NEWS AUS DER BRANCHE

AUSBILDUNG
Sommer-Gesellenprüfung: Amplifon-Azubi ist Bundesbester
Der Amplifon-Azubi Maximilian Degraf hat bei der Gesellenprüfung im Sommer »das bundesweit beste Ergebnis erzielt«. Das meldet Amplifon Anfang August.
Seine Ausbildung absolvierte Maximilian Degraf in einer Amplifon-Filiale im baden-württembergischen Albstadt, nun startet er als Geselle bei dem Großfilialisten. »An seinem Beruf schätzt Maximilian Degraf insbesondere die Vielseitigkeit«, schreibt Amplifon in der entsprechenden Pressemitteilung. »Die Abwechslung hat mich überzeugt«, wird Maximilian Degraf darin zitiert. »Der Beruf verbindet den persönlichen Kontakt mit Menschen mit technischem und anatomischem Wissen sowie handwerklicher Arbeit.«
Dass er bei den Gesellenprüfungen so gut abschneiden konnte, erklärt Degraf mit verschiedenen Faktoren. So sei er einerseits persönlich an dem Beruf interessiert, andererseits habe er »Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen, Lehrkräfte sowie Mitschülerinnen und Mitschüler« erfahren, und auch seine Zeit in Lübeck werde ihm »in besonders guter Erinnerung bleiben«.
Seinem erlernten Beruf möchte Maximilian Degraf treu bleiben, eine Meisterqualifikation zu einem späteren Zeitpunkt schließt er ebenfalls nicht aus. Angehenden Hörakustikerinnen und -akustikern gibt er zudem mit auf den Weg: »Bleibt neugierig, bleibt ehrgeizig und kennt euren Wert.«
LABORE
Dreve übernimmt Otoplastik-Labor in Posen
Dreve hat zum 1. August dieses Jahres ein Otoplastik-Labor im polnischen Posen übernommen. Das Labor hatte lange zur KIND-Gruppe gehört und war im März vergangenen Jahres zunächst von Amplifon gekauft worden. Nun hat sich auch der italienische Filialist von dem Labor getrennt, wodurch sich für Dreve die Chance ergab, den Standort zu übernehmen. Darüber informierte die Dreve Otoplastik GmbH jüngst in einer Pressemitteilung.
»Amplifon konzentriert sich künftig konsequent auf sein Kerngeschäft, den Vertrieb und die Versorgung mit Hörgeräten. Im Rahmen dieser Fokussierung wurde für das Otoplastik-Labor ein neuer Eigentümer gesucht, der über umfassende Expertise in der Entwicklung und Herstellung von Otoplastiken verfügt. Mit Dreve konnte ein idealer Partner gefunden werden (…)«, heißt es in der entsprechenden Meldung aus Unna.
Um die Kontinuität zu wahren, habe man »sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter« des polnischen Labors übernommen, schreibt Dreve. So erhalte man sowohl das Know-how vor Ort als auch die langjährigen Kundenbeziehungen.
Zudem verspreche man sich »zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten« und stärke gleichzeitig die europäische Präsenz des deutschen Traditionslabors. »Mit dem Standort in Posen gewinnen wir ein erfahrenes Team und erweitern unsere Kapazitäten in einem wichtigen europäischen Markt. Gemeinsam wollen wir die Chancen der Digitalisierung nutzen und unsere Position als innovativer Hersteller von Otoplastiken weiter ausbauen«, erklärt Geschäftsführer Dr. Volker Dreve.

HERSTELLER
WSA im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 stärker
WS Audiology hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 ein organisches Wachstum von 3 Prozent sowie eine verbesserte Rentabilität verzeichnet. Das meldet das WSA-Headquarter im dänischen Lynge. Auch die EBITDA-Marge habe man im dritten Quartal (1. April 2026 – 30. Juni 2026) um 2 Prozentpunkte auf 19,1 Prozent steigern können. Damit befinde man sich mit Blick auf das gesamte Geschäftsjahr weiter auf Kurs, die prognostizierten 1 bis 2 Prozent organisches Wachstum zu erreichen.
»Das organische Umsatzwachstum im dritten Quartal entsprach den Erwartungen, wobei sich die Dynamik gegen Ende des Quartals verstärkte. Gleichzeitig verbesserte sich die Rentabilität deutlich, was die konsequente Umsetzung unserer strategischen Prioritäten widerspiegelt«, kommentiert Jan Makela. Darüber hinaus »freuen wir uns über die Markteinführung von Signia MaX«, so der WSA-CEO weiter.
Für die ersten 9 Monate des laufenden Geschäftsjahres erzielte WSA insgesamt ein organisches Wachstum von 1 Prozent auf 1.881 Millionen Euro – im Vergleichszeitraum des vorherigen Geschäftsjahres lag das organische Wachstum bei 0 Prozent. Der ausgewiesene Konzernumsatz ging aufgrund von Währungseffekten hingegen um 4 Prozent zurück. Das EBITDA belief sich vor Sonderposten auf 347 Millionen Euro, die Marge stieg um 1,2 Prozentpunkte.
HERSTELLER
Allure AI RIC – Widex launcht neues System mit Extra-KI-Chip
Widex hat die Einführung von Allure AI RIC bekanntgegeben. Mit dem neuen System bietet nun auch Widex eine KI-Option zur Unterstützung in akustisch anspruchsvollen Umgebungen. Gleichzeitig folge man weiter der Markentradition, »Hören so natürlich wie möglich zu gestalten«, wie in der entsprechenden Meldung betont wird. Und weiter: »Natürlicher Klang bleibt die Basis, zusätzliche Unterstützung kommt auf Knopfdruck.«
Das Allure AI RIC nutzt also kein permanent »maximal« arbeitendes Deep Neural Network. Das bekannte Universal-Programm liefere »bereits eine starke Basis«, schreibt Widex. In Untersuchungen habe Allure gar drei DNN-basierte Hörsysteme bei der Sprachverständlichkeit im Störgeräusch übertroffen und »mit dem leistungsstärksten Vergleichssystem auf Augenhöhe« gelegen, heißt es in der Meldung weiter. Zudem habe Allure bei mittlerem bis hochgradigem Hörverlust »bis zu 26 Prozent bessere Werte gegenüber drei DNN-basierten Systemen erreicht«.
Auf dieser Basis setzt das Widex Allure AI RIC an. Wünscht die Nutzerin oder der Nutzer mehr Unterstützung, kann man per Taster, Fernbedienung oder App Clarity Boost hinzuschalten. »Damit bleibt die Entscheidung dort, wo sie hingehört: bei der Person, die das Hörsystem trägt«, schreibt Widex. Clarity Boost soll »zusätzliche Sprachklarheit« liefern, indem es das Output-SNR um 5 bis 6 dB verbessert.
Für die Signalverarbeitung per DNN setzt Widex nach eigenen Angaben als erster Hörgeräte-Hersteller auf »eine audio-spezifische KI, die gezielt für die Verarbeitung von Audioinhalten entwickelt wurde«. In deren Zentrum stehe ein sogenanntes Linear Recurrent Neural Netzwork (L-RNN), das »über eine Art >Gedächtnis<« verfüge. Es könne Gehörtes in einen zeitlichen Kontext setzen und so berücksichtigen, wie sich Sprache, Nutzschall und Umgebungsgeräusche über die Zeit verändern. Trainiert worden sei diese Audio-KI mit einem Large Audio Foundation Model (LAFM). Abgerufen wird die Leistung für Clarity Boost von einem separaten KI-Coprozessor.
Trotz des zweiten Prozessors ist Allure AI RIC nicht größer als das arrivierte Allure RIC. Verfügbar istWidex Allure AI RIC in den Technikstufen 440 und 330. Die Akkulaufzeit gibtWidex mit bis zu 36 Stunden ohne Streaming an.

DEMENZ
Hörgeräte wichtiger Faktor: WHO veröffentlicht Liste von Strategien zur Demenz-Prophylaxe
Mitte Juli hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine aktualisierte Liste mit Strategien zur Demenzprophylaxe veröffentlicht. Die genannten Strategien sollen helfen, das Auftreten von Demenz über den gesamten Lebensweg zu verhindern oder zumindest zu verzögern. »Wir wissen heute mehr denn je darüber, was das Demenzrisiko beeinflusst, und diese Leitlinien setzen dieses Wissen in konkrete Maßnahmen um«, erläuterte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, bei der Vorstellung der neuen Empfehlungen.
Als einen großen Faktor nennt die WHO in ihrer Liste auch das Tragen von Hörgeräten. So hänge schlechtes Hören »eng mit dem Abbau und der Entwicklung einer Demenz zusammen«. Hintergrund seien einerseits die Einsamkeit sowie die kognitive Belastung des Betroffenen und neurobiologische Veränderungen durch Hörprobleme. Dazu komme außerdem ein erhöhtes Unfall- oder Sturzrisiko. »Ein schlechtes Gehör ist somit für sieben Prozent aller Fälle von Demenz verantwortlich«, schreibt die WHO.
Damit misst die Weltgesundheitsorganisation einem schlechten Gehör den vergleichsweise größten Risikofaktor zu. Als weitere Strategien nennt die WHO »geistig aktiv sein«, »körperliche Bewegung suchen«, »sich sozial engagieren«, »mit dem Rauchen aufhören«, »Alkoholkonsum senken«, »schmutzige Luft meiden«, »Übergewicht abbauen«, »Diabetes behandeln«, »Bluthochdruck senken«, »Cholesterinwerte gut einstellen« und »auf gesunde Ernährung achten«.
HERSTELLER
StarLink Edge LE-Adapter: Bluetooth LE Audio für noch mehr Starkey-Geräte
Starkey hat eine Erweiterung des Zubehörportfolios bekanntgegeben. Mit dem StarLink-Edge-LE-Adapter stellt das Unternehmen ein Zubehör bereit, das Audio-Signale von USB-C-fähigen Smartphones, Tablets und Computern via Bluetooth LE Audio direkt auf die Hörsysteme der Familien Omega AI und Edge AI senden kann. Nutzerinnen und Nutzer können so von »hochwertigem Streaming und freihändigem Telefonieren profitieren«, schreibt Starkey.
Der entscheidende Punkt hierbei ist, dass der StarLink-Edge-LE-Adapter Bluetooth LE Audio auch auf jene Geräte bringt, die den Standard von Haus aus nicht unterstützen.
Die Inbetriebnahme beschreibt Starkey als Plug-and-Play. Einfach den Adapter in die USB-C-Buchse des gewünschten Endgeräts stecken, schon lassen sich Anrufe, Videokonferenzen, Musik, Podcasts, Hörbücher oder Filme direkt über die Hörsysteme hören – und das in »hoher Klangqualität bei gleichzeitig energieeffizienter Übertragung«.
