NEWS

Maximale Flexibilität mit neuer Universalankopplung von egger

Interview: Thomas Sünder

Hörakustiker stehen oft vor der Herausforderung, dass Hörgerätehersteller eigene Hülsen nutzen, auf die nur eigene Hörer passen. Das erschwert eine vergleichende Anpassung mit Otoplastiken, oder kann einer Reparatur im Weg stehen, wenn keine Hülsen von Fremdgeräten vorrätig sind. egger bietet herfür jetzt eine flexible Lösung mit der weiterentwickelten Universalankopplung eDAPT, die nun auch für harte Materialien geeignet ist. Wir sprachen mit Daniel Paul, Bereichsleiter und Prokurist

News_egger_eDAPT_TB_2026-Kopie

Abb.: egger

Herr Paul, was ist die grundsätzliche Idee hinter der Universalhülse?

Die Grundidee ist, mit unserer eDAPT-Plastik – die wir ja bei Silikon, Thermoflex und Thermofit schon einsetzen – eine Variante für die harte Otoplastik zu schaffen. Wir bieten damit ein System an, an das ich flexibel jeden Ex-Hörer und jeden Slim-Schlauch ankoppeln kann.

Wo lagen dabei die größten Herausforderungen in der Entwicklung?

Die Herausforderung lag einerseits darin, einen guten Halt zu garantieren, und andererseits beim Handling. Der Markt hat uns rückgemeldet, dass das Einbauen extrem einfach sein muss. Solche kleinen Hülsen manuell zu verbauen ist nämlich tricky: Nimmt man zu viel Kleber, verliert man Flexibilität. Nimmt man zu wenig, rutscht die Hülse wieder raus. Und natürlich steckt der Teufel im Detail – etwa bei der richtigen Shore-Härte. Der Hörer muss leicht einzusetzen sein, darf aber weder zu schwer noch zu leicht wieder herausgehen oder gar ausreißen.

Wie haben Sie die Anforderung für eine einfache Montage konkret gelöst?

Genau dafür haben wir die eDAPT-Hülse mit einem kleinen »Schnorchel« an der Vorderseite entwickelt. Das Einsetzen läuft jetzt über ein spezielles Werkzeug: Man führt die Hülse von hinten in die Otoplastik ein, verklebt sie vorne wie einen normalen Schallschlauch, schneidet den überschüssigen Schnorchel ab, zieht das Werkzeug raus – und fertig. Sie sitzt perfekt verbaut.

Welchen praktischen Nutzen hat der Hörakustiker dadurch im Arbeitsalltag?

Maximale Flexibilität! Der Akustiker kann jetzt jeden Hersteller ankoppeln, der vorne einen Stutzen hat. Außerdem haben wir den Durchmesser so gewählt, dass ein HF4-Filter direkt ohne eigene Hülse verbaut werden kann. Das ist ideal für vergleichende Anpassungen: Man kann bei Versuchen flexibel jeden Hersteller austesten. Hat ein Kunde bereits eine Schallschlauch-Otoplastik und möchte einen Ex-Hörer testen? Kein Problem: Schallschlauch ausbohren, Hülse einsetzen, Ex-Hörer-Gerät ausprobieren lassen – und bei Bedarf sogar wieder zurückbauen.

In welchen Varianten und Materialien ist die Hülse erhältlich?

Man kann sie direkt als Fertig-Otoplastik bestellen oder als 10er- beziehungsweise 50er-Pack in Transparent, Rot oder Blau.

Herr Paul, vielen Dank für das Gespräch.

Maximale Flexibilität mit neuer Universal-ankopplung von egger