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Landete eher zufällig in der Branche: Unternehmer Klaas Knaack

»Den Mittelstand schützen und stärken«

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Auf die Frage, wie man seinen Betrieb zukunftssicher aufstellen kann, kursieren mehr Antworten, als es Trainer, Coaches oder Berater gibt. Auch Klaas Knaack bietet mit seiner Firma Next Personalentwicklung hierfür Ideen und Pläne. Was den norddeutschen Unternehmer in diesem Kontext aber so interessant macht: Die Entstehung seines Unternehmens Hörkonzept ist für die Next Personalentwicklung so etwas wie die erfolgreiche Probe aufs Exempel.

Von Dennis Kraus / Fotos: Next Personalentwicklung, OMNIdirekt

Drei Fachgeschäfte betreibt Klaas Knaack im südlichen Hamburger Umland. Das in Buchholz, wo er Ende September den Reporter der OMNIdirekt empfängt, ist das Jüngste. Anfang April dieses Jahres öffnete Hörkonzept hier seine Pforten. Die Geschäfte in Winsen (Luhe) und in Buxtehude gibt es seit dem Sommer 2024. 16 Mitarbeitende zählt das Unternehmen aktuell. Die meisten von ihnen kennt der 34-Jährige allerdings deutlich länger als seine Fachgeschäfte bestehen – obwohl er weder in Lübeck war noch überhaupt gelernter Hörakustiker ist.

Sein Weg in die Branche

Es ist der Zufall, der Klaas Knaack 2016 in die Hörakustik führt. Nach einer kaufmännischen Ausbildung im Hamburger Hafen studiert er berufsbegleitend Betriebswirtschaftslehre, als sein Arbeitsvertrag im Hafen nicht verlängert wird.

Die Verbindung zur Hörakustik kommt letztendlich über seine Eltern. Die Familie lebt in Hollenstedt, einer Gemeinde im Landkreis Harburg mit knapp 4.000 Einwohnern. Man kennt sich. Jedenfalls kennen Klaas Knaacks Eltern Ulf Wieckhorst, der damals Fachgeschäfte in Winsen (Luhe) und Buxtehude betreibt. »Der sucht jemanden«, sagen die Eltern. Feuer und Flamme ist Klaas Knaack da aber erstmal nicht. Wohnen in Hollenstedt und arbeiten in Hamburg ist für ihn bisher eben ein »toller Mix« gewesen.

Irgendwie setzen sich der Hörakustikmeister und er dann aber doch zusammen. »›Klaas, was kannst du denn überhaupt?‹, fragte er mich«, erinnert Knaack. »Ich nannte ihm also ein paar Dinge, die ich während Ausbildung und Studium gelernt hatte. Ich war ja noch echt jung. Für ihn passte das. Also sagte er: ›Wir starten einfach mal und gucken ergebnisoffen, was hinten rauskommt.‹« Über die Hörakustik weiß Klaas Knaack diesem Zeitpunkt »komplett gar nichts«.

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Erste Schritte

Nachdem er über Praktika in den Fachgeschäften von Wieckhorst »ein Gefühl für die Branche« entwickelt und die Produkte sowie die Menschen in den Betrieben kennengelernt hat, beginnen sich die Dinge für ihn zu entwickeln. Er erledigt Büroarbeit und steigt ins Marketing des Unternehmens ein – Aufgaben, die in einem kleinen Betrieb eben im Hintergrund so anfallen.

Bald gehört auch das Personalwesen zu seinen Aufgaben. »Dein Hauptpart ist jetzt, dass wir genug Leute haben. Und wenn die auch noch gut sind, wäre das nett«, sagt sein Chef zu ihm. Einen Ansatz sieht Klaas Knaack darin, Fachkräfte in den eigenen Betrieben auszubilden. »In Spitzenzeiten hatten wir 18 Auszubildende«, erzählt er. Auch eine eigene Azubi-Academy mit Fortbildungen und Events wurde eingeführt.

Um für etwas mehr Stabilität in der Personaldecke zu sorgen, wird außerdem ein einheitliches Vergütungsmodell eingeführt. So könne man sich einerseits vor Abwerbeversuchen schützen. Andererseits ließe sich damit dem Gefühl in der Belegschaft etwas entgegensetzen, jemand würde bevorzugt. »Es ist ja so«, sagt Klaas Knaack. »Es gibt Mitarbeiter, die jedes Jahr nach einer Gehaltserhöhung fragen. Andere fragen in zehn Jahren kein einziges Mal. Das kann schnell zu einem Ungleichgewicht führen.« Entsprechend beinhaltet das Gehaltsmodell zum Beispiel automatische Gehaltserhöhungen. Und natürlich berücksichtigt es auch die Qualifikationen und das Alter der Mitarbeitenden. »Dass ein 19-jähriger Junggeselle anders bewertet wird als ein 45-jähriger Meister, das muss schon klar sein«, sagt Knaack. Zudem geben sie dem Team eine Schlagzahl vor, schließlich muss das Modell auch kaufmännisch tragfähig sein.

Dafür soll auch die Produktivität steigen, wenn auch nicht auf Teufel komm raus. Also schaut er, wie viele Hörgeräte ein Akustiker im Monat gut anpassen kann, ohne dass das für den vollkommen in Stress ausartet. »Und in der Zentrale war es dann unsere Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, dass Kunden nachkommen«, so Knaack.

Dass durch die Bewegung im Unternehmen ein, zwei Leute von Bord gehen könnten, riskieren sie. »Wir haben das Modell natürlich so aufgebaut, dass wir unsere High Performer halten«, sagt Knaack. »Und ein wenig Fluktuation hat ja auch etwas Gutes.«

Wie erwartet, geht in den folgenden Jahren ein Mitarbeiter. Für das Unternehmen hat das aber auch eine positive Seite. Sind Stellen offen, entsteht eine Bleibe-Perspektive für die Azubis. Dem Wachstum schadet das ebenfalls nicht. Zudem sammelt Klaas Knaack für sich wertvolle Erfahrungen.

Dass der Weg nicht falsch ist, zeigt sich in der weiteren Entwicklung. Abwerbungsversuche laufen ins Leere, die Kennzahlen entwickeln sich positiv. Doch dann beschließt Ulf Wieckhorst, seine Geschäfte zu verkaufen. Die Geschäftsübergabe erfolgt im August 2023, ein paar Monate zieht sich der Übergabeprozess noch hin. Was währenddessen deutlich wird: Für Klaas Knaack hat der neue Eigner keine Verwendung, ausschließlich die Hörakustiker werden übernommen. Und so scheidet er am 31. Dezember 2023 aus dem Unternehmen aus.

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Meldet sich beim Team von Next Personalentwicklung unter next-entwicklung.de, erfolgt ganz unverbindlich ein Kennenlernen und aktuelle Herausforderungen sowie mögliche Lösungsansätze werden besprochen

Und dann?

»Kauf ich mir jetzt einen Anzug und suche einen kaufmännischen Job in Hamburg?« Vor der Frage steht Klaas Knaack zu jener Zeit. Aber es kommt anders. Als er hört, dass einige seiner alten Kollegen »auf die Konzernglocke, die den Geschäften übergestülpt wurde, nicht so richtig Lust hatten«, entscheidet er, selbst ein Hörakustik-Unternehmen aufzuziehen.

Keine zwei Monate, nachdem er seinen alten Arbeitgeber verlassen musste, gründet Klaas Knaack schließlich Hörkonzept. Zwei Standorte fasst er für den Start ins Auge: einen in Winsen, einen in Buxtehude – beide in unmittelbarer Nähe zu den alten Geschäften. »Das Gute war, dass ich schon mal selbst zwei Standorte neu planen durfte«, erzählt er. Er weiß also, was zu tun ist. Und die Frage, woher »ich das Personal bekomme, war dabei für mich der einfachste Part«, so Knaack.

Als er im Sommer 2024 zuerst in Buxtehude eröffnet und kurz darauf in Winsen, sind bereits sechs Akustikerinnen und Akustiker aus dem alten Team zu ihm gewechselt. Probleme mit der Meisterpräsenzpflicht hat er also keine. Zu den übrigen Kollegen hält er weiter Kontakt.

Um Kunden zu generieren, setzt er auf die Gesichter seiner Mitarbeiter. »Die Leute folgen ja ihrem Akustiker«, sagt Klaas Knaack. Auch dieser Plan geht auf. Und wenn er bei einem der beiden Standorte das Gefühl bekommt, dass die Kapazitäten einen weiteren Arbeitsplatz hergeben, weiß er, an wen er sich wenden kann. Mit der Eröffnung des Fachgeschäfts in Buchholz wechselt dann ein weiterer Kollege des alten Teams zu Hörkonzept.

»Je größer die Schnittmenge zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist, desto stabiler ist das Unternehmen.«

Wie konnte das klappen?

Nun könnte man annehmen, dass ein bestimmter Typus Akustiker generell eher wenig Erfüllung in seiner Arbeit findet, ist er bei einem großen Filialisten beschäftigt. Aber reicht das? Zumal die Gehälter bei den Großen wahrscheinlich gar nicht mal so übel sind. Und dann kann es ja auch immer noch sein, dass sich jemand selbstständig machen möchte. Wie kann man da als kleinerer Mittelständler bestehen?

»Da sind wir bei dem Thema Next Personalentwicklung«, sagt Klaas Knaack. Das Unternehmen gründet er 2024 parallel zu Hörkonzept. »Personalentwicklung ist wirklich eine Passion von mir. Da fangen meine Augen an zu leuchten, da hab‘ ich richtig Bock drauf, das macht mir unfassbar viel Spaß. Unternehmenskultur, gute Führung – was bedeutet das?«

Geweckt wird seine Leidenschaft schon während seiner Zeit bei Ulf Wieckhorst. Hier lernt er zum Beispiel, wie wichtig Kommunikation mit der Belegschaft ist – auch mal nachzufragen, was gebraucht wird, anstatt alles immer nur »von oben durchzuprügeln«, wie er sagt. Dass heute ein Großteil des alten Teams bei ihm beschäftigt ist, lässt sich als Beleg für seine gute Arbeit lesen.

Um auch für andere Unternehmen tätig werden zu können, lässt Klaas Knaack sich außerdem zum Business Coach ausbilden. »Da habe ich viel gelernt und konnte meinen Methodenkoffer gut bestücken«, sagt er. Gedanken über die Zukunft der Branche hat er sich ebenfalls viele gemacht. »Der demografische Wandel spricht ja erstmal für die Hörakustik«, sagt er. »Aber parallel gehen die Babyboomer in Rente, der Fachkräftemangel wird also weiter zunehmen. Meine Hypothese dazu ist: Die Großen werden ihren Geldhahn noch brutaler öffnen müssen, um ihre Standorte halten zu können. Aber wann ist man als Arbeitnehmer dafür empfänglich?«

Hört man ihm so zu, wie er über Personalentwicklung spricht, wird ein Punkt recht bald klar: Klaas Knaack tut nicht so, als hätte er diese eine magische Zutat, die alle gerne hätten, damit in ihrem Unternehmen alles gut wird. »Ich habe das Rad nicht neu erfunden«, sagt Knaack. Die Methoden, Konzepte und Ideen, die er über die Next Personalentwicklung anderen Unternehmen anbietet, sind aus seinen eigenen Ideen und Erfahrungen heraus entstanden. Zudem hat er immer geguckt, was in anderen, auch großen Unternehmen in Sachen Mitarbeiterbindung und Employer Branding gemacht wird. »Was hauen die an Budgets für welche Maßnahmen raus? Welche Rosinen kann man sich da rauspicken?« Dass ein Unternehmen, nur weil es klein ist, auf diese Vorteile verzichten muss, glaubt Klaas Knaack nicht. »Man kann das auch ins Kleinere runterbrechen. Und dann sage ich: Lass uns doch den echten Mittelstand stark machen und schützen.«

Dass Unternehmen dabei durchaus Hilfe von außen brauchen könnten, dafür gebe es viele Beispiele, meint Klaas Knaack. Natürlich sieht auch er, wie immer wieder aus einzelnen Betrieben heraus spannende Entwicklungen vorangetrieben werden. 3D-Druck, smarte Implementierungen von Künstlicher Intelligenz beispielsweise für das Modelling und so weiter. Auch er selbst ist ja im Grunde ein Beispiel dafür. Aber oftmals sei es auch ganz einfach so: Man macht seine Ausbildung und danach seinen Meister. Und dann ist man entweder unzufrieden oder man wollte eigentlich schon immer selbstständig werden, so Knaack. »Ich möchte da niemandem zu nahetreten, aber das Thema Mitarbeiterführung kriegt man in der Meisterausbildung doch eher nur am Rande mit. So richtig strategisch, auch unter der Frage, wie man das substanziell aufbauen kann, lernt man da nicht.« Er hingegen konnte während seiner Ausbildung, während seines Studiums und auch später bei Ulf Wieckhorst einiges lernen sowie umsetzen. »Und wenn du dann hörst, dass jemand von einem großen Mitbewerber im Geschäft vorbeikam und Berliner mitgebracht hat, aber hinterher kein Mitarbeiter zu dir kommt und sagt: ›Klaas, ich könnte ja auch zu denen gehen, bekomme ich jetzt mehr Gehalt?‹, dann ist das ein innerer Glückstag.«

Unverändertes Design in hoher Auflösung

Als Auftragnehmer

Engagiert man Klaas Knaack mit seiner Next Personalberatung, wird das »eine wirklich spannende Reise«, sagt er. Ziel ist es nicht, das Unternehmen um 360 Grad auf den Kopf zu stellen, sondern mit stetigen Veränderungen zum Ziel zu kommen. Daher ist eine Zusammenarbeit auf einen Zeitraum von 20 bis 36 Monaten ausgelegt. »Ein Impuls ist kein Prozess. Um nachhaltig wirksam zu sein, benötigen wir Zeit«, so Knaack.

Dafür durchläuft man die verschiedenen Module, die er entwickelt hat. »Es geht immer darum, dass wir zusammen gucken, wie wir dich als Arbeitgeber für die Zukunft fit machen – und dazu gehört immer auch der Arbeitnehmer«, erklärt Knaack. Wichtig ist ihm, dass er nicht als Erfüllungshelfer der Geschäftsführung durch das Unternehmen geschickt wird. Auch ist Next keine Gewerkschaft, die Arbeitnehmerinteressen vertritt. »Je größer die gemeinsame Schnittmenge zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist, desto stabiler ist das Unternehmen«, sagt er. Insofern versteht sich Next als Partner auf Augenhöhe, gern auch Sparringspartner. Auch die Tabuthemen möchte er angehen und unangenehme Fragen stellen dürfen. „Danach wird dein Leben aber entspannter“, sagt Knaack in Richtung potenzieller Auftraggeber.

Ein paar Pilotkunden betreut die Next Personalentwicklung bereits, darunter Optik- und Hörakustikbetriebe. Auch ein Unternehmen für Garten- und Landschaftsbau ist dabei. Man muss also nicht unbedingt in der Hörakustik sein, um die Next Personalentwicklung zu engagieren. In diesem Fall passt das ganz besonders.

Was Klaas Knaack mit seiner Firma Hörkonzept schaffte, bietet er mit seiner Next Personalentwicklung jetzt auch anderen an