Neutraler Blick von außen

Ist seit Anfang September als Unternehmensberater und Sparringspartner unterwegs: Tony Möller
Von Dennis Kraus / Fotos: OMNIdirekt
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Während seiner rund zehnjährigen Tätigkeit in der Gebietsverkaufsleitung bei Starkey lernte Tony Möller nicht nur vieles über die Branche. Er fand auch Gefallen an ihr. Seine Erfahrungen aus dieser wie aus der Zeit, bevor er in der Hörakustik anfing, hat er nun für seinen nächsten Schritt als Basis genommen. Mit Tony Möller Consulting bietet er seit Mitte September seine vielseitige Expertise als Unternehmensberater und Sparringspartner an. Wer ist der Mann?
Einen Tag, bevor sich Tony Möller mit dem Reporter der OMNIdirekt trifft, hat er seinen ersten Einsatz in seiner neuen Tätigkeit. Lumee, ein Hörakustikunternehmen im Kreis Ostwestfalen-Lippe, hat ihn für einen Workshop gebucht. Liest man den LinkedIn-Post, den Lumee-Inhaber David Häusler dazu verfasst hat, war der Tag und damit auch Tony Möllers Start in sein neues Berufsleben ein voller Erfolg. In dem Post ist von »Vertrauen« die Rede, von einem »offenen, ehrlichem und vor allem erfolgreichen Austausch« und dass es »menschlich gepasst« habe. Das klingt, als wäre da jemand bei Lumee zu Gast gewesen, der Sachverstand mit Menschlichkeit, Vertrauenswürdigkeit mit Expertise verbindet.
»Einen besseren Start hätte ich mir nicht vorstellen können«, sagt Tony Möller am Tag darauf. Den Post von David Häusler, seinem ersten Kunden, gelesen zu haben, habe ihn gefreut und motiviert. Auch »ein paar Learnings« habe er von dem Workshop mitgenommen. Und die Adjektive »offen« und »ehrlich« schreibt nicht nur das Team von Lumee ihm zu – er sieht das Team in Gütersloh genauso. Ein wahres Match.
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Business – die erste Säule
Das Angebot von Tony Möller Consulting fußt auf drei Säulen: Business. System. Mensch. Alle drei stehen bei ihm auf festem Boden. »Betriebswirtschaft war schon immer mein Fundament«, sagt Möller. Bereits bevor er in die Hörakustik kommt, lernt er die geschäftlichen Grundlagen von der Pike auf. Möller durchläuft zunächst ein Management-Trainee-Programm bei Galeria Kaufhof, lange vor all den strukturellen Veränderungen, die der Konzern später durchlaufen muss. Parallel studiert er an der Euro-FH Betriebswirtschaft und absolviert an der Management School der Uni Kassel ein General Management-Programm. Schritt für Schritt steigt er damals die Karriereleiter empor, erhält mehr und mehr Verantwortung und kommt rum: München, Stuttgart, Heilbronn, Frankfurt, Köln. Als Abteilungsleiter bei Galeria Kaufhof wird er schließlich von Leonardo abgeworben. Bei der bekannten Glas- und Deko-Marke arbeitet er zunächst als Personalleiter, später kommt das Key Account Management dazu. Etwa 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie fünf Key Account Manager samt deren Teams verantwortet er bei Leonardo zuletzt.
In dieser Phase seines Berufslebens verändern sich für Tony Möller auch die persönlichen Prioritäten. »Ich wollte berufliche Verantwortung und mein Privatleben besser miteinander verbinden«, erzählt er. Die Konsequenz: Er entscheidet sich erstmals für die Selbstständigkeit und arbeitet fortan als Unternehmensberater. Im Vergleich zu heute sei er damals, zwölf Jahre ist das nun her, aber noch eher klassisch unterwegs gewesen, sagt er. Er schaut sich die Zahlen seiner Auftraggeber an, stellt dazu Fragen, die er dann gemeinsam mit dem Auftraggeber beantwortet.
Zu dieser Zeit wird er schließlich auf die Hörakustikbranche aufmerksam. Er sieht eine Anzeige von Starkey. Die Niederlassung in Hamburg sucht einen Gebietsverkaufsleiter. »Auf der Anzeige war auch ein iPhone abgebildet«, erinnert sich Tony Möller. Das aktuelle Starkey-Flaggschiff ist da gerade das Halo. »Die Branche kannte ich damals überhaupt nicht«, sagt Möller. Bei einem Hörgerät denkt er an die stereotype beige Banane – und dann liest er etwas von Konnektivität zum iPhone. Das findet er spannend. Vielleicht könnte er da ja irgendwie beratend mitmischen, denkt er sich. Sein erstes Gespräch mit Thorsten Quaas und Markus Böcker verläuft dann aber »so mega, dass ich das einfach mal probieren wollte«. So landet er vor etwas mehr als zehn Jahren als Gebietsverkaufsleiter bei Starkey.
Mensch – die dritte Säule
Das Gebiet, das er von Starkey bekommt, wurde da gerade neu kartiert: Mitte. Die Anzahl an Kunden in der Region hat Tony Möller als sehr überschaubar in Erinnerung. Allerdings gibt es in dem Gebiet durchaus viele inhabergeführte Fachgeschäfte, Potenzial ist also vorhanden. »Aber dafür musste das Gebiet intensiv betreut werden – was am Ende ja auch geklappt hat«, so Möller. Parallel zu seiner Arbeit für Starkey erwirbt er außerdem die Zusatzqualifikation Vertriebsleiter IHK. Zudem beginnt er, die, wie er es nennt, DNA der Branche aufzusaugen. Vor allem die menschliche Komponente holt ihn ab. »Die Hörakustik ist ein Bereich innerhalb der Medizin, in dem es wirklich noch um die Menschen geht«, sagt er. Natürlich müssen auch die Zahlen stimmen, ergänzt er. Klar. Aber man habe einfach »viel mit Menschen zu tun, die Gutes tun möchten. Das gefällt mir.« So vieles habe er während dieser »erlebnisreichen Zeit« lernen können – über die Unternehmerinnen und Unternehmer, die Menschen und deren Freude, anderen Menschen helfen zu können. Da konnte er, für den die menschliche Facette schon immer wichtig ist, sich nur wohlfühlen. Und damit steht dann auch die dritte Säule seines Modells. Mensch. Bleibt die zweite Säule: System.

Business. System. Mensch. In seiner Arbeit verfolgt Tony Möller einen ganzheitlichen Ansatz
System – die zweite Säule
Als Tony Möller sich Anfang dieses Jahres entscheidet, Starkey zu verlassen, tut er das nicht, weil er seinen Arbeitgeber oder die Branche satt hat. Daher bewirbt er sich auch nicht einfach bei einem anderen Hersteller erneut als Gebietsverkaufsleiter oder wechselt die Branche. Vielmehr fragt er sich, was er mit seinem Wissen, seiner Expertise noch anfangen könnte. Wie könnte sein weiterer Weg aussehen? Den Entschluss, sich erneut als Berater selbstständig zu machen, fasst er schon kurz darauf. Aber bevor es losgehen kann, will er eine weitere Qualifikation erwerben. »Für das, was ich machen möchte, brauchte ich noch weitere Werkzeuge«, sagt er. »Mein betriebswirtschaftliches Fundament hatte ich schon, den Menschen habe ich immer im Fokus – fehlte noch das System.« Also lässt er sich zum Systemischen Coach fortbilden und zertifizieren. In seiner Tätigkeit als Consultant soll das systemische Coaching allerdings nicht der Schwerpunkt sein, stellt er klar. Vielmehr gehe es ihm um ein »ganzheitliches Denken, einen ganzheitlichen Ansatz«, wie er sagt.
Mit den drei Säulen Business, System, Mensch sieht sich Tony Möller gut gerüstet. Womit er sich auszeichnen möchte, ist, jeden Auftrag individuell zu betrachten. »Ich habe keine Standardlösungen«, sagt er. »Ich gucke mir das Business an, ich gucke mir das System an und ich gucke mir die Menschen an. Daraus wird sich dann eine Strategie ergeben, die man verfolgen kann.« Die Zutaten für die Veränderung beziehungsweise die Weiterentwicklung sind dabei in der Regel auch schon in dem jeweiligen Unternehmen vorhanden, bevor er gerufen wird, sagt Tony Möller. Man müsse sie nur herausschälen. Dafür bietet er einen neutralen Blick von außen, stellt Fragen und erarbeitet gemeinsam mit dem Kunden Ziele und Maßnahmen – basierend auf seinen Expertisen, die er natürlich einerseits während seiner Zeit bei Starkey aber andererseits auch während seiner Aufgaben in der Zeit davor gesammelt hat. »So versuche ich, jemanden auf einen Weg zu begleiten«, erklärt er. Die Entscheidungen müsse aber stets das Unternehmen selbst treffen. Die könne er niemandem abnehmen.
Was ihn auszeichnet
Was Tony Möller vielleicht ein Stück weit von den anderen Coaches und Beratern unterscheidet, die in der Branche unterwegs sind, ist seine Perspektive. Business. System. Mensch. Von der werde er auch nicht abweichen und etwa ein Verkaufstraining als einzelne Komponente anbieten. »Das werde ich sicherlich nicht machen, das ist nicht mein Feld«, betont Tony Möller. »Es gibt bereits super Verkaufstrainer in der Branche. Mit denen möchte ich mich gar nicht messen. Würde ein Kunde das wünschen oder es in einem Gesamtkonzept erforderlich sein, würde ich ihn an einen entsprechenden Trainer weiterleiten.«
Dass es eine Nachfrage nach seinem Angebot gibt, davon ist Tony Möller überzeugt. Als er für Starkey im Außendienst unterwegs war, habe er gesehen, dass es »einen großen Bedarf an einer neutralen Sichtweise gibt«, sagt er. Vor allem all die kleinen und mittleren Betriebe sowie Neugründer sieht er als potenzielle Auftraggeber. Im Grunde sei sein Angebot aber an alle Unternehmerinnen und Unternehmer gerichtet, die ihre Firma weiterentwickeln möchten und dafür eine externe, neutrale Perspektive wünschen, die Input von jemandem haben möchten, der den nötigen Blick sowie die passenden Werkzeuge mitbringt. Ideal fände er außerdem, wenn er den Prozess hin zur Weiterentwicklung begleiten kann. »Ich möchte gern auch bei der Umsetzung dabei sein und sehen, welche Maßnahmen aus den Ideen erfolgen und welche Ergebnisse damit erzielt werden«, sagt er.
Wie breit Tony Möller tatsächlich aufgestellt ist, zeigt ein Blick in sein Portfolio. Ob Unternehmensentwicklung und Wirtschaftlichkeit, Vertrieb und Vertriebsentwicklung, Führung und Zusammenarbeit oder Sparring und Workshops – auf Basis seiner Erfahrungen und Qualifikationen und mithilfe der richtigen Werkzeuge kann er schon in einigen Bereichen behilflich sein.
Allem voraus gehe für ihn aber immer erst die Frage, ob er überhaupt der Richtige ist, ob er überhaupt helfen kann. »Bin ich das nicht, werde ich den Job nicht annehmen«, sagt Tony Möller. »So würden nur Kunden entstehen, die unzufrieden sind, und das möchte ich nicht.«
