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»Die uCon ist ein klein wenig mein Baby« – Ed Theunissen begrüßte die Gäste in Hamburg

Love the Experience – die fünfte uCon

Von Dennis Kraus / Fotos: OMNIdirekt

Mit der fünften Austragung feierte die uCon ihr erstes kleines Jubiläum. Was 2022 in Köln begann, ist 2026 also schon zu einer gewissen Tradition geworden. Und die steht für Impulse, Inspirationen und Austausch abseits von Produkten und Fachwissenschaft – angeboten jedes Jahr in einer anderen Stadt. Diesen Kurs behielt Unitron auch Ende Juni für die uCon 2026 in Hamburg bei.

In Hamburg und mit einer Location direkt an der Elbe drängt sich das maritime Motto natürlich geradezu auf. Jedenfalls ist auf der Bühne des Theatersaals im Opernloft eine Schiffskulisse aufgebaut. Und als Ed Theunissen die rund 130 Gäste begrüßt, sagt er »Ahoi, herzlich willkommen in Hamburg«. Es kann also losgehen – um nicht zu sagen: Leinen los.

Doch bevor die Gewässer der diesjährigen Themen durchkreuzt werden, blickt Ed Theunissen kurz zurück. »Fünf Jahre uCon – das ist ein Jubiläum«, so der Geschäftsbereichsleiter Unitron Deutschland. 2022 erstmals in Köln abgehalten, hatte man sich damals aufgemacht, einen »nachhaltigen Rahmen für Austausch und Partnerschaft« zu etablieren, so Theunissen auf der ersten uCon. »Unsere Kunden sollen ihre Erfahrungen mit ihren Kollegen teilen können, sich gegenseitig inspirieren und gemeinsam Mehrwert erarbeiten – für ihren aktuellen Alltag und vor allem auch für ihren künftigen Erfolg.«

Diese Koordinaten hat man seitdem beibehalten, bei gleichzeitiger thematischer Vielfalt. Wobei, ganz ohne Konstante geht es auch bei der uCon nicht. Gewisse, natürlich mit Unitron in Verbindung stehende, Themen ziehen sich als obligatorischer roter Faden durch die Agenden. Schaut man sich die Berichterstattung zu den bisherigen Veranstaltungen an, findet man jedenfalls keinen Artikel, in dem es nicht, zumindest kurz, auch mal um Logg it all oder Flex Upgrade geht.

Eine weitere Konstante steht wiederum in Fleisch und Blut auf der Bühne. »Die uCon ist ein klein wenig mein Baby«, sagt Ed Theunissen. Schon bevor er im Sommer 2018 bei Unitron in Deutschland anheuerte, hatte er an seiner alten Wirkungsstätte in den Niederlanden die uAcademy gegründet. Zu der Zeit sei viel los gewesen, erzählt er. Es ging um neue Ideen und um den Umgang mit Veränderungen. In Fellbach stieß er die Idee für ein ähnliches Format in Deutschland an. Rund um Produkte und Audiologie gab es bereits »mega viel«, so Theunissen. Aber für die Themen drumherum habe er keine Veranstaltungen gesehen. Diese Lücke besetzt nun die uCon.

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Rot, Gelb, Grün oder Blau? –Carla Eggen machte die uCon-Besucher mit dem DISG-Modell vetraut

The Power of We

Für ihre fünfte Ausgabe hat Unitron die Routinen der uCon etwas aktualisiert. Hatte bisher allein Ed Theunissen mit maximal einer weiteren Person die Moderation übernommen, setzt man dieses Mal auf »The Power of We« – schließlich sei man zu »Überragendem« nur in der Lage, gehe man den Weg gemeinsam. Und so bittet er seine Mannschaft auf die Bühne, um nicht zu sagen an Deck. Kurz darauf stehen Anja Weinreich, Angelika Merkle, Dragana Radovanovic, Jan Sauter und Michael Austel neben ihrem Kapitän. Sie alle werden im Laufe der anstehenden anderthalb Tage mal das Ruder in die Hand nehmen, Impulse geben oder Gäste an Bord holen.

Auf drei Gewässer ist dieses Mal der Kurs gesetzt. In allen Dreien erwarten einen Impulse sowie je ein Workshop, in dem man selbst aktiv werden kann. Auf der Karte heißen die Ziele »The Power of AI«, »The Power of Upgrade« und schließlich »The Power of Team«. Ergänzt werden die Themen um weitere Impulse sowie einen Marktplatz, den man, um im Bild zu bleiben, auf dem Sonnendeck der MS Unitron aufgebaut hat. Bevor es schließlich von Bord geht, wird man außerdem der Keynote von Lutz Langhoff lauschen können.

»Die uCon hat sich als nachhaltiges Format für Partnerschaft und Austausch etabliert.«

The Power of Upgrade – der erste Ankerpunkt

Wie gesagt: Um Produkte geht es auf der uCon nicht. Gewisse Unitron-Themen tauchen aber doch immer wieder auf. Eines davon ist Flex Upgrade. Damit biete man seinen Partnern ein »starkes Werkzeug«, heißt es an Deck. Gerade in Zeiten von überall steigenden Preisen könnten die Unitron-Kunden ihren Kunden damit ein flexibles, sicheres Produkt anbieten, Fehlkauf sozusagen ausgeschlossen.

In einem Workshop soll das Thema weiter vertieft werden. Wer in die entsprechende Gruppe eingeteilt ist, geht also mit der Leiterin Audiologie, Anja Weinreich, aufs Oberdeck. Die Aufgabe: In kleinen Gruppen Plakate zu erdenken und zu gestalten, die verschiedene Aspekte rund um das Thema Upgrade im Fachgeschäft veranschaulichen.

The Power of AI – der zweite Ankerpunkt

Das zweite Mal vor Anker geht die uCon 2026 bei dem Thema »The Power of AI«. Abgeholt wird man dazu von Dr. Raphael Koning. Mit einem kompakten Vortrag umreißt der Geschäftsführer der Sonova-Tochter Audatic die Geschichte der Künstlichen Intelligenz, anschließend kommt er auf diverse Anwendungsfelder zu sprechen, auf denen sich KI in der Arbeitswelt bereits nützlich einsetzen lässt. Damit ist er direkt im Thema für den zweiten Workshop. Hier erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nämlich die Aufgabe, mithilfe von ChatGPT einen Social-Media-Post mit Bild und Text zu erstellen, der das freihändige Telefonieren in den Fokus rückt und dabei Hörsysteme als Hilfsmittel auch für diesen Zweck bewirbt. In der Folge sitzen die kleinen Gruppen, die zuvor schon die Upgrade-Plakate entworfen hatten, zusammen und prompten. Und wie bei ebenjenen Plakaten nimmt auch hier die eine oder der andere nützliche Erfahrungen für seinen Arbeitsalltag mit. Später wird Jan Fross, bei der Sonova Deutschland für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, sagen, dass auch hierin eine Prämisse der uCon steckt. Sie soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Raum geben, sich in für sie Neuem ausprobieren zu können – und das in lockerer, spaßiger Runde. Love the Experience.

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Besonderer Gast: Michael Luikenga stellte eines der Plakate vor, die im Upgrade-Workshop entstanden

The Power of Team – der dritte Ankerpunkt

An der finalen Destination geht es um die Power des Teams, also um Mitarbeiterentwicklung, Team-Building, darum, wie man die Stärken der Mitarbeiter gut nutzen kann und auch darum, was man eigentlich selbst für ein Typ ist. Die Destination ist ein bisschen das Mallorca unter den Themen solcher Veranstaltungen – nie aus der Mode, vielseitig zu betrachten und – wenn man es richtig macht – sehr unterhaltsam.

Bespielt wird das Thema von Carla Eggen. Die Hamburgerin bietet Business- und Führungskräfte-Coaching an, und bei ihr geht es heute, nach der Power of AI, eher um das Zwischenmenschliche. Wer tickt wie? Wer hat was für Bedürfnisse? Und wie lassen sich diese im Gespräch adressieren? Ein beliebtes Tool für die Beantwortung dieser Fragen ist das DISG-Modell. Das verhaltensbasierte Persönlichkeits- und Kommunikationsmodell unterteilt menschliches Verhalten in vier Grundtypen: Dominant, Initiativ, Stetig und Gewissenhaft beziehungsweise Rot, Gelb, Grün und Blau. Genutzt wird es, um einerseits das eigene Verhalten besser reflektieren und andererseits die Kommunikation mit anderen optimieren zu können. Es kann also nicht nur innerhalb eines Teams von Nutzen sein, sondern auch im Kundengespräch. Hier kann es helfen, die Bedürfnisse seines Gegenübers zu erkennen, was wiederum Aufschluss darüber geben würde, warum sich dieser Mensch verhält wie er sich verhält. Wichtig zu wissen: In der Regel besteht eine Persönlichkeit nicht aus nur einem Grundtypen, sondern besitzt verschieden starke Ausprägungen.

In dem ihrem Workshop vorausgehenden Vortrag schlüsselt Carla Eggen die verschiedenen Grundtypen etwas weiter auf und gibt Beispiele, wer auf was Wert legt und wie man das im Beratungsgespräch berücksichtigen kann. Auch darauf, wie sich Druck und Stress auf die Grundtypen auswirken können, geht sie ein.

In ihrem Workshop kann man seinen am meisten ausgeprägten Grundtypen schließlich selbst verorten. Interessant zu sehen: Viele uCon-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer sehen sich als dominante Grundtypen. Sie entscheiden gern, kommen direkt auf den Punkt, wollen Dinge voranbringen, mögen Herausforderungen sowie Wettbewerb und freuen sich über Ereignisse. Auch gut besetzt ist das Feld der Gelben. Sie sehen sich als initiativ, gehen offen und leicht auf andere zu, sind begeistert, brauchen Austausch und Anerkennung. Die Felder der Stetigen und der Gewissenhaften sind deutlich weniger dicht besetzt. Führungskräfte sind also offenbar oft rot oder gelb. Aber wie lassen sich nun zum Beispiel einem Roten oder einem Gelben Hörgeräte schmackhaft machen? Das kann man in Carla Eggens Workshop unter ihrer Anleitung selbst ausprobieren.

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Die Manschaft der MS uCon: Ed, Theunissen, Jan Sauter, Anja Weinreich, Michael Auster, Dragana Radovanovic, Angelika Merkle (v. li.)

Die Rückfahrt

Nachdem man den Abend mit einem Barbecue bei angenehmer Atmosphäre und Hafenpanorama hatte ausklingen lassen, wird der Kurs am nächsten Morgen gen Heimathafen gesetzt. Die Route lässt allerdings ausreichend Zeit, nicht nur auf die Ergebnisse der Workshops vom Vortag einzugehen. Was für Plakate sind entstanden? Was für mit ChatGPT erstellte Social-Media-Posts? Außerdem holt Ed Theunissen Christina Cantarell an Deck. Im Gespräch mit Theunissen lässt die Geschäftsführerin der Sonova Deutschland GmbH nicht nur durchblicken, welcher Grundtyp nach dem DISG-Modell bei ihr am meisten ausgeprägt ist. Sie geht auch auf den Spirit der uCon ein. In Spanien, wo sie ebenfalls mal für Unitron gearbeitet hatte, bevor sie nach Deutschland kam, habe man immer gesagt, Unitron sei »eine Marke, die eine Seele hat«. Diese Seele, sagt sie, habe sie auch auf der uCon 2026 gesehen.

In seinem anschließenden Beitrag geht Ed Theunissen auf die Bedeutung von positiven Emotionen im Verkauf ein. Wie kann es gelingen, negative Botschaften und negative Sprache zu vermeiden? Geht es um ein Thema wie Hörverlust, ist das bekanntlich nicht immer einfach. Wie kommt man ins proaktive Agieren? Seine Beispiele sind so bildreich wie unterhaltsam.

In der Folge überlässt Theunissen Dragana Radovanovic das Ruder. Sie ist Head of Commercial & Audiological Enablement in Fellbach und spricht über die »Power of Trends«. Dabei geht sie insbesondere auf den aktuellen Gesundheitstrend ein, der auch für die Hörakustik Chancen bieten könnte. So habe etwa eine McKinsey-Umfrage gezeigt, dass 63 Prozent der Befragten ihr Wohlbefinden als wichtig erachten. Auch der Longevity-Trend könne sich, folgt man Radovanovic, positiv auf die Nachfrage nach Hörgeräten oder zumindest das Know-how der Hörakustik auswirken. Als As im Ärmel könne sich außerdem das Terminangebot in den Fachgeschäften auswirken. Hier müsse man schließlich nicht, wie beim Facharzt, sechs oder mehr Wochen auf einen Termin warten, bei dem man dann in wenigen Minuten verarztet wird. Damit ließe sich durchaus auch werben.

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Wie kann man sich und andere motivieren? Darüber sprach Lutz Langhoff

Motiviert von Bord

Aber wie geht man nun nach all dem Input motiviert zurück in den Alltag? Wie lässt man sein Feuer weiter lodern? Dazu spricht, sozusagen als finaler Akt, Lutz Langhoff. Der diplomierte Wirtschaftssoziologe und Unternehmensberater beschreibt sich selbst als »Brandstifter für Mut im Leben«.

Wichtiger Hinweis: Dass man nicht durchweg eine lodernde Flamme in sich trage, sei laut Langhoff »normal«. Andernfalls wäre man wohl in einer manischen Phase – oder amerikanischer Business Coach.

Bis heute, erzählt Lutz Langhoff, setzen viele Vorgesetzte auf das alte Modell von Zuckerbrot und Peitsche. Druck statt Motivation. Nachhaltiger sei da die Beziehung zueinander sowie das Zu-Sich-Selber-Finden und die daraus resultierende positive Haltung. Mit der, sagt Lutz Langhoff, könne man besser auf sein Gegenüber eingehen und es auch motivieren. »Motivation entsteht über Beziehungen«, macht er deutlich.

Denkt man an die zurückliegenden anderthalb Tage, ließe sich dieser Satz auch so sehen: Es wurden Impulse gesetzt und Beziehungen gepflegt. Motivation dürfte demnach beinahe schon automatisch aufgekommen sein.