NEWS AUS DER BRANCHE
RETAILER/HERSTELLER
Amplifon CEO: GN Hearing soll weiter weltweit als führender Hersteller agieren
»Unsere oberste Priorität ist es, sicherzustellen, dass GN Hearing auch weiterhin als weltweit führender Hersteller agiert und sowohl bestehende als auch zukünftige Partner mit dem gleichen Engagement, der gleichen Innovationskraft und der gleichen Neutralität wie bisher betreut«, so äußerte sich Amplifon-CEO Enrico Vita im April gegenüber dem Portal medwatch.com
Die Äußerungen griff GN Hearing Deutschland am 16. April in einem Newsletter auf. »Damit bestätigt Enrico Vita noch einmal unsere zentrale Aussage für unsere bestehenden Partner: An unserer Strategie ändert sich nichts. Wir bleiben enger Partner des regionalen Fachhandels«, heißt es darin.
Gleichzeitig wird in dem Newsletter die Bedeutung des neuen Players betont, der durch die Akquisition – sofern die Kartellbehörden grünes Licht geben – entsteht. »GN Hearing bringt als weltweit am schnellsten wachsender und innovativster Hörsystemhersteller technologisches Know-how und eine starke globale Plattform ein. Amplifon ist als ein globaler Marktführer mit über 10.000 Fachgeschäften im Hörakustik-Einzelhandel sehr nah am Anpassalltag und den Bedürfnissen der Endkund:innen«, schreibt GN Hearing. Die so entstehende Kombination »dieser zwei sich stark ergänzenden globalen Marktführer« soll laut Enrico Vita »Innovation beschleunigen, Entwicklungs- und Einführungszyklen verkürzen und helfen, konstant hochwertige Produkte und Services zu liefern«.
Entsprechend möchte man nach dem Abschluss der Transaktion die Marktpräsenz weiter ausbauen, Innovationen weiter beschleunigen, die Produktentwicklungs- und Markteinführungszyklen verkürzen und die Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen von konstant hoher Qualität auf allen Märkten unterstützen, erklärt Enrico Vita gegenüber medwatch.com
Auch zum Produktmix bei Amplifon sowie zu der Rolle von GN Hearing im Konzern äußerte sich Vita. So sei GN Hearing bereits heute Hauptlieferant von Amplifon. Allerdings plane man, den Anteil an GN-Produkten schrittweise weiter zu erhöhen. Dass man in den über 10.000 Point of Sales von Amplifon aber ausschließlich GN-Produkte anbieten werde, sei »in absehbarerer Zeit« nicht geplant, so Vita.
In Münster werde man also weiter die Zusammenarbeit mit den Partnern mit dem gewohnten Engagement fokussieren, heißt es in dem GN-Newsletter abschließend.

AKTIONEN
Welttag des Hörens 2026: BVHI zieht positive Bilanz
Der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI) zieht unter den diesjährigen Welttag des Hörens eine positive Bilanz. »Hohe Reichweite und klare Botschaften«, heißt es einer aktuellen Pressemitteilung des Verbands. So habe der Welttag des Hörens, der gewohnt am 03.03. stattfand, gezeigt, welche »Wirkung entsteht, wenn die Branche geschlossen für das Thema Hörgesundheit eintritt«, schreibt der BVHI. Mit den bundesweiten Aktionen habe man »erneut ein Millionenpublikum« erreichen können.
Der Welttag des Hörenss stand in diesem Jahr unter dem Motto »Klingt nach Leben – Das Leben mit allen Sinnen genießen, heute und in Zukunft!«, womit man die Bedeutung guten Hörens für Longevity und gesundes Altern hervorheben wollte. »Unser Ziel ist es, Hörgesundheit in der öffentlichen Wahrnehmung als wichtigen Baustein für ein langes und gesundes Leben zu etablieren. Das – so belegt die hohe Reichweite der zahlreichen Aktionen – ist uns gemeinsam gut gelungen«, schreibt der BVHI weiter.
An dem Aktionstag beteiligt hatten sich auch in diesem Jahr wieder viele Hörakustiker aber auch HNO-Praxen, Kliniken, Verbände und Selbsthilfegruppen, so dass es eine »hohe Sichtbarkeit« gab und viele Aktionen, Beratungsangebote und Informationsformate das Thema sowie das Motto vor Ort erlebbar machen konnten.
All das habe schließlich zu einer großen medialen Resonanz geführt, schreibt der BVHI. Demnach seien via Social Media über 2 Millionen Menschen erreicht worden, über Print- sowie Online-Medien habe man überdies mehr als 33 Millionen Leser erreicht, über das Radio habe man 1,23 Millionen Zuhörerinnen und Zuhörer erreicht, mit TV-Beiträgen nochmal gut 800.000 Zuschauer. Weitere Verstärkung habe die Kampagne durch die Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sowie von weiteren Ministerien, Politikerinnen und Politikern in den Bundesländern bekommen.
»Der Welttag des Hörenss hat sich in Deutschland bestens etabliert«, erklärt Dr. Stefan Zimmer, Vorsitzender des Vorstands, Bundesverband der Hörsysteme-Industrie e.V. »Dieser Erfolg basiert auf dem Engagement der vielen Akteure in- und außerhalb der Branche und der zentralen Koordination dieser vielfältigen und lebendigen Kampagne.«

INDUSTRIE
Kundenzufriedenheitsumfrage der BVHI-Unternehmen in diesem Jahr früher
Die Kundenzufriedenheitsbefragung der Hörsysteme-Hersteller wird in diesem Jahr früher als gewohnt stattfinden. Das meldet der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie e. V. (BVHI) Ende April. Demnach wird die von dem Marktforschungsunternehmen 2HMForum durchgeführte Umfrage im Auftrag des BVHI 2026 bereits Anfang Juni beginnen und Mitte Juli enden. Bis dahin können Hörakustikerinnen und -akustiker die Leistungen ihrer Hersteller, also deren Produkte, Verkauf und Außendienst, Bestellung und Lieferung, Kundenberatung, Reparaturen und Schulungen bewerten. Wie gewohnt wird die Befragung im sogenannten Mixed-Mode erfolgen, also online oder telefonisch. Die Aussagen der Hörakustikerinnen und -akustiker werden vertraulich behandelt und anonym ausgewertet.
Für die Befragung kann man sich registrieren bis zum 31. Mai 2026 auf https://bvhi.org/kundenzufriedenheitsbefragung/
Wer an der Befragung teilnimmt, erhält nach der Auswertung eine »exklusive Zusammenfassung der Ergebnisse«, schreibt der BVHI abschließend. Darüber hinaus werden unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern 20 Amazon-Gutscheine im Wert von jeweils 30 Euro verlost, zudem spendet der BVHI für jede durchgeführte Befragung einen Betrag an den Verein Kinderträume e. V.

AUSZEICHNUNGEN
ReSound Vivia Erhält Artificial Intelligence Excellence Award
Die Business Intelligence Group hat das ReSound Vivia mit dem Artificial Intelligence Excellence Award ausgezeichnet. Der Preis würdigt Innovationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, die die Lebensqualität von Menschen verbessern und die Gesellschaft als Ganzes voranbringen. Verliehen wurde die Auszeichnung in der Gesundheitskategorie.
Mit Blick auf das ReSound Vivia, laut Hersteller das »kleinste KI-Hörsystem der Welt«, habe sich die mit »renommierten Branchenexperten« besetzte Jury davon überzeugen lassen, wie in dem Hörgerät ein zusätzlicher KI-Chip mit einem Deep Neural Network Sprache in störendem Lärm filtert und so »die natürliche Interaktion des Nutzers unterstützt«, heißt es in der entsprechenden Meldung aus Münster.
»Die Auszeichnung unseres Hörsystems mit einem der führenden Awards für Künstliche Intelligenz freut uns sehr«, so Rabea Westphal, Leiterin Produktmanagement bei GN für Deutschland, Österreich und die Schweiz. »Unser Anspruch ist es, dem Hörakustik-Fachhandel wegweisende technologische Lösungen zu bieten, mit denen Menschen mit Hörverlust selbst in akustisch herausfordernden Situationen uneingeschränkt kommunizieren und teilnehmen können. Mit ReSound Vivia ist uns das einmal mehr gelungen – und ebenso mit Beltone Envision; das Spitzenprodukt unserer Fachhandelsmarke Beltone hat den Award gleichfalls erhalten.«
KNOCHENLEITUNG
Eigentümerwechsel bei Oticon Medical
Oticon Medical hat eine Übernahmevereinbarung mit Impilo bekannt gegeben. Die Transaktion wurde bereits Anfang April abgeschlossen. Demnach ist die in Schweden beheimatete Investmentgesellschaft die neue Eignerin des auf knochenverankerte Hörlösungen spezialisierten Unternehmens Oticon Medical. Mit der Übernahme werde »ein neues strategisches Kapitel« aufgeschlagen, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung.
Die neuen Verhältnisse sollen Oticon Medical in die Lage versetzen, Innovationen weiter vorantreiben zu können, die Marktpräsenz zu stärken und »Patienten weltweit weiterhin lebensverändernde knochenverankerte Hörlösungen (BAHS) anzubieten«, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Darüber hinaus soll die Vereinbarung eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Oticon Medical, Impilo und Demant umfassen. Die Kontinuität sowie die Entwicklung künftiger Hörprozessoren wie der Ponto-6-Familie und Sentio 6 sei demnach gewährleistet. Kunden, Partner und Patienten könnten zudem von »vollständiger operativer Kontinuität« ausgehen.
»Impilo teilt unsere Werte und unsere Vision und bringt als unser neuer Eigentümer die Investitionen und den strategischen Fokus mit, der erforderlich ist, um unsere Position auf dem BAHS-Markt weiter zu stärken«, sagt René Govaerts, Präsident und Geschäftsführer von Oticon Medical. »Wir sind zuversichtlich, dass diese Partnerschaft uns dabei helfen wird, weiterhin außergewöhnliche Lösungen und Support anzubieten.«
Die neue Eignerin, die Investmentgesellschaft Impilo, hat sich Investitionen in nordische Gesundheitsunternehmen im »unteren bis mittleren Preissegment« verschieben. Dabei geht es ihr vor allem mit Mehrheitsbeteiligungen an privaten Unternehmen aus den Bereichen Pharmazeutika, Medizintechnik, spezialisierte Pharmadienstleistungen und anderen Gesundheits- und verwandten Dienstleistungsbranchen, die ihrer Nische die Marktführerschaft anstreben.

PERSONEN
Mario Adorf ist tot
Mario Adorf ist tot. Der berühmte Schauspieler, Hörbuch- und Hörspielsprecher und Autor starb am 8. April dieses Jahres in Paris. Der Sohn einer Deutschen und eines Italieners spielte seit 1954 in unzähligen Kino- und TV-Produktionen mit, den Durchbruch schaffte er 1957 mit dem Krimi »Nachts, wenn der Teufel kam«. Seine letzte Rolle hatte er 2021 in dem Film »Real Fight.«
Seine Bekanntheit und Beliebtheit nutzte Adorf auch für politisches und soziales Engagement. So trat er von 2009 bis 2017 als Testimonial für Widex in Erscheinung und setzte sich als »Botschafter für gutes Hören« für einen offenen und positiven Umgang mit Hörverlust und dem Tragen von Hörgeräten ein. Was ihn in dieser Rolle besonders glaubwürdig machte: Adorf trug selbst Hörgeräte. Sein Credo: »Gutes Hören ist kein Luxus, darauf kann man nicht verzichten.«
Auf einer Pressekonferenz von Widex am 1. März 2017 in Hamburg berichtete er, mittlerweile sein viertes Paar Widex-Hörgeräte zu tragen. »Der Fortschritt ist enorm«, lobte er damals die technische Entwicklung von Hörgeräten mit Blick auf seine neuen Widex-Beyond-Systeme, die an jenem 1. März vorgestellt wurden. Sie verbesserten seine Lebensqualität, und das, ohne dass man sich ständig um seine Hörhilfen kümmern müsste. »Man setzt sie morgens ein und nimmt sie abends wieder heraus. So kommt man durch den ganzen Tag. Das unterscheidet sie auch von Brillen. Man muss sie nicht wechseln«, sagte Adorf.
Während seiner Zeit als Markenbotschafter war Mario Adorf in diversen Kampagnen von Widex zu sehen. Ein Highlight war dabei sicherlich ein Spot, der Mario Adorf zusammen mit seinem Schauspieler-Kollegen Pierre Brice zeigte, an dessen Seite er in dem Film »Winnetou 1« zu sehen war. Darin warben quasi Winnetou und sein alter Widersacher Santer für gutes Hören und Widex.
