieweit unterscheiden sich die beiden Softwares überhaupt noch?

Felst: Die Weiterentwicklung von asego.net und AkuWin ist ein kontinuierlicher Prozess. Wobei beide Softwares ihre individuellen Stärken haben und nach wie vor auf verschiedene Anforderungen in der Hörakustik zugeschnitten sind. Aber natürlich haben beide in den letzten Jahren auch enorm voneinander profitiert. So konnten wir zum Beispiel durch den Austausch von Technologien und Innovationen die Funktionen beider Lösungen weiter verbessern, was dazu geführt hat, dass es inzwischen zahlreiche Überschneidungen gibt. Gleichzeitig haben aber sowohl asego.net als auch AkuWin ihre Spezialgebiete behalten.

Rath: Was die Überschneidungen angeht: Die AkuWin-App haben wir zum Beispiel auch für asego.net-Nutzer freigeschaltet. Andersherum ist die Digitale Hörgeräteberatung von asego.net nun auch in AkuWin nutzbar. Und natürlich sind die klassischen Lösungen der opta data Gruppe in beide Softwares integriert, darunter die Abrechnung. AkuWin-Nutzern steht mit connect allerdings schon heute ein digitaler Abrechnungsprozess aus der Software heraus zur Verfügung. Dazu kommt die angebundene KI-Telefonie, die Kunden in der Annahme von Telefonaten flexibel unterstützt.

Felst: Generell legen wir sehr viel Wert darauf, dass sich durch die Prozesse ein roter Faden zieht. Um beim Beispiel der KI-Telefonie zu bleiben: Über die kann ein Endkunde bei seinem Akustiker einen Termin vereinbaren. Alternativ ginge das auch über die Online-Terminvereinbarung auf der Homepage des Akustikers. Retour könnte der Akustiker dem Kunden dann den Anamnesebogen der Digitalen Hörgeräteberatung zusenden, den der Kunde dann zu Hause ausfüllen kann. Das würde dem Akustiker helfen, sich auf den Termin vorzubereiten. Im Termin selbst könnte er die Digitale Hörgeräteberatung für den Beratungs- und Anpassprozess nutzen. Die Digitale Hörgeräteberatung wäre dabei natürlich auf die Prozesse des Akustikers angepasst, so dass sie ihn bestens unterstützen kann. Danach könnte unsere App ins Spiel kommen. Die würde den Akustiker zum Beispiel in puncto Informationen sowie Kommunikation mit dem Endkunden unterstützen. Newsletter aber auch persönliche Schreiben können aus unserer Software heraus über die App an den Endkunden geschickt werden, der Endkunde wiederum kann über die Verknüpfung mit der Online-Terminvereinbarung Nachsorgetermine vereinbaren. Und zwischenzeitlich erfolgt die Abrechnung der Hörsysteme mit dem Kostenträger sowie über die privaten Zuzahlungen.

»Man kann sich darauf verlassen, dass sowohl asego.net als auch AkuWin weiter vollumfänglich gepflegt, unterstützt und weiterentwickelt werden. «

Sie sagen also, all Ihre Lösungen können ineinandergreifen?

Felst: Ja. Unsere Lösungen greifen ineinander oder sind miteinander verknüpft. Und damit nichts verloren geht, kann man alles über unser speziell für Akustiker und Optiker entwickeltes Dokumentenmanagementsystem DocFam ablegen. Im besten Fall würde man so sogar papierlos arbeiten. Um aber auf Ihre Ausgangsfrage zurückzukommen: AkuWin und asego.net sind inzwischen schon recht identisch aufgestellt. In der Bedienweise hingegen gibt es aber weiter Unterschiede, und aktuell sind in AkuWin mehr opta-data-Lösungen integriert.

Wenn Sie sagen, dass die Softwares inzwischen relativ identisch sind: Mit dem Start von opta data focus werden Sie doch sicher zumindest mal davon geträumt haben, ein neues ERP-System zu entwickeln, das asego.net und AkuWin nicht nur vereint, sondern eines Tages auch ablösen könnte. Ist so eine opta-data-focus-Software schon irgendwo am Horizont zu sehen?

Rath: Mit den nächsten Generationen von asego.net und von AkuWin wollen und werden wir einige neue Maßstäbe setzen. Aber natürlich arbeiten wir daran, ein neues, umfassendes und innovatives ERP-System zu entwickeln, das die Prozesslandschaft der Akustiker nicht nur noch weiter vereinfacht, sondern dem Zeitalter von Digitalisierung und KI Rechnung trägt. Die geballte Power der opta data Gruppe mit eigener KI-Abteilung, einem Zukunftsinstitut, einem starken Entwicklungstrieb und mit über 50 Jahren Erfahrung aus der Arbeit mit sämtlichen Berufsgruppen des Gesundheitswesens sowie dem engen Austausch mit Verbänden, politischen Gremien und Kunden wird uns dabei sehr hilfreich sein. Unser aktueller Fokus liegt aber auf der weiteren Optimierung unserer beiden bestehenden Softwares, die ja beide absolut etabliert sind und nach wie vor auch Gründer und Wechselwillige überzeugen.

Felst: Mit der neuen Lösung werden wir nicht einfach eine weitere Software auf den Markt bringen. Wir werden darin alles zusammenführen, was Akustiker im Alltag bisher oft noch getrennt organisieren müssen. Damit bündeln wir die Kompetenzen von opta data focus und der opta data Gruppe zu einer Lösung, die den Berufsalltag schon heute unterstützt, gleichzeitig aber auf das digitale Gesundheitswesen von morgen ausgerichtet ist. So schaffen wir die Grundlage, für künftige Innovationen und digitale Geschäftsmodelle gerüstet zu sein.

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Erfahrene Kundenbetreuer und bekannte Gesichter: Alexander Gehrking (li.) und Dennis Wiebking stehen den AkuWin- und asego.net-Kunden mit jeder Menge Know-how zur Seite

Ein Verfallsdatum für asego.net und AkuWin gibt es aber nach wie vor nicht?

Felst: Nein. Man kann sich darauf verlassen, dass sowohl asego.net als auch AkuWin weiter vollumfänglich gepflegt, unterstützt und weiterentwickelt werden. Und natürlich haben wir für beide Softwares weiter stets aktuelle Entwicklungen und Trends im Auge, so dass sie zum Beispiel mit Blick auf KI oder Themen wie die eVO absolut zukunftsfähig bleiben.

Und das schließt auch umfassenden Support mit ein?

Rath: Der Support ist unser Herzstück. Wir stehen für die nachweislich beste Erreichbarkeit sowie für Hilfe und Beratung auf Augenhöhe. Dafür verfolgen wir ein Konzept, um einerseits langjährige Mitarbeiter zu binden und gleichzeitig über neue Mitarbeiter frische Ideen reinzuholen. Auch Hörakustiker gehören zu unserem Team, denn wir legen Wert auf eine gute Mischung aus fachlichen Experten und Anlaufstellen für allgemeinere Fragen. Und dafür haben wir weiterhin ein asego.net- wie auch ein AkuWin-Team.

Felst: Natürlich haben wir auch hier im Hintergrund Synergien geschaffen. Taucht eine marktrelevante Information oder eine neue Anforderung auf, können wir schnell die Umsetzung in beide Softwares realisieren. Aber abgesehen davon bieten wir natürlich auch weiter zum Beispiel Schulungen an, online oder vor Ort, sowie Trainings- und Infovideos zu Selbstlernzwecken.

Welche Neuentwicklung würden Sie für asego und AkuWin als die relevanteste nennen?

Felst: Im Kontext mit der opta data Gruppe bieten wir eigene Lösungen zur digitalen Abrechnung und zur Abwicklung von Kostenvoranschlägen an. Dazu kommt sicherlich die bereits erwähnte KI-Telefonie, die Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Kurzum kann man sagen, dass wir alle zukunftsorientierten Prozesse aus einer Hand anbieten können, nutzbar aus unseren beiden Softwares heraus. Als Software-Kunde von opta data focus ist man also zukunftssicher aufgestellt. Was uns dabei außerdem zugute kommt, ist, dass wir nah an den GKVen und der Politik sind, Entwicklungen beobachten und mitgestalten.

Mal etwas allgemeiner gefragt: Ihr größter Mitbewerber fiel zuletzt unter anderem damit auf, einige Anbieter von Branchensoftware für die Augenoptik in England und Italien akquiriert zu haben. Wo steht da opta data focus? Was fokussieren Sie?

Felst: Wir sehen uns gemeinsam mit unseren Kunden und Netzwerkpartnern als Mitgestalter der Hörakustikbranche. Und dabei steht Zukunftssicherheit für unsere Kunden an erster Stelle. Wir wollen der vertraute, verlässliche, langjährige Partner unserer Kunden sein. Arbeitet man mit uns zusammen, muss man sich um kaum etwas kümmern.

Rath: Nehmen Sie die Anbindung an die Telematikinfrastruktur oder neue gesetzliche Anforderungen: All das setzen wir fristgerecht und automatisch um, als Kunde müssen Sie da nicht selbst aktiv werden.

Felst: Natürlich machen auch unsere Mitbewerber einen guten Job und haben sicherlich gute Software. Aber das spornt uns nur an. Unser Ziel ist es weiterhin, den Kunden in der DACH-Region die bestmögliche Software zu bieten, die in den alltäglichen Prozessen bestmöglich unterstützt und entlastet. Im Zusammenspiel von Innovationen und digitalen sowie KI-Prozessen halte ich uns übrigens für im Markt einzigartig. Und wenn Sie uns nach der Augenoptik fragen: Hier bieten wir mit asego.net eine bestens an die Marktanforderungen angepasste Software an. Wir müssen also keine Unternehmen dazukaufen. Wir sind von unseren eigenen Lösungen überzeugt und wollen mit denen und unseren Kunden gemeinsam in die Zukunft gehen.

Bleiben wir noch etwas im generellen Markt. Wie beschreiben Sie Ihre Preispolitik? Soweit wir beobachten, schätzen viele Hörakustiker auch mit Blick auf ihre Branchensoftware eine gewisse Preisstabilität …

Rath: Wie gesagt, sind unsere Produkte alle miteinander verknüpft. Daher können wir weitestgehend eine All-in-One-Lösung zu einem fairen Preis anbieten. Gleichzeitig genießt man als Kunde bei uns eine gewisse Flexibilität. Man kann unsere Software kaufen oder mieten, und man kann mit oder ohne Hosting arbeiten. Ebenso bieten wir an, individuelle Themen unserer Kunden in Absprache mit ihnen umzusetzen und zu implementieren. Und natürlich sollte man mit Blick auf opta data focus die ganze opta-data-Welt nicht ausblenden. Hier gibt es diverse Services und Leistungen – vom Banking über Marketingservices bis hin zu Abrechnungs- und Finanzlösungen. All das macht die Arbeit mit uns zu einer Art Kombination aus All-in- und modularer Lösung, immer angepasst an den Kunden, vom einzelnen Fachgeschäft bis zum Filialverbund.

Felst: Mit Blick auf die opta-data-Welt möchte ich hier nochmal auf die Besonderheit verweisen, dass wir im komplexen Abrechnungsmarkt Deutschland alle relevanten Prozesse rund um die Versorgung in einer Hand haben und nicht auf Dritte angewiesen sind. Man denke nur an unsere All-in-Lösung zur Abwicklung für den elektronischen Kostenvoranschlag, unsere digitalen Abrechnungsschnittstellen und so weiter.

Wo sehen Sie für sich die derzeit größten Herausforderungen?

Rath: Im Fachkräftemangel. Aber auch in den anstehenden Reformen durch die Politik. Inwieweit wird die Hörakustik betroffen sein? Wo wird es gravierende Veränderungen geben? Unser Anliegen ist es, unseren Kunden mit unseren Lösungen und unseren Experten die Unterstützung anzubieten, die sie benötigen, um Herausforderungen positiv begegnen und sicher und erfolgreich in die Zukunft gehen zu können. Wichtig ist uns dabei außerdem, mit unseren Lösungen auch die Wettbewerbsfähigkeit der kleineren und mittleren Unternehmen zu stärken. Dafür bieten wir einen Rucksack voller ganzheitlicher Lösungen – und dann entscheidet der Akustiker, wie seine Zusammenarbeit in den verschiedenen Bereichen mit uns aussieht.

Herr Rath, Herr Felst, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.