
Premiere für neueste Konnektivität beim Eurovision Song Contest: In der Wiener Stadthalle verfolgten mehr als 10.000 Besucher das ESC-Finale und sie konnten dabei auch Auracast nutzen
ESC 2026: »Auracast 12 Points!« – Premiere für neueste Konnektivität beim Eurovision Song Contest in Wien
Mit ihrem Song »Bangaranga« gewann die bulgarische Sängerin DARA den diesjährigen Eurovision Song Contest. Neben rund 131 Millionen TV-Zuschauern waren mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher live dabei, als in der Wiener Stadthalle das mitreißende Finale von Europas größtem Musikspektakel ausgetragen wurde. Um sicherzustellen, dass jeder vor Ort das Bühnengeschehen mit optimaler Akustik verfolgen kann, gab es einmal mehr eine Premiere für neueste Konnektivität: Der erste Einsatz von Auracast beim Eurovision Song Contest dürfte gleichfalls »12 Points« verdient haben.
Von Martin Schaarschmidt (GN Hearing) Fotos: Hearit.at, Opus Technologies

AuraGate vom Hersteller Opus – beim ESC bot ein Info-Schalter zusätzlich Taschenempfänger sowie Induktionsschlingen und Kopfhörer an, insbesondere auch für Nutzer von Hörtechnik, die noch noch keine Auracast-Kompatibilität bietet
Barrierefreies Hören an großen öffentlichen Veranstaltungsorten ist längst kein Nice-to-have mehr. Gemäß der Europäischen Richtlinie zur Barrierefreiheit sind Veranstalter von Events in der Größenordnung des ESC gesetzlich dazu verpflichtet, Besuchern mit Hörverlust Hörunterstützung zu bieten. Doch im Falle des Mega-Events in der Wiener Stadthalle war die Erfüllung dieser Vorgaben alles andere als eine Kleinigkeit.
Die technischen Gegebenheiten im größten Veranstaltungszentrum Österreichs gehörten zu den anspruchsvollsten, die man sich vorstellen kann: »In der Halle befanden sich während des Events hunderte von Funkmikrofonen; hinzu kamen komplexe DMX-Beleuchtungsanlagen und eine hohe Dichte an Hochfrequenzsignalen (HF) über das gesamte Spektrum«, so Michael Hammerschmidt, Geschäftsführer von Hearit.at, einem österreichischen Spezialisten für Hörunterstützung bei Live-Events sowie Vertrieb von Opus in AT. »Der bislang übliche Standard, um bei so einer Veranstaltung barrierefreies Hören zu ermöglichen, wäre eine herkömmliche Induktionsschleife gewesen. Doch deren Installation war hier schlichtweg nicht machbar.«
Um sicherstellen zu können, dass alle – auch Menschen mit Hörverlust – an der Magie des Abends teilhaben können, musste Hearit eine bessere Lösung finden: »Dafür führten wir am Veranstaltungsort eine detaillierte Spektrumsanalyse durch und stimmten auch alles ab mit den Technikern und Herstellern der Mikrofone, …. «, so Michael Hammerschmidt. »Und wir stellten fest, dass das 2,4-GHz-Band, also die Frequenz, auf der Auracast arbeitet, frei und nutzbar blieb – trotz der Funküberlastung in der Umgebung. Bei der Wahl des Übertragungssenders entschieden wir uns dann für AuraGate vom Hersteller Opus. Grund hierfür war einerseits, dass die Sender große Bereiche abdecken können. Gleichzeitig gewährleistet AuraGate auch die Audioqualität, die man bei einer Live-Aufführung dieses Kalibers benötigt.«
Auracast-Erlebnisse für alle – auch ohne kompatible Hörsysteme
Mit Auracast kann man Live‑Audio-Streams mit kompatiblen Hörsystemen oder Kopfhörern in herausragender Qualität direkt empfangen – ohne zusätzliche Geräte. In weiterer Zukunft kommt noch eine automatische KI-Übersetzung. Um eine vollständige und redundante Abdeckung zu gewährleisten, wurden die Auracast-Sender strategisch in der Stadthalle auf der DECKE positioniert. »Für die Abdeckung in der gesamten Halle hatten wir vier Antennen verbaut«, erläutert Michael Hammerschmidt. »Vor der Bühne, also Stage Left und Stage Right, sowie Left Back (LB) und Right Back (RB). Diese vollständige Abdeckung entspricht auch den Vorgaben des österreichischen Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes (BGStG), das besagt, dass bauliche Anlagen für Menschen mit Behinderungen überall barrierefrei zugänglich sein müssen.«
Wer bereits über Auracast-kompatible Hörsysteme verfügt, konnte sich direkt mit dem Auracast-Stream verbinden. Doch auch für Nutzer von Hörtechnik, die noch keine Kompatibilität bietet, gab es Lösungen, um von guter Sprachverständlichkeit und klarem Klang profitieren zu können: Vor der Halle bot ein Info-Schalter Taschenempfänger sowie Induktionsschlingen und Kopfhörer an. Über die Empfänger lässt sich das Auracast-Streaming auch in jenen Hörsystemen oder Hörimplantaten empfangen, die noch nicht Auracast-kompatibel sind. Ebenso ist es möglich, den Stream über ein Auracast-kompatibles Android-Smartphone in die Hörsysteme zu senden; bei iOS ist das aktuell noch nicht möglich.
»Am Info-Stand konnten sich Interessenten ihre Möglichkeiten, Auracast zu nutzen, erläutern lassen und ggf. die erforderliche Zusatztechnik leihen«, so der Experte von Hearit.at. »Den Besuchern standen Aura-STRX-Empfänger zur Verfügung. Für die hatten wir uns aufgrund ihrer intuitiven Touchscreen-Oberfläche entschieden. Diese Empfänger ermöglichten den Nutzern, ihren Audiostream selbstständig auszuwählen. Das gesamte System wurde vor Ort über die AuraCONNECT-App konfiguriert, was Anpassungen in Echtzeit ermöglichte, einschließlich der Umstellung auf Mono-Ausgabe, um die Verständlichkeit in der akustischen Live-Umgebung zu optimieren.«

»Ich glaube, es ist gerade diese Freiheit, die uns ausmacht« – Hörex-Vorständin Claudia Hellbach
»Alles hat funktioniert. Es gab keinerlei negative Rückmeldungen.«
Während des gesamten ESC, bei Semi- und Halbfinale sowie beim Finale, war Auracast im Einsatz. Und die Besucher konnten es auf jedem der mehr als 10.000 Plätze der Stadthalle empfangen. Trotz einer komplexen Installation, einer maßgeschneiderten Antennenkonstruktion mit strengen doppelten Sicherheitsstandards und dem gnadenlosen Zeitplan einer Live-Veranstaltung funktionierte die Lösung ohne einen einzigen Zwischenfall. Es wurden keinerlei HF-Störungen verzeichnet. Jeder Teilnehmer, der einen AuraSTRX-Empfänger angefordert hatte, genoss das volle Audioerlebnis in Echtzeit, mit hochauflösendem Klang und einer Latenz von weniger als 30 Millisekunden.
»Das Interesse am neuartigen Streaming-Erlebnis war groß«, so Michael Hammerschmidt. »Es gab viele Anfragen. Die Besucher wollten wissen, wie sie sich verbinden können, und jede Frage wurde beantwortet. Von Seiten des Veranstalters und der Techniker vor Ort gab es nur positives Feedback. Alles hat funktioniert. Es gab keinerlei negative Rückmeldungen. Beim Einsatz von Technik ist das meist mehr wert als ein Lob. Gelobt wird da eher selten. Doch wenn etwas nicht funktioniert, erfährt man es garantiert.«
Auracast beim ESC zeigte klar, dass Hörassistenz-Systeme der neuesten Generation auch den Anforderungen komplexester Live-Events gerecht werden können, indem sie Barrierefreiheit und exzellente Klangerlebnisse miteinander verbinden. Auracast-Streaming funktioniert selbst in anspruchsvollsten HF-Umgebungen, erspart den Einsatz einer Induktionsschleifen-Infrastruktur und lässt sich ungleich schneller und einfacher bereitstellen.
Aufmerksam verfolgt wurde die Auracast-Premiere übrigens auch vom Team von ReSound und Beltone in Österreich: »Beim ESC war erlebbar, wie barrierefreie Audioübertragung bei Großevents heute schon funktioniert«, so Andor Molnár, österreichischer Senior Key Account Manager. »Die Veranstaltung in Wien stand auch für einen weiteren Schritt zu inklusiveren Großevents, bei denen gute Sprachverständlichkeit und klarer Klang in komplexen Hörumgebungen möglich werden – etwa mit Auracast-fähigen Hörsystemen von ReSound und Beltone, die man bei unseren Partnerinnen und Partnern im Hörakustik-Fachhandel bereits seit mehreren Jahren bekommt. Auracast ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Vielmehr erobert es nun auch den öffentlichen Raum. Und da es klare Vorteile gibt, die jeder von uns erleben kann, wird sich die Etablierung in der Breite beschleunigen.«
Das meint auch das Team von Hearit.at, für das in den letzten Wochen bereits das nächste Großprojekt anstand: Während der Fußball-WM veranstaltete die Olympiaworld Innsbruck das größte Indoor-Public Viewing Westösterreichs. Alle Abendspiele wurden auf dem neuen Medienwürfel in der Innsbrucker TIWAG Arena übertragen – einem Eishockey-Stadion, das bis zu 3.000 Fans Platz bietet. Unabhängig davon, wie das Wetter war, konnte man die Spiele bei Stadionatmosphäre und perfekter Stimmung genießen. Wer wollte, hatte dank Auracast auch hier besten Empfang.
Weitere Informationen zu Hearit.at und den Opus Produkten finden Sie auf dem Instagram-Kanal des Unternehmens: instagram.com/hearit.at/