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Initiative aus Wissenschaft, Selbsthilfe und Wirtschaft fordert nationale Strategie für Hörgesundheit
APPELLE. Eine Expertenrunde, besetzt mit Vertretern aus Wissenschaft, Selbsthilfe und Wirtschaft, hat in München ein Positionspapier vorgestellt, in dem »konkrete Maßnahmen für verbesserte Prävention, Früherkennung und Versorgung« gefordert werden. Das verbreitet MED-EL in einem aktuellen Newsletter.

»Hörgesundheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe« – Gregor Dittrich, Geschäftsführer von MED-EL Deutschland (Foto: MED-EL)
Präsentiert wurde das Positionspapier bereits Ende März im Österreichischen Generalkonsulat in der bayerischen Landeshauptstadt im Rahmen des europäischen Hearing Health Forums EU. Im Anschluss wurde das Papier mit »Fachleuten aus Medizin, Audiologie, Versorgungseinrichtungen sowie Patientenvertretungen diskutiert«, heißt es in dem Newsletter weiter. Mit dabei waren, neben anderen, der Deutsche Hörverband e.V., der Deutsche Schwerhörigenbund e.V., die Deutsche Cochlea-Implantat-Gesellschaft e.V., die Europäische Vereinigung der Cochlea-Implantat-Nutzer a.s.b.l. sowie die Hearring-Gruppe. Sie alle »beteiligen sich an der Initiative«, so MED-EL.
Laut dem Implantat-Hersteller sei das Potenzial in der Versorgung sowie in der »strategischen Weiterentwicklung der Hörgesundheit« in Deutschland »erheblich«. Etwa 16 Millionen Menschen würden hierzulande mit einer Hörminderung leben, so MED-EL. Von einer »unterschätzten Volkskrankheit mit gravierenden Folgen« ist in dem Newsletter die Rede. So wird der Hörverlust als »einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Demenz« angeführt. Aber auch die wirtschaftlichen Folgen seien gravierend. Bis zu 39 Milliarden Euro ließen sich pro Jahr in Deutschland einsparen, gelinge eine »strukturierte Versorgung«.
Entsprechend werden in dem Positionspapier Prävention, Früherkennung und moderne Versorgung gefordert. Als Maßnahmen werden etwa flächendeckende Hörscreenings vom Kindes- bis ins hohe Erwachsenalter gefordert, eine stärkere Integration der Hördiagnostik in bestehende Vorsorgeprogramme, konsequente Lärmschutzmaßnahmen in der Arbeitswelt wie auch in der Freizeit, der Ausbau digitaler und telemedizinischer Versorgungsangebote, der Abbau von Barrieren für Menschen mit Hörbeeinträchtigung zur Förderung der Teilhabe sowie die Stärkung der Selbstbestimmungsrechte von Patienten durch Aufklärung und den Abbau von Vorurteilen gegenüber Hörbeeinträchtigung.
Der Implantat-Hersteller MED-EL sieht »Hörgesundheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe« und engagiert sich deshalb innerhalb des Hearing Health Forums EU. »Hörverlust ist eine der am meisten unterschätzten Volkskrankheiten unserer Zeit mit enormen individuellen und gesellschaftlichen Folgen. Deutschland hat hier die Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen und wichtige Impulse zu geben. Dafür braucht es jetzt eine nationale Strategie, die Prävention, Früherkennung und moderne Versorgung konsequent zusammenführt«, erklärt Gregor Dittrich, Geschäftsführer von MED-EL Deutschland.
Das Positionspapier kann man online unterstützen, siehe: www.hearinghealth.eu/strategiehoergesundheit/
