Das SoniTon-Team-Eventwochenende

»Die Macht der Marke«

Von Jan-Fabio La Malfa / Fotos: OMNIdirekt

Unter dem Motto »Zeit, dass sich mehr dreht« kamen vom 24. bis 26. April rund 250 MediTrend-Mitglieder zusammen, um im NYX Hotel Erfurt einen tiefgründigen Mix aus Markenstrategie, emotionaler Resilienz und Produkt-Innovationen zu erleben. Ein Bericht vom SoniTon-Team-Eventwochenende.

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Circa 250 Mitglieder lauschten zuvor gespannt dem Vortrag ihres Vorstandes Janine Otto

Als Maximilian Schwab und Janine Otto das SoniTon-Team-Event an diesem Aprilwochenende eröffnen, ist es das leise Rasseln von Spiegelsteinen, das knapp 250 Hörer in einem großen Saal des NYX Hotel Erfurt verändern sollte. Und es dauert an diesem Samstagmorgen auch nicht lange, bis beide MediTrend-Vorstände gemeinsam mit dem SoniMatic-Team das Veranstaltungsmotto ausgeben: »Zeit, dass sich mehr dreht«. Denn schon nach wenigen Minuten dürfen die MediTrend-Mitglieder in die Tüten unter ihren Plätzen greifen und ein Spielzeug-Kaleidoskop in den Händen halten. »Ich habe mich schon auf das Geräusch gefreut«, sagt Otto mit einem Schmunzeln. Daraufhin nimmt sie die Teilnehmer kurz mit zurück in die Kindheit, denn das Durchschauen offenbart die Kernbotschaft des Wochenendes: Die Welt verändert sich mit nur einer kleinen Drehung.

Schluss mit dem Erklärbären

Für die Akustiker soll das Utensil als Symbol für den Perspektivenwechsel dienen. Veränderung eröffnet neue Sichtweisen und lässt unerwartete Dinge entstehen. Nach organisatorischen Hinweisen der Moderatoren zu den Fotos – und dem Rat an alle, die mit ihrer Affäre hier sitzen, kurz die Hand zu heben – fällt der Startschuss für den inhaltlichen Kern der Veranstaltung. Die Macht der Marke: Warum und ob ein Label über die Führung im Fachgeschäft entscheidet?

Als Janine Otto die Bühne für ihren Vortrag übernimmt, stellt sie sofort klar, dass ein Vortrag über die Macht der Marke nicht ohne die passende Ausstattung in SoniTon-Farben funktioniert. Um in das Thema »Macht« auch mit einem Augenzwinkern einzusteigen, greift sie zu einem Laserschwert. Anschließend prüft sie, ob schon alle wach sind und startet einen Weckruf. Otto wirft Slogans in den Raum, und das Publikum antwortet sofort. Auf »Geiz ist geil« schallt es »Saturn« durch den Saal, das »Wohnst du noch oder lebst du schon?« wird mit einem »IKEA« quittiert, und bei der zartesten Versuchung brüllt die erste Reihe »Milka!« Als schließlich noch die Audio-Jingles von Bacardi, Langnese von 1991 und der Telekom erraten werden, ist der Beweis erbracht: Die Macht der Marke ist tief im Kopf verankert – genau wie die Tatsache, dass jeder nach einem »Tempo« verlangt, wenn die Nase läuft. Aber natürlich möchte Janine Otto dabei den Fokus schnell auch wieder auf die genossenschaftliche Realität lenken.

Damit eine Marke überhaupt Anziehungskraft im Alltag entfalte, muss diese Otto zufolge erst einmal gelebt werden. »Das alles entsteht ja nicht in irgendeiner Arbeitsgruppe. Ja, das entsteht durch Sie. Durch das, was Sie jeden Tag tun. Wie Sie beraten, zuhören und die Dinge erklären. Also ganz ehrlich? Marke passiert im Alltag, nicht an irgendeinem Schreibtisch.« Entsprechend stelle SoniTon die Basis für MediTrend-Mitglieder dar. Es sei eine Marke, die Orientierung schafft, Qualität bietet und Freiraum für den persönlichen Stil lässt. Der größte Hebel liege dabei im Schutz vor der Digitalisierung. Janine Otto findet dazu im Hinblick auf den Online-Preisdruck unmissverständliche Worte: »Diese elendige Online-Preisvergleicherei. Die geht einfach im Alltag nicht nur auf den Zeiger. Sie ist doch auf Deutsch gesagt wirklich echt ätzend. Und Sie kennen das: Der Kunde sitzt vor Ihnen, hat zwei, drei Geräte ausprobiert, irgendwas vermeintliches im Internet recherchiert, bevor er selber wusste, was er überhaupt haben will, und sagt jetzt zu Ihnen: Warum ist das denn so viel günstiger als bei Ihnen?« Die Folge sei, dass man genötigt werde, in die Rolle des Erklärbären zu rutschen, warum denn jetzt der Preis im Fachhandel so viel teurer als im Internet ist. Bei SoniTon ist dieser Preisvergleich maximal erschwert, da Online-Anbieter SoniTon nicht führen dürfen.

Für die Praxis gibt Otto daraufhin den Teilnehmern einen Tipp zur Gesprächsführung. »Wer sagt, dass ein Gerät mit dem Hersteller XY vergleichbar ist, erzeugt Unsicherheit und wird wieder zum Erklärbären. Mein Rat lautet daher: Sagen Sie einfach nur SoniTon.« Bleibe man konsequent bei der eigenen Marke, gebe man die Führung nicht ab und das Gespräch bleibe definitiv bei der Lösung. Dass der Weg dorthin kein Spaziergang ist, ist Janine Otto dabei vollkommen klar. Eine neue Produktwelt bedeutet neue Namen, neue Abläufe, neue Software. Als sie damals in ihrem eigenen Team die Umstellung verkündete, stand den Kollegen auf die Stirn geschrieben: »Ganz toll. Genau das hat uns jetzt auch noch gefehlt.« All das koste Zeit und Energie, weshalb der offene Austausch auf diesem Event auch so wertvoll sei. »Man muss nicht sofort alles umbauen, aber man sollte den Workshops mit einem Open Mind begegnen«, so Janine Otto weiter. Zudem betont sie in diesem Zusammenhang: »SoniTon ist heute das erfolgreichste Eigenlabel auf dem deutschen Hörakustikermarkt, da die Industrie den Mehrwert erkannt hat und ein tiefes Commitment auf allen Ebenen existiert.«

Am Ende formuliert Otto ihre Kernbotschaft: »Aus Macht der Marke wird Macht die Marke.« SoniTon sei stark, da sie im Alltag genutzt, gelebt und dekoriert wird. Passend zum SoniTon-Slogan »Für alle Töne des Lebens« schließt sie mit dem Appell, die Zukunft proaktiv zu gestalten: »So wie wir heute über die Zukunft sprechen und denken, genauso werden wir sie auch gestalten.«

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Der audiologische Leiter von Resound, Yaser Georgos, eröffnete das Speed-Dating der SoniTon-Marken

Vom Sturz in die Realität

Nach diesem strategischen Impuls kündigt Otto eine echte Mutmacherin an: Miriam Höller. Die ehemalige Stuntfrau, die aus dem Automagazin Grip und aus »Germany’s Next Topmodel« bekannt ist, zieht das Publikum mit einer fundamentalen Frage ab der ersten Sekunde in ihren Bann. »Bist du überhaupt bereit?« Denn das Leben, so warnt Höller sogleich, stellt diese Frage in der Realität niemals. »Es schmeißt uns ungewünschte Veränderungen vor die Füße.« Die Frage sei lediglich, ob man Veränderungen annimmt. »Wo liegt eigentlich der Unterschied, dass Menschen, auch im Unternehmertum, entweder daran zerbrechen oder >jetzt erst recht< sagen und mit diesen Herausforderungen wachsen?« Die wichtigen Antworten, sagt Höller schließlich, liegen in jedem selbst. Doch bevor sie weiter über die eigene Passion und ihren Beruf spricht, fragt sie die Akustiker, wie sie ihren Kunden entgegentreten. Denn wenn man das innere Feuer verloren hat, sei es unmöglich, bei anderen ein Feuer zu entfachen.

In der Folge unterstreicht Miriam Höller mehrfach, dass in einer sich rasant verändernden Welt die Rettung niemals von außen kommt – sie liegt einzig und allein in der radikalen Übernahme der eigenen Verantwortung. Sie fordert das Publikum auf, die eigene Identität jenseits von externen Faktoren wie Status oder Jobprofil zu hinterfragen, und stellt eine unbequeme Frage, die an das Fundament der eigenen Existenz rührt: »Eine Frage, die ich dir stellen möchte, wenn ich dir alles im Leben wegnehme. Deinen Job, dein Geld, deine Kinder, deinen Partner, deine Gesundheit. Was bleibt von dir dann noch?« Wenn all diese äußeren Säulen der Sicherheit wegbrechen, bleibt, so Höller weiter, nur der unverwüstliche, selbstbestimmte Kern übrig: »Heute weiß ich, dass was von mir bleibt. Es gibt auch etwas, was von dir bleibt. Es ist die tagtägliche Entscheidung, wer du sein möchtest. Bei mir sind es diese drei Menschen, die in mir stecken, und genauso ist es bei dir. Aber ich mache von dem Außen mein Glück nicht abhängig, sondern vor allen Dingen von meinem Inneren«, so Miriam Höller abschließend.

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Stuntfrau Miriam Höller erläuterte der MediTrend-Gemeinschaft, wie ein Umgang mit Schicksalsschlägen im Leben aussehen kann

Das Speed-Dating

Mit diesem emotionalen Rückenwind im Gepäck ging es direkt über in die wirtschaftliche Praxis: das Partner-Dating, das zugleich auf die anschließenden Workshops vorbereiten sollte: Exakt fünf Minuten pro SoniTon-Hörwelt, danach, scherzt Otto, wird das Mikrofon gnadenlos heruntergezogen. Jens Freise stürmt für SoniTon Swiss rein analog das Podium. Ganz ohne PowerPoint, dafür auf einem simplen Hocker sitzend mit einem halben Striptease, bricht er eine Lanze für Private-Label-Strukturen: exklusive Abgrenzung, Schutz vor Online-Preisdruck und höhere Margen, basierend auf einer lückenlosen Spiegelung der Bernafon-Welt seit 2016.

Die folgenden Marken nutzen ihr enges Zeitfenster hocheffizient. Das Team von SoniTon Personal betont den zeitgleichen Marktstart mit den Original-Labels auf dem bewährten BrainHearing-Fundament. Yaser Georgos nutzt für SoniTon Next die Metapher einer Dating-App, um neue DNN-Chiptechnologien und einen Escape-Room-Workshop anzukündigen. Für SoniTon Up demonstriert Jan-Phillip Sauter das Unitron Upgrade-Prinzip, das Technikstufen nachträglich softwarebasiert erweitert, kombiniert mit dem Alltags-Analyseverfahren Capture All. Auch das Team von SoniTon Comfort setzt via G8-Technologie und Tune-Konzept voll auf Flexibilität statt physischem Gerätewechsel.

Den Höhepunkt beim Dating setzt allerdings Thomas Häusler für SoniTon More und seine Pflegeprodukte. Mit der Fabel von Frederick der Maus, die Sonnenstrahlen und Wörter für den Winter sammelt, irritiert und berührt er den Saal vollkommen. Alle lauschen der bekannten Geschichte aufmerksam und mucksmäuschenstill bis zur letzten Sekunde. Nach tosendem Beifall kehrt er aber plötzlich für ein cleveres Finale ans Mikrofon zurück: Eine einfache Einblendung enthüllt »Supermäuse-Preise« für Pflegeprodukte am Messestand. Sein Credo: »Überrascht eure Kunden im Kopf und im Herzen.« Scheint wohl so, als hätte das Kaleidoskop bereits gewirkt, und die bunten Steinchen im Inneren haben sich neu angeordnet. Denn anschließend gingen alle hochmotiviert in die Workshops. Diese wurden sehr gut angenommen und bestachen durch einen bunten Mix aus audiologischen Schulungen, Marketingstationen und praxisorientierten Inhalten. Zusätzlich zu den Workshops hatten die Industriepartner die Möglichkeit, sich und ihre Produktpalette im direkten Gespräch an ihren Messeständen vorzustellen. Die Angebote, die eigens für das Event zugeschnitten waren, wurden gerne von den Mitgliedern angenommen. Es war also nicht überraschend, dass die Teilnehmer bei bester Laune eine gut organisierte Abendveranstaltung zum Abschluss eines gelungenen Events genießen konnten.